Todesfall Die Sonnenalp trauert um Karlheinz Fäßler

Ab 1966 leitete Karlheinz Fäßler zusammen mit seiner Frau Gertl die Sonnenalp.
Ab 1966 leitete Karlheinz Fäßler zusammen mit seiner Frau Gertl die Sonnenalp. © Sonnenalp Resort

Der Hotelier entwickelte gemeinsam mit seiner Frau Gretl den Familienbetrieb zu einem international bekannten Luxusresort. Zugleich prägte er die touristische Entwicklung des Allgäus.

Karlheinz Fäßler ist im Alter von 92 Jahren verstorben. Mit ihm verliert die Sonnenalp in Ofterschwang eine prägende Unternehmerpersönlichkeit und das Allgäu einen wichtigen Wegbereiter seiner touristischen Entwicklung.

Gemeinsam mit seiner Frau Gretl Fäßler führte er das Familienunternehmen ab 1966 in dritter Generation und entwickelte es zu einem international bekannten Fünfsterne-Luxusresort. Ab 1994 leiteten beide das Hotel gemeinsam mit ihrem Sohn Michael. Bis 2008 waren sie in der Geschäftsführung aktiv.

Karlheinz Fäßler wurde am 27. April 1934 in Ofterschwang geboren und wuchs im elterlichen Betrieb auf. Seine Vorstellung von Gastlichkeit verband familiäre Herzlichkeit mit hohen Qualitätsansprüchen und einem vielseitigen Urlaubsangebot. Unter seiner und Gretls Führung entstanden neue Sport- und Freizeitangebote, darunter drei hoteleigene Golfplätze, eine eigene Shoppingwelt und eine gehobene Gastronomie. Nach dem schweren Hotelbrand im Januar 1967 bauten das Ehepaar und die Mitarbeitenden den Betrieb innerhalb weniger Monate wieder auf. Bereits zu Weihnachten desselben Jahres konnte das Hotel wieder öffnen.

Unternehmerischer Weitblick über das Allgäu hinaus

Unternehmerischer Weitblick über das Allgäu hinaus. 1979 legten er und seine Frau mit dem Erwerb eines Motels in Vail, Colorado, den Grundstein für das heutige Schwesterhotel der Sonnenalp in den USA. Sohn Johannes und seine Frau Rosana führen den Betrieb heute weiter. Auch dort ist inzwischen die nächste Generation operativ eingebunden.

Fäßlers Leidenschaft für den Sport reichte weit über den Hotelbetrieb hinaus. Als ehemaliger Skirennläufer der deutschen Nationalmannschaft gehörte er zu den Wegbereitern des Skigebiets Ofterschwang und setzte sich für dessen Ausbau ein. Ein wichtiger Meilenstein war der erste Herren-Skiweltcup in Ofterschwang am 27. Februar 1999. Von 2001 bis 2018 war der Ort zudem regelmäßig Austragungsstätte von Weltcuprennen der Damen im Slalom und Riesenslalom.

Engagement für die Region

Neben seinem unternehmerischen Wirken übernahm Fäßler auch kommunalpolitische Verantwortung. Er war langjähriger Gemeinde- und Kreisrat und gehörte zu den Mitbegründern des Arbeitskreises Oberallgäuer Tourismus. Für sein Engagement wurde er mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet.

Sein Lebenswerk wird von den nachfolgenden Generationen fortgeführt. In Ofterschwang leiten Michael und Anna-Maria Fäßler die Sonnenalp in vierter Generation und ihre Kinder Jakob und Viktoria sind bereits in der fünften Generation miteingebunden.

Die Familie und die Mitarbeitenden nehmen in Dankbarkeit Abschied von einem Unternehmer, der die Sonnenalp und den Tourismus im Allgäu mit Weitblick, Tatkraft und persönlicher Verbundenheit geprägt hat. red/sar