Damit schafft das Unternehmen die Grundlage für eigene Zahlungs- und Finanzdienstleistungen. Die neuen Funktionen sollen ab Ende 2026 schrittweise eingeführt werden.
Mews Financial Services, ein von Mews Systems gegründetes Unternehmen, hat von der niederländischen Zentralbank De Nederlandsche Bank (DNB) eine Lizenz als E-Geld-Institut (Electronic Money Institution, EMI) erhalten. Damit schafft Mews die regulatorische Grundlage, Zahlungs- und Finanzdienstleistungen künftig direkt über die eigene Hotelmanagementplattform anzubieten.
Bisher verarbeite Mews vor allem operative Hoteldaten, während Zahlungs- und Finanzprozesse teilweise über Drittanbieter abgewickelt würden. Mit der EMI-Lizenz könne das Unternehmen diese Bereiche nun stärker miteinander verknüpfen und neue Finanzfunktionen für das Gastgewerbe entwickeln.
„Ein Managementsystem für ein Hotel muss auch die Finanzverwaltung umfassen, denn ein wesentlicher Teil von Produktivität und Wachstum hängt vom effektiven Finanz- und Risikomanagement ab“, sagt Richard Valtr, Gründer von Mews. Die Lizenz schaffe die Grundlage, die Finanzinfrastruktur stärker in die bestehende Plattform zu integrieren.
Regulierte Zahlungsinfrastruktur
Mews wickelte nach eigenen Angaben 2025 ein Transaktionsvolumen von 19,7 Milliarden US-Dollar für Hotels ab. Mit dem steigenden Zahlungsvolumen nehme auch die Komplexität der damit verbundenen Finanzprozesse zu. Mews wolle deshalb Zahlungs- und Finanzprozesse künftig enger mit den operativen Daten der Hotels verbinden.
Als reguliertes Unternehmen unterliegt Mews Financial Services den Vorgaben der DNB für Zahlungsdienstleistungen im Europäischen Wirtschaftsraum. Dazu gehörten unter anderem Anforderungen an Governance, Kundenschutz und Compliance. Kundengelder müssten dabei von den eigenen Betriebsmitteln des Unternehmens getrennt gehalten werden. Die Lizenz bilde zudem die Grundlage für weitere Funktionen, etwa zur Risiko- und Betrugsüberwachung, zu Sanktionsprüfungen und zur Geldwäscheprävention.
Start in den Niederlanden
Mews Financial Services will die neuen regulierten Funktionen ab Ende 2026 schrittweise einführen. Den Anfang soll eine Pilotgruppe von Hotels in den Niederlanden machen. Anschließend sei eine Ausweitung auf weitere Märkte im Europäischen Wirtschaftsraum geplant. Langfristig wolle Mews auf Basis der über die Plattform verfügbaren Betriebs- und Zahlungsdaten weitere Finanzprodukte für das Gastgewerbe entwickeln. Diese sollen unter anderem dazu beitragen, Finanzprozesse zu vereinfachen und die Steuerung von Umsätzen und Zahlungen stärker in das Hotelmanagementsystem zu integrieren. red/nz
Über Mews
Mews ist ein Managementsystem für das Gastgewerbe. Die Plattform bündelt unter anderem Funktionen für Property Management, Point of Sale, Revenue Management, Housekeeping und Payments. Nach Unternehmensangaben nutzen 15.000 Kunden in 85 Ländern die Plattform.