Reisetrends September gewinnt bei Luxusreisen an Bedeutung

Schloss Neuschwanstein Füssen Herbst Reisetrends Virtuoso
Weniger Hitze, weniger Andrang: Reiseziele wie Schloss Neuschwanstein gewinnen außerhalb der klassischen Sommersaison an Attraktivität. © e_polischuk - stock.adobe.com

Neue Daten des Luxusreisenetzwerks Virtuoso zeigen deutliche Zuwächse für Reisen im Herbst. Besonders der September holt gegenüber den klassischen Sommermonaten auf.

Die klassische Hauptsaison gerät bei Luxusreisen in Bewegung. Nach aktuellen Daten von Virtuoso verlagert sich ein wachsender Teil der Nachfrage in die Herbstmonate. Besonders deutlich zeigt sich die Entwicklung im September: Die Umsätze für Reisen in diesem Monat liegen 77 Prozent über dem Vorjahresniveau, die Zahl der Buchungen ist um 55 Prozent gestiegen.

Auch in den Folgemonaten setzt sich der Trend fort. Für Oktober verzeichnet das Netzwerk 59 Prozent mehr Buchungen, im November liegen sowohl Buchungen als auch Umsätze mehr als 70 Prozent über dem Vergleichswert des Vorjahres.

Europa-Reisen verschieben sich nach hinten

In Europa rückt der September besonders nah an den August heran. 2023 erreichte das Buchungsvolumen im September noch 79 Prozent des August-Niveaus, 2025 waren es bereits 92 Prozent. Nach den aktuellen Vorausbuchungsdaten könnte der September 2026 den August beim Umsatz sogar überholen.

Dabei scheint nicht allein der Preis ausschlaggebend zu sein. Die Buchungen für Europa-Reisen im Herbst stiegen um 49 Prozent, obwohl die Preise gleichzeitig um mehr als sieben Prozent zulegten. Der Umsatz erhöhte sich um 64 Prozent.

Als Gründe nennt das Netzwerk unter anderem angenehmere Temperaturen und den Wunsch, stark frequentierte Reisezeiten zu umgehen. Im Virtuoso Luxe Report 2026 hatten mehr als 2.400 Reiseberater aus über 50 Ländern angegeben, dass die Vermeidung überlaufener Destinationen für ihre Kundschaft an Bedeutung gewinnt.

Längere und komplexere Reisen

Parallel verändere sich auch die Art der Reiseplanung. Mehrere Städte oder Regionen werden häufiger innerhalb einer Reise kombiniert. Das Netzwerk bezeichnet diese Entwicklung als „City-Maxxing“. Statt einzelner Kurztrips entstehen damit längere und stärker individuell zusammengestellte Reisen.

Bei der Planung spielt zugleich Künstliche Intelligenz eine größere Rolle. 74 Prozent der Virtuoso-Reiseberater nutzen nach Angaben des Unternehmens inzwischen KI in ihrem Geschäft, bei den Partnerunternehmen sind es 70 Prozent. Gleichzeitig sieht das Netzwerk bei komplexeren Reiseverläufen weiterhin eine hohe Bedeutung persönlicher Beratung. Die Daten deuten damit auf eine Verschiebung klassischer Saisonmuster im Luxussegment hin. Insbesondere der September entwickelt sich für Europa-Reisen zu einem immer stärkeren Reisemonat. red/ik