Insolvenz Übernahme von Revo-Hotels: NGG kritisiert Umgang mit Beschäftigten

Für rund 500 bisherige Beschäftigte bedeutet die Übernahme scheinbar keine Perspektive: Sie haben von Revo Kündigungen erhalten.
Für rund 500 bisherige Beschäftigte bedeutet die Übernahme scheinbar keine Perspektive: Sie haben von Revo Kündigungen erhalten. © Wellnhofer Designs - stock.adobe.com

Rund 500 Arbeitnehmer hätten ihre Kündigung erhalten, obwohl alle 24 Hotels unter neuer Flagge weitergeführt werden sollen. Was die Gewerkschaft fordert.

Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) hat den Umgang mit den Beschäftigten im Zuge der Übernahme von 24 Hotels der insolventen Revo Hospitality Group scharf kritisiert. Wie die NGG mitteilte, haben rund 500 Mitarbeitende Kündigungen von Revo erhalten – obwohl die Hotels unter der Marke Sunday Hotels weitergeführt werden sollen. Dahinter steht die indische Hotel- und Technologiegruppe Prism, die weltweit mehr als 22.000 Hotels und Ferienunterkünfte betreibt.

Revo nutze dabei die insolvenzrechtliche Möglichkeit, Kündigungsfristen auf maximal drei Monate zu verkürzen, so die NGG. Die Gewerkschaft fordert Revo und Prism auf, die Kündigungen umgehend zu stoppen, die Beschäftigten transparent über die weiteren Planungen zu informieren und ihre Interessen zu berücksichtigen.

NGG fordert Einbeziehung der Betriebsräte

„Dort, wo Betriebsräte bestehen, müssen diese umfassend in die Entscheidungsprozesse einbezogen werden“, sagt Mark Baumeister, Referatsleiter Gastgewerbe der NGG. „Wir erwarten deutlich mehr Transparenz und werden die Entwicklungen in den betroffenen Hotels aufmerksam begleiten und die Beschäftigten bei der Wahrnehmung ihrer Rechte unterstützen.“ Arbeitnehmer, die bereits eine Kündigung erhalten haben, sollten sich laut Baumeister umgehend an ihre zuständige NGG-Region wenden und innerhalb der gesetzlichen Frist von drei Wochen Kündigungsschutzklage erheben.

Nach bisher bekannt gewordenen Informationen umfasst die geplante Übernahme seitens Prism insgesamt 24 Hotels in Deutschland. Betroffen sind Häuser der Marken H+ Hotels, H2 Hotels, Dorint, Mercure, Vienna House Easy und Ramada by Wyndham sowie weitere Einzelhotels. Die Standorte verteilen sich über das gesamte Bundesgebiet. Die Revo-Gruppe hatte Mitte Januar Insolvenz in Eigenverwaltung angemeldet. Seither läuft die Suche nach Investoren. red/sar