Im Fünfsterne-Superior-Hotel im Schwarzwald übernimmt Daniel Sorge die kulinarische Gesamtverantwortung. Sein Vorgänger Oliver Ruthardt bleibt dem Haus nach 36 Jahren erhalten.
Das Hotel Bareiss in Baiersbronn hat einen Wechsel an der Spitze seiner Küche vollzogen. Daniel Sorge, seit 16 Jahren im Haus, übernimmt die Position des gesamtverantwortlichen Küchendirektors und rückt zugleich in die Geschäftsleitung auf. Er folgt auf Oliver Ruthardt, der das Luxushotel 36 Jahre lang begleitet hat – davon 26 Jahre als Küchendirektor und Mitglied der Geschäftsleitung.
Daniel Sorge war zuletzt zehn Jahre lang als Erster Küchenchef an Ruthardts Seite tätig. In dieser Funktion verantwortete er die Speisekarten der Hotelgastronomie sowie der Außenstandorte „Wanderhütte Sattelei“ und „Forellenhof Buhlbach“.
Eigentümerfamilie will Kontinuität
„Der Wechsel ist kein Stabwechsel im sportlichen Sinne“, sagen die Hoteleigentümer Hannes und Britta Bareiss. „Es gibt keinen Läufer, der nicht mehr läuft, und auch keinen, der noch nicht gelaufen ist und nun übernimmt.“ Ruthardt und Sorge seien ein „seit langem professionell eingespieltes Team“, das auch unter veränderten Verantwortlichkeiten weiter zusammenarbeite.
Tatsächlich verlässt Ruthardt das Bareiss nicht. Er bleibt operativ für den Tagesservice zuständig und wird auch künftig in Personalgespräche eingebunden. Von der übergeordneten unternehmerischen Mitverantwortung sei er jedoch entlastet. Er selbst bekennt „mit Freimut die Erleichterung, das anspruchsvolle und fordernde Abend-Geschäft übergeben zu haben“.
Führungsquartett mit mehr als 100 Jahren Hauserfahrung
In seiner neuen Rolle ist Daniel Sorge für 65 Mitarbeiter verantwortlich. Zu seinen Aufgaben zählen neben der kulinarischen Leitung nun auch die wirtschaftliche Steuerung der Hotelküche, die Personalentwicklung sowie Einstellungs- und Feedbackgespräche.
Unterstützt wird er neben Ruthardt von Küchendirektor Oliver Steffensky, der seit 34 Jahren im Bareiss arbeitet, sowie von Küchenchefin Linda Richter mit 21 Jahren Zugehörigkeit. Zusammengerechnet kommen die vier Führungskräfte auf 107 Jahre Erfahrung im Haus. „Das sind 107 Jahre geballte Erfahrung gastronomischer Höchstleistung in voller Bareiss-Exzellenz“, resümiert Ruthardt.
Kulinarische Weiterentwicklung
Wird es im als „Culinary Hotel of the Year“ ausgezeichneten Bareiss nun anders schmecken? Sorge antwortet darauf mit einem „zukunftsoffenen Nein“. Er verweist dabei auf einen früheren Führungswechsel: „Es hat auch beim Wechsel vom Vorgänger Paul Mertschuweit zu Oliver Ruthardt keinen Bruch, aber unter Ruthardt natürlich eine Weiterentwicklung gegeben in Bezug auf neue Erkenntnisse und verändertes Verhalten in Sachen Ernährung und Genießen.“
Diesen Weg wolle er fortsetzen. „Im Bareiss wohnt und isst man nicht mehr wie noch vor 15 oder 20 Jahren. Es gibt immer behutsame, wohnliche, gastronomische und andere Entwicklungen und Fortschritte, ohne dass das Hotel seine Identität je verliert“, so Sorge. Maßstab sei dabei immer eine „grundsolide, breit aufgestellte handwerkliche Kompetenz“.
Das kulinarische Angebot des Fünfsterne-Superior-Hotels umfasst nach eigenen Angaben über das Jahr hinweg rund 1.000 Gerichte, die stilistisch und ernährungstechnisch differenziert ausgearbeitet werden. Hinzu kämen täglich etwa 30 individuelle Änderungswünsche von Gästen, die die Küche berücksichtigt. red/sar