Wiederaufbau Nach Brand: Hotel Klosterbräu möchte wieder öffnen

Gastgeberfamilie Agnes Seyrling Alois Seyrling Baustelle
Die Gastgeberfamilie Agnes und Alois Seyrling treibt den Wiederaufbau des Hotel Klosterbräu in Seefeld voran. © Florian Lechner

Nur wenige Monate nach dem verheerenden Großbrand laufen die Wiederaufbauarbeiten im Hotel Klosterbräu auf Hochtouren. Das Traditionshaus soll noch 2026 wieder Gäste empfangen.

Am 13. April 2026 brach gegen 19:05 Uhr ein Brand im Dachstuhl des Hotel Klosterbräu in Seefeld,Tirol aus. Zum Zeitpunkt des Vorfalls war das Hotel wegen Umbauarbeiten bzw. einer saisonalen Betriebspause geschlossen. Der Brand führte zu einem Großeinsatz mit mehreren hundert Feuerwehrkräften – zeitweise waren bis zu rund 400 Einsatzkräfte vor Ort –, die teils über 14 Stunden hinweg gegen die Flammen kämpften. Am 14. April gegen 10:00 Uhr konnte die Feuerwehr „Brand aus“ melden.

Personen kamen bei dem Brand nicht zu Schaden. Die 97-jährige Senior-Chefin konnte aus dem Hotel evakuiert werden. Es entstand jedoch ein erheblicher Sachschaden. Durch das Feuer wurden ca. 35 Zimmer, ein Fitness- und ein Meetingraum, Gänge, Teile des Dachs und der PV-Anlage zerstört. Durch das Wasser im Zuge der Löscharbeiten wurden an die 20 Zimmer, ein Teil der Hotelhalle, Aufenthaltsbereiche, Teile der Restaurants, die Rezeption und der Kinderclub beschädigt.

Trotz des erheblichen Sachschadens konnte dank des heldenhaften Einsatzes der Feuerwehren der Großteil des Traditionshotels – das Haupthaus mit 50 Zimmern, die alten Gewölbe des ehemaligen Klosters, die Küche, der Wellnessbereich und der historische Weinkeller – gerettet werden.

Erhebungen abgeschlossen

Die nunmehr vorliegenden Erhebungen der Tiroler Landesstelle für Brandverhütung haben ergeben, dass der Brand mit Wahrscheinlichkeit im Zusammenhang mit Renovierungsarbeiten ausgebrochen ist, die im Hotel Klosterbräu im Gange waren. Detaillierte Erhebungen durch das Landeskriminalamt (LKA) und das Bundeskriminalamt (BKA) stehen noch aus und werden bis Ende Juni erwartet. Brandstiftung konnte ausgeschlossen werden.

Schaden geht in den Millionenbereich

Die Höhe des Schadens, der durch den Brand entstanden ist, kann derzeit noch nicht beziffert werden. Die laufenden Ermittlungen sowie aktuelle Einschätzungen von Sachverständigen, der Bauleitung und der Eigentümerfamilie Seyrling lassen eine genauere Eingrenzung voraussichtlich im Herbst 2026 zu. Nach derzeitigem Stand ist jedoch jedenfalls von einem Schaden im zweistelligen Millionenbereich auszugehen. „Wir stehen zur Abwicklung des Schadensfalls in Kontakt mit unseren Versicherungen, das notwendige Abrechnungsprozedere wird jedoch voraussichtlich noch bis Anfang bzw. Mitte nächsten Jahres dauern“, so Hotelbesitzer Alois Seyrling.

Brand Traditionshotel Klosterbräu Seefeld Tirol Baustelle
Über 150 Personen sind aktuell auf der Baustelle tätig, um den Zeitplan der Wiedereröffnung einzuhalten. - © Florian Lechner

Wiederaufbau bereits im Gange

Die durch den Brand notwendig gewordenen Abbrucharbeiten wurden zwischenzeitlich großteils abgeschlossen, womit der Wiederaufbau des Hotel Klosterbräu bereits beginnen konnte. Dieser ist in 17 Projekte unterteilt, die nach Dringlichkeit priorisiert werden.

Parallel dazu werden die bereits vor dem Schadensereignis geplanten Projekte weiterverfolgt, d.h. die Modernisierung und Erweiterung des Wellnessbereichs um ein Adult-Only-Spa, die Aufstockung des Hotels um 11 Zimmer, die Renovierung bestehender Zimmer sowie die Errichtung eines Naturbadeteichs. Trotz der aktuellen Herausforderungen wird das Pop-up-Restaurant „Phoenix“ im ehemaligen Bräukeller des Hotels bereits am 2. Juli 2026 eröffnet.

Die Wiedereröffnung des Hotel Klosterbräu soll am 1. Dezember 2026 erfolgen – eventuell mit weniger Zimmern als früher und ohne bestimmte Teilbereiche des Hotels, die in der „Frühlingspause“ im April/Mai 2027 im Zuge einer zweiten Baustufe fertiggestellt werden könnten. Die aktuelle Baustelle wird außerdem bestmöglich von der zum Dorf abgewandten Seite organisiert, womit Feste und Veranstaltungen in der Fußgängerzone wie geplant durchgeführt werden können und diese nicht beeinträchtigt wird.

Lösungen und Perspektiven für Mitarbeitende

Für die rund 150 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Hotel Klosterbräu konnten individuelle Einzellösungen gefunden werden. Ein Teil des Teams ist derzeit in der Administration eingebunden, einige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unterstützen bei den Aufräum- und Wiederaufbauarbeiten. Zudem konnten einige Mitarbeitende in Seefeld und der näheren Umgebung vermittelt werden, sodass sie weiterhin in den Mitarbeiterhäusern des Hotel Klosterbräu wohnen können.

Das Seefelder Traditionshaus zeigt sich zuversichtlich, zur Wiedereröffnung im Winter mit einem Großteil des Stammteams an den Start gehen zu können. Auch von Seiten der Gäste ist die Unterstützung außerordentlich groß: Aus aller Welt erreichten das Hotel zahlreiche Solidaritäts- und Unterstützungsbekundungen. red/ik