Immobilienmarkt Adlon soll für mindestens 280 Millionen verkauft werden

Eingang des Hotel Adlon Kempinski am Brandenburger Tor in Berlin: Die Immobilie soll im Rahmen eines geplanten Fondsverkaufs einen neuen Eigentümer bekommen.
Eingang des Hotel Adlon Kempinski am Brandenburger Tor in Berlin: Die Immobilie soll im Rahmen eines geplanten Fondsverkaufs einen neuen Eigentümer bekommen. © stock.adobe.com/gguy

Das Adlon ist Teil eines Fonds. Doch dessen Anleger werden immer älter. Der Fonds-Manager will die legendäre Immobilie deshalb verkaufen.

Die Immobiliengesellschaft Jagdfeld will das legendäre Hotel Adlon am Pariser Platz für mindestens 280 Millionen Euro verkaufen - braucht dafür aber die Zustimmung der Anleger. Das Hotel ist einem Bericht der Immobilien-Zeitung (IZ) zufolge Teil eines Fonds, dem sogenannten Fundus-Fonds 31, der von der Jagdfeld-Gruppe gemanagt wird. 

Der Konzern bestätigte den Vorgang auf Anfrage. Demnach gehört der Fonds und damit das Adlon rund 4.000 Eigentümern, überwiegend Privatanleger, die in einem Lebensalter seien, in dem sie sich von ihren Anteilen trennen wollten. 

"Mit dem angestrebten Verkauf kommen wir dem Wunsch der Anlegerinnen und Anleger am besten nach und sind so in der Lage, den höchstmöglichen Preis zu erzielen", teilte die Gruppe weiter mit. Die Fondsgesellschaft sei in der komfortablen Position, "frei und aus eigenen Stücken diesen Weg gehen und Deutschlands berühmtestes Hotel in neue Hände geben zu können". 

Den Gesellschaftern wurde dem IZ-Bericht zufolge eine Liquidation des Fonds mit einem Mindestverkaufspreis von 280 Millionen Euro vorgeschlagen. Die Abstimmung läuft demnach bereits und braucht eine Mehrheit von 75 Prozent der abgegebenen Stimmen. Sollte eine Entscheidung für den Verkauf allen, werde ein strukturiertes Bieterverfahren mit einem internationalen Makler durchgeführt, heißt es in dem Bericht weiter. 

Für Gäste des Adlon ändert sich durch einen möglichen Verkauf vorerst nichts. Mit dem Hotelbetreiber Kempinski besteht der Jagdfeld-Gruppe zufolge einen Pachtvertrag bis Ende 2032.

Führungswechsel und neues Managementteam

Unabhängig von den Eigentümerplänen hat das Hotel zuletzt seine Führungsstruktur neu aufgestellt. Christian Hirt übernahm zum 1. Januar 2026 die Position des Managing Director und folgte auf Karina Ansos, die das Haus nach mehr als drei Jahren an der Spitze auf eigenen Wunsch verließ. Ansos wechselte im Februar 2026 in die operative Leitung des Fährhauses Koblenz.

Hirt war bereits 2007 und 2008 als Director of Food & Beverage im Adlon tätig. Zuletzt leitete er das Botanic Sanctuary Antwerp. Weitere Stationen seiner internationalen Laufbahn führten ihn unter anderem zu Raffles, Fairmont, Swissôtel und Kempinski.

Rund ein halbes Jahr nach seinem Amtsantritt ergänzte Hirt das Managementteam um drei Führungskräfte: Sebastian Gassen übernahm als Executive Assistant Manager Food & Beverage, Marie-Pierre Girardot wurde Director Rooms Division und Vanessa Siemens Director Human Resources. Das Haus verfügt über 307 Zimmer, 78 Suiten, zwei Restaurants sowie einen Spa- und Wellnessbereich. dpa/red/brg