Cybersecurity Hotels im Visier: Warum Cyberangriffe in der Hochsaison zunehmen

Regelmäßige Sicherheitsschulungen und der Einsatz von Multifaktor-Authentifizierung helfen gegen die Risiken von Cyberkriminalität.
Regelmäßige Sicherheitsschulungen und der Einsatz von Multifaktor-Authentifizierung helfen gegen die Risiken von Cyberkriminalität. © ArtemisDiana - stock.adobe.com

Mehr Gäste, mehr Aushilfskräfte, mehr Systemzugriffe: Der IT-Sicherheitsanbieter Watch Guard warnt vor steigenden Cyberrisiken in Hotels während der Ferienzeit.

In der Hochsaison bewegen sich deutlich mehr Anwender in den IT-Strukturen von Hotels – und damit steigt laut dem Cybersicherheitsanbieter Watch Guard Technologies das Risiko identitätsbasierter Angriffe. Bereits ein gestohlenes Passwort oder ein falscher Klick könne Cyberkriminellen Zugang zu Unternehmenssystemen verschaffen.

Eine aktuelle Studie von Watch Guard zur Cyberhygiene in Unternehmen verschiedener Branchen und Länder untermauert das Problem: 76 Prozent der Befragten gaben an, dasselbe Passwort für mehrere Konten zu verwenden. 71 Prozent erhalten von ihrem Arbeitgeber höchstens einmal im Jahr eine Phishing-Schulung.

„Durch die digitale Transformation hat sich die Anzahl der Systeme für die Hotellerie vervielfacht – das Spektrum reicht von Property-Management-Systemen über Verwaltungslösungen, Gäste-Apps, Zahlungssysteme, Treueprogramme, WLAN-Captive-Portale bis hin zu Cloud-Lösungen“, sagt Corey Nachreiner, Chief Security Officer bei Watch Guard Technologies. Hinzu komme das personell komplexe Umfeld: Neben Vollzeitmitarbeitern hätten auch Saisonkräfte und zahlreiche externe Partner Zugriff auf die IT-Systeme.

KI macht Angriffe schneller und gezielter

Zusätzlich verschärfe der Einsatz künstlicher Intelligenz durch Angreifer die Bedrohungslage. Phishing-Kampagnen ließen sich innerhalb von Sekunden personalisieren, große Mengen öffentlicher Daten analysieren und Angriffe in Echtzeit anpassen. „Die Angriffsfläche wird immer größer und jede offene Flanke birgt Gefahr, gerade in Zeiten künstlicher Intelligenz“, so Nachreiner.

Wie konkret die Gefahr für Hotels ist, zeigt ein von Watch Guard aufgeführtes Beispiel: Über einen schlecht abgesicherten Administratorzugang manipulierten Angreifer die Startseite eines Hotel-WLANs so, dass Geschäftsreisende nach der Anmeldung auf eine gefälschte Domain umgeleitet wurden. Über die Fake-Anmeldeseiten verschafften sich die Kriminellen Zugang zu den Microsoft-365-Konten der Nutzer.

Multifaktor-Authentifizierung und Zero Trust als Schutz

Watch Guard rät Hotels vor allem zu regelmäßigen Sicherheitsschulungen und zum Einsatz von Multifaktor-Authentifizierung (MFA). Wenn der Zugriff von einem weiteren Faktor abhänge, seien erbeutete Zugangsdaten für Angreifer wertlos. Darüber hinaus spielten Zero-Trust-Konzepte eine entscheidende Rolle, bei denen jede Zugriffsanfrage unter Berücksichtigung von Kontext, Gerät, Standort und Nutzerverhalten bewertet werde. Sich allein auf Passwörter zu verlassen, reiche nicht mehr aus – gerade in der Hotellerie, wo Mobilität, Personalfluktuation und die Zusammenarbeit mit Dritten zum Alltag gehörten. red/sar