Neben dem 300 Jahre alten Hotel Maximilian’s in Augsburg ist ein moderner Erweiterungsbau entstanden. Das acht Millionen Euro teure Bauprojekt soll dem Stadthotel neue Perspektiven eröffnen.
Zur Eröffnung wurde in Augsburg kein rotes Band durchschnitten. Stattdessen ging es für Commercial Director Jana Stritt und Marketing Manager Thomas Richter bei hochsommerlichen Temperaturen direkt ins kühle Nass. Der neue Rooftop-Pool des Hotel Maximilian’s ist 14 Meter lang, ganzjährig beheizt und befindet sich dort, wo früher ein Bürogebäude stand. Er steht sinnbildlich für das bedeutende Bauvorhaben, in das die Eigentümerfamilie, die namentlich nicht genannt werden möchte, acht Millionen Euro investierte.
Die Idee dazu entstand allerdings nicht auf dem Reißbrett in Augsburg, sondern bei einer Reise nach Amsterdam. Managing Director Theodor Gandenheimer war dort mit seiner Frau unterwegs, als sie den Wunsch nach einem schönen Stadthotel mit Pool äußerte.
Auf der Rückfahrt nahm der Gedanke Gestalt an: Wenn das Traditionshotel erweitert werden sollte, dann nicht einfach nur um Zimmer und Suiten, sondern auch um einen Pool.
Enge Zusammenarbeit mit Planer aus der Region
Ganz so schnell ging es dann allerdings nicht. Die Planung begann noch vor der Corona-Pandemie, Ende 2020 lag die Baugenehmigung vor. Doch mitten in der Pandemie war an einen Baustart zunächst nicht zu denken. Danach stiegen die Baupreise kräftig. Erst 2024 entschieden die Gesellschafter, dass der Zeitpunkt gekommen war. Im März begannen die Arbeiten, rund zwei Jahre später konnte das Ergebnis eröffnet werden. Realisiert wurde das Bauvorhaben von Geiger Schlüsselfertigbau als Generalunternehmer, in enger Zusammenarbeit mit dem Architekturbüro Fußner und Kühne aus Friedberg.
Entstanden ist hinter dem historischen Haupthaus in der Katharinengasse ein dreigeschossiger Neubau mit sieben Suiten – fünf davon als Duplex, zwei mit eigener Sauna. Alle verfügen über einen Wohn- und Essbereich mit Kitchenette, die sich komplett verschließen lässt. Über einen Übergang im ersten Obergeschoss gelangt man vom Bestandsgebäude in den Neubau. „Das hat nicht nur den entscheidenden Vorteil, dass die Gäste trockenen Fußes von einem Haus ins andere gelangen. Es hat uns baulich auch 60 zusätzliche Plätze im Parkhaus ermöglicht“, sagt Marketing Manager Thomas Richter.
Schwarz und Weiß bieten Designklassikern eine Bühne
Während das 300 Jahre alte Bestandsgebäude von einem klassischen Grandhotel-Look geprägt ist, zeigt sich die gelungene Transformation in die Moderne bereits im Verbindungsgang, wo moderne Kunst an den Wänden hängt. Auch in den Suiten setzt Gandenheimer auf Kunst und Design. Die großformatigen Bilder des Künstlers Matthias Brauer treffen auf Designklassiker wie den Wassily Chair von Marcel Breuer, die Wireflow-Deckenleuchte von Vibia und die Flos-Tischleuchte „Snoopy“ von Achille und Pier Giacomo Castiglioni.
In enger Zusammenarbeit mit Innenarchitektin Bettina Czech entstand ein stimmiges Interieur in Schwarz, Weiß, Grün und Beige. Die markante Wendeltreppe aus schwarzem Stahl in der Signature-Suite setzt einen besonderen Akzent. Die Bäder greifen mit modern interpretierten Art-Déco-Rundbögen das Thema auf. Dazu kommen Splash-TVs, die wie Spiegel aussehen, private Saunen in der Schaezler Suite 2 und in der Signature Suite und sorgfältig kuratierte Bücher der Augsburger Büchergilde. „Es ging uns bei dem Umbau viel um Materialien und Struktur“, so Richter.
Dort, wo heute der Neubau steht, befand sich vorher ein Gebäude aus den 1960er-Jahren, in dem das Hotel seine Büroräume untergebracht hatte. Zunächst war geplant, es aus Kostengründen zu revitalisieren. Heute sind die Beteiligten froh über den Abriss. Allein die notwendigen Kernbohrungen für Toiletten und Wasserleitungen hätten das Budget deutlich erhöht. Nach dem Abriss musste das Konzept komplett neu gedacht werden. „Natürlich gab es Vorgaben, wie wir die Giebel und Fenster in der Altstadt bauen sollten, aber das hielt sich alles noch im Rahmen“, sagt Gandenheimer.
Beheizt wird der Neubau mittels Wärmepumpe, gekühlt über einen Tiefbrunnen und bei Bedarf zusätzlich über eine Kältemaschine. Auch beim Pool wird vorhandene Energie genutzt: „Ich hatte mich immer geärgert, dass wir im Keller einen Raum haben, wo die Kleinkälte produziert wird und den wir im Sommer kühlen mussten“, sagt Gandenheimer. „Nun wird die Abwärme einfach in den Pool geschoben.“
Mit dem neuen Pool verspricht sich der Direktor eine neue Zielgruppe – vor allem Familien. „Wir merken jetzt schon, dass die Gäste extra wegen des Pools buchen.“ Als das Becken kürzlich aus technischen Gründen gesperrt werden musste, hätten viele Gäste nach der Information direkt wieder storniert. „Vor dem Umbau waren wir als Business- und Stadthotel an Wochenenden und in den Ferien eher schwächer ausgelastet. Das wird sich nun sicher ändern.“
Maxime: Gästen jedes Jahr etwas Neues bieten
Gandenheimer fühlt sich der Privathotellerie verbunden. Vor Augsburg war er unter anderem für die Geisel Privathotels, den Bayerischen Hof in München und das Kitzhof Mountain Design Resort in Kitzbühel tätig. Seit 2015 hat er es sich zur Aufgabe gemacht, das Maximilian’s als erstes Haus am Platz weiterzuentwickeln – ganz im Sinne der Eigentümerfamilie, die die Immobilie 2006 erworben und 2011/12 umfassend modernisiert hat. 2019 löste sich das Haus nach rund 40 Jahren von Steigenberger und wechselte zu Preferred Hotels & Resorts. 2020 wurde aus dem „Drei Mohren“ das „Maximilian’s“.
Gibt es weitere Pläne? Auf diese Frage hält sich Gandenheimer bedeckt. „Jetzt müssen wir erst mal wieder Geld verdienen“, sagt der Hotelier und lacht. Seit 2022 wurden die 139 Zimmer schrittweise renoviert, aktuell stehen noch die letzten zehn Prozent aus. Bei der Instandhaltung des Hauses will er es halten wie einst Hotelier Falk Volkhardt vom Bayerischen Hof in München, dessen Devise war: sein Hotel jedes Jahr mit etwas Neuem zu verschönern.
>> Der Beitrag ist in der Tophotel Ausgabe 9/2026 erschienen.

