Strategie Dertour-CEO: „Wir haben einen Run auf die Marken“

Ingo Burmester CEO Detour Group Hotel Division
Als CEO der Hotel Division verantwortet Ingo Burmester die strategische Weiterentwicklung und das Wachstum des Hotelgeschäfts der Dertour Group. © Detour

Die Dertour Group will ihren Fokus verstärkt auf die eigenen Hotelmarken ­legen. CEO Ingo Burmester sprach mit ­Tophotel im Ananea Resort auf Kreta über Expansionspläne und die Strategie der Hotelsparte.

Ende 2025 verankerte die Dertour Group ihre Hotel- und Resort-Division mit einem eigenen Ressort im Executive Board. Im Gespräch erläutert Ingo Burmester, welche Rolle die Eigenmarken künftig spielen und wo weiteres Wachstum entstehen soll.

Tophotel: Herr Burmester, welche Ziele haben Sie sich für die Hotels und Resorts gesetzt?

Ingo Burmester: Wir sind derzeit mit rund 120 Hotels und Clubanlagen auf den drei Kontinenten Europa, Afrika und Asien vertreten. Diese Präsenz wollen wir in den kommenden Jahren deutlich ausbauen. Die Hotel Division hat sich dafür einen Zuwachs von etwa 60 Hotels bis 2030 zum Ziel gesetzt. Wachstum ist für uns dabei kein Selbstzweck: Unser klarer Anspruch ist, es mit hoher Qualität und exzellenter Gästezufriedenheit zu verbinden. Unsere Weiterempfehlungsquote liegt bei über 90 Prozent, der Net Promoter Score (NPS) bei über 70 Punkten. Dieses Niveau wollen wir halten und weiterentwickeln – auch bei zunehmender Skalierung.

Welche Vertragsarten geht Dertour beim ­Betrieb von Hotels ein?

72 unserer 120 Hotels sind Franchise-Betriebe, 35 Hotels sind gepachtet, acht stehen im Eigentum und fünf werden über Managementverträge geführt. 32 der Pachtbetriebe gehören zur DSR Hotel Holding und liegen damit in unseren erdgebundenen Destinationen in Deutschland, Österreich und Italien.

Welches Modell entwickelt sich am ­schnellsten?

Das Franchise-Modell wächst derzeit am dynamischsten. Ein Großteil unserer Ananea- und Sentido-Hotels wird im Franchise betrieben. Gleichzeitig erfordert dieses Modell eine besonders konsequente Steuerung von Konzept- und Qualitätsstandards. Wir arbeiten mit klar definierten Marken- und Betriebsvorgaben und verfolgen die Gästezufriedenheit sehr eng. Für jede Marke existieren umfassende Handbücher für alle Hotelbereiche – vom Gesamtkonzept über Frontoffice, Management, F&B-Einkauf, Spa, Sport bis zum Entertainment. Für den Gast ist genau definiert, welches Leistungsversprechen er erwarten kann und wie dieses umgesetzt wird.

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    Sentido zählt zu den stärksten Dertour-Eigenmarken – hier das Sentido Oblu Helengeli auf den Malediven.
    © Dieter Schweizer
    Sentido zählt zu den stärksten Dertour-Eigenmarken – hier das Sentido Oblu Helengeli auf den Malediven.
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    Bei Gästen aus Skandinavien ist das Playitas Aparthotel auf Fuerteventura beliebt.
    © Playitas Aparthotel
    Bei Gästen aus Skandinavien ist das Playitas Aparthotel auf Fuerteventura beliebt.
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    Neuzugang im Nordosten Kretas: Das Ananea Rocrita liegt direkt an einer Badebucht.
    © Dertour Group/Ananea Rocrita
    Neuzugang im Nordosten Kretas: Das Ananea Rocrita liegt direkt an einer Badebucht.
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    Natürliche Materialien und lokale Akzente prägen das Design im Ananea Rocrita.
    © Dertour Group/Ananea Rocrita
    Natürliche Materialien und lokale Akzente prägen das Design im Ananea Rocrita.
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    Die Swim-up-Zimmer bieten direkten Wassereinstieg von der eigenen Terrasse.
    © Heinz Troll Photography
    Die Swim-up-Zimmer bieten direkten Wassereinstieg von der eigenen Terrasse.

Unter welchen Voraussetzungen werden Sie Eigentümer?

Im Eigentum fokussieren wir uns auf erdgebundene Destinationen sowie auf Mittelstreckenziele, die in der Regel weniger volatil und risikoärmer sind. Dazu zählen unter anderem Deutschland, Österreich, Griechenland und Spanien. Weitere entscheidende Kriterien sind Lage, Zustand und strategische Ausrichtung der Immobilie sowie konkrete Marktchancen. 2022 haben wir beispielsweise die Marke Aldiana übernommen; heute sind die Standorte Andalusien, Fuerteventura, Kalabrien und Ampflwang in unserem Eigentum.

Wie hoch waren Durchschnittsrate, -auslastung und durchschnittliche Aufenthaltsdauer der Gäste Ihrer Hotels im Jahr 2025?

Wir veröffentlichen diese betriebswirtschaftlichen Detailkennzahlen grundsätzlich nicht. Aber sowohl wir als auch die Eigentümer sind mit der Auslastung und den Raten sehr zufrieden. Diese Zufriedenheit zeigt sich auch in der hohen Nachfrage nach unseren Eigenmarken. Wir haben einen regelrechten Run auf unsere Marken wie Sentido oder Ananea. Ein wesentlicher Erfolgsfaktor ist dabei unsere integrierte Wertschöpfungskette. Wir decken einen Großteil der Nachfrage durch unsere eigenen Reisebüros, über unsere Webseiten sowie über eng angebundene Partner-Reisebüros ab. Wir erreichen mit unseren eigenen Betrieben auch die mit Abstand höchste Gästezufriedenheit. Die gezielte Beratung zu unseren eigenen Produkten trägt nachweislich wesentlich dazu bei.

Wird das Gästeaufkommen 2026 höher oder niedriger ausfallen als 2025?

In der Hotellerie liegen wir bei den kumulierten Buchungen aktuell klar über dem Vorjahr – auch wenn es zwischenzeitlich einzelne Wochen mit einer schwächeren Entwicklung gab. Wir verzeichnen mehr Gäste als im Vorjahr, haben aber parallel dazu unsere Hotelkapazitäten weiter ausgebaut.

Woher stammen Ihre Gäste?

Wir bedienen 16 Quellmärkte mit unserem Veranstalter Dertour Group. Der mit Abstand wichtigste Markt für unsere eigene Hotellerie ist Deutschland, gefolgt von der Schweiz. Sehr dynamisch entwickelt sich zudem Osteuropa. In mehreren Ländern sind wir Marktführer – in Tschechien beispielsweise mit einem Veranstalter-Marktanteil von über 50 Prozent. Auch in weiteren osteuropäischen und in den nordischen Ländern spielen unsere eigenen Hotelmarken eine zunehmend zentrale Rolle.

„Playitas ist unser klar definiertes Sportkonzept, mit Trainingsqualität auf Spitzenniveau.“

Wo sehen Sie weitere Chancen für eine Saisonverlängerung?

Der Knackpunkt für die Saisonverlängerung sind stabile Flugverbindungen. Tunesien, Marokko, Ägypten und die Kanaren bleiben daher klassische Winterdestinationen, da sie ganzjährig gut angeflogen werden. Gleichzeitig sehen wir starkes Wachstum in der Türkei und auf Mallorca. Besonders Antalya entwickelt sich sehr positiv. Auf Mallorca gilt: Je näher ein Hotel am Flughafen liegt, desto mehr Geschäfte und Restaurants im Umfeld bleiben auch im Winter geöffnet und desto besser funktioniert das Ganzjahresgeschäft. Sportangebote, vor allem Radprogramme, tragen hier wesentlich zur Winterauslastung bei.

Welche Ihrer eigenen Marken ist die Cashcow?

Wir verzeichnen die höchste Kundennachfrage für Ananea, Sentido und Aldiana. Mit allen drei Marken planen wir ein starkes paralleles Wachstum. Viele Häuser dieser Marken sind in nachfragestarken Saisonzeiten bereits kurz nach Buchungsfreigabe ausgebucht. Für Aldiana suchen wir daher aktuell nach neuen Standorten, unter anderem in Griechenland und der Türkei.

Fehlt Ihnen noch eine Marke für ein bestimmtes Segment?

Zurzeit verfügen wir über ein sehr ausgewogenes Portfolio. Wir überprüfen dieses Portfolio jedoch regelmäßig und sehr bewusst. Ziel ist es, unser Angebot kontinuierlich an die sich verändernden Bedürfnisse von Gästen und Eigentümern anzupassen. Unsere Marken entwickeln wir weiter oder ergänzen sie nur dann, wenn dies strategisch sinnvoll ist und einen echten Mehrwert schafft. Dieser Prozess stellt sicher, dass jede Marke eine klare Rolle, Zielgruppe und Wachstumsperspektive hat.

Wird das Playitas Resort auf Fuerteventura ein Einzelobjekt bleiben oder halten Sie diese Marke für skalierbar?

Playitas ist unser klar definiertes Sportkonzept, das stark von der qualifizierten Beratung im Reisebüro, digitaler Information und professioneller Betreuung vor Ort abhängt. Es geht hier nicht um Infra­struktur wie einen 50-Meter-Pool, sondern um Trainingsqualität auf Spitzenniveau – inklusive qualifizierter Trainer und Kooperationen mit Top-Athleten. Besonders stark sprechen wir mit diesem Konzept heute Gäste aus Skandinavien an. Weil es so gut ankommt, haben wir inzwischen mehrere Anlagen im Portfolio, die den Zusatz „powered by Playitas“ tragen. Drei davon liegen in Europa und profitieren direkt von unserer sportlichen Expertise und dem starken Markenversprechen.

Weshalb sollte ein Gast ein Dertour-Hotel buchen?

Die Nachfrage nach verlässlicher Qualität und einem fairen Preis-Leistungs-Verhältnis steigt. Genau das können wir mit unserem breit aufgestellten Portfolio sehr gezielt bedienen – insbesondere im Rahmen unserer Pauschalreiseangebote. Als Veranstalter profitieren wir von Einkaufsvorteilen und gutem Timing, wodurch wir häufig deutlich attraktivere Konditionen anbieten können als beispielsweise die OTAs. Hinzu kommen die qualifizierte Beratung unserer Reisebüros und klar auf Zielgruppen zugeschnittene Hotelkonzepte.

Über Ingo Burmester

Nach seinem naturwissenschaftlich-technischen Studium und anschließender Promotion startete Ingo Burmester seine Karriere in der Beratung, bevor er im Jahr 2000 zur Tui-Gruppe wechselte und dort verschiedene Führungsaufgaben übernahm. Von 2011 bis 2017 war er als CEO der Robinson Club GmbH maßgeblich für das Wachstum und die strategische ­Entwicklung des Clubanbieters verantwortlich. Abschließend leitete er als Mitglied der Geschäftsleitung bei Thomas Cook das internationale Hotelgeschäft.

Seit 2019 ist er für die Dertour Group tätig, seit 2022 als Mitglied des Executive Boards. In dieser Zeit hat er den Ausbau der Hotel Division maßgeblich vorangetrieben. Unterstützt wird Ingo Burmester als CEO der Hotel Division heute von Sebastian Spratte (Finanzen), Christian Grage (Operations) und Frank Seedorff (Commercial).

Wie weit sind Ihre Pläne gediehen, innerhalb der Hotelsparte Synergien zu schaffen?

Wir sind auf einem sehr guten Weg. Ein vier­köpfiges Hotel-Board hat bereits Ende 2025 marken- und standortübergreifend die zentralen Steuerungsfunktionen für unsere Marken Aldiana, Ananea, Calimera, Playitas und Sentido ­übernommen. Der Bereich Operations wird alle Hotels zentral betreuen, während im Bereich Commercial Funktionen wie Brand Marketing, E-Commerce, Revenue Management und Vertrieb gebündelt werden. Ausgenommen davon ist die DSR Hotel Holding, an der wir die Mehrheit halten. Sie operiert weiterhin eigenständig von Hamburg aus.

Die Hotels der DSR Hotel Holding stehen bei Dertour für erdgebundenes Reisen. Was heißt das konkret?

Wir sprechen von erdgebundenem Reisen, wenn mindestens 70 Prozent der Gäste mit dem Auto oder dem Zug anreisen. Die DSR Hotel Holding bündelt damit die Kompetenz für erdgebundene Ferienhotellerie innerhalb der Gruppe und ergänzt das mittel- und langstreckenorientierte Portfolio der Hotel Division ideal.

Könnten Sie sich vorstellen, mit Marken aus dem erdgebundenen Portfolio, zum Beispiel A-Rosa, auf der Flugstrecke zu expandieren?

Aktuell ist diese Marke nicht für Flugdestinationen konzipiert, sondern hat einen erdgebundenen Fokus. Eine Ausweitung auf Flugdestinationen ist derzeit nicht vorgesehen.

Mitte August wird Philipp Czapierwski neuer CEO der DSR Hotel Holding. Welche Synergien zur Dertour Hotel Division bestehen bereits und welche weiteren könnten entstehen?

Beide Einheiten profitieren bereits heute von Synergien: Die DSR Hotel Holding ist strukturell in der Hotel Division verankert und Teil des gemeinsamen Hotelportfolios, wird jedoch eigenständig geführt. Gemeinsam genutzt werden unter anderem Stärken in Vertrieb, Marketing, Technologie und Prozesslösungen sowie der Zugang zu internationalen Quellmärkten. Ziel ist es, Expertise zu bündeln, Markenprofile zu bewahren und nachhaltiges, profitables Wachstum zu ermöglichen.

In diesem Jahr werden Sie acht Hotels eröffnen. Wo liegen diese?

Die drei neuen Sentido Hotels befinden sich auf Sardinien, in Antalya und Belek. Die Marke Calimera wird zwei Neuzugänge in Mahdia in Tunesien und in Alanya in der Türkei erhalten. Außerdem kommt Henri nach Garmisch-Partenkirchen, und Ananea startet neben Kreta auch noch in Alanya.

Ananea ist seit der Einführung im Jahr 2023 weltweit auf zwölf Hotels gewachsen. Was ist das Besondere an dem Konzept?

Wir haben Ananea selbst entwickelt und uns dabei konsequent auf die veränderten Reisebedürfnisse konzentriert. Die Marke Ananea steht für Entschleunigung, Authentizität und Erlebnisse im Einklang mit der Umgebung. Dass dieser Ansatz absolut zeitgemäß ist, hat auch der aktuelle Dertour Group Travel Report bestätigt. Aus über 8000 Einzelbefragungen zu Reisetrends in unseren 16 Quellmärkten ging hervor, dass sich die Menschen in der heutigen reizüberfluteten Welt nach Entschleunigung sehnen. Sie wünschen sich Orte, die schützend und beruhigend wirken und mehr Stimmigkeit und Natur statt Status vermitteln. Selbst hier im Ananea Rocrita auf Kreta, das mit 358 Zimmern vergleichsweise groß ist, gelingt es uns, genau dieses Gefühl zu vermitteln.

„Viele Gäste sorgen sich um steigende Kosten und um die geo­politische Lage, gefolgt von
Extremwetter.“

Was ist die übliche Größe?

Ein Ananea verfügt normalerweise über 80 bis 130 Zimmer, alle mit Balkon oder Terrasse, und bietet sowohl Bed & Breakfast als auch Halbpension. Ab etwa 130 Zimmern wird das Konzept als All ­Inclusive geführt.

Welche Gemeinsamkeiten haben alle Ananeas?

Der Name Ananea leitet sich vom griechischen Wort für Erneuerung, „ananeosis“, ab. Die Marke steht für Lifestyle-Hotels im Vier- bis Fünfsterne-Segment, in denen Gäste sich erholen, zur Ruhe kommen, entspannen und Neues entdecken können – im Einklang mit ihrer Umgebung. Alle Häuser greifen lokale Architektur und regionale Küche auf, verzichten bewusst auf Show und Glamour und setzen auf Community-Flächen.

Charakteristisch sind zudem der „Botanical Nook“ mit Kräutergarten, regionale Spa-Anwendungen und unsere Signature-Cocktails. Für jedes Haus entwickelt unser Chef-Barkeeper besondere Cocktails mit Produkten aus der Region; wir nennen sie UMI – Unique Memorial Identity. Auf Kreta werden für einen der Signature-Cocktails zum Beispiel Raki und Honig verwendet, für einen anderen Mastix, ein aromatisches, kristallisiertes Harz, das in Griechenland sehr beliebt ist. Eine weitere Besonderheit von Ananea ist der „Tree of Life“ als Ort der Ruhe. Hier auf Kreta beispielsweise finden unsere Gäste Ruhe und Entspannung unter einem über 300 Jahre alten Olivenbaum.

Ist Ananea ein Adults-only-Konzept?

Nein, je nach Ort und Konzept richtet es sich auch an Familien. Es gibt einen kostenfreien Kidsclub für Vier- bis Zwölfjährige. Kinder bis einschließlich elf Jahre reisen kostenfrei. Im Ananea Rocrita ist vor allem unser Wassererlebnis-Parcours „Ninja-Pool“ ein Highlight für Jugendliche.

Welche weiteren Erkenntnisse über das Reiseverhalten haben Sie durch Ihren Travel Report gewonnen?

Viele Gäste sorgen sich aktuell um stark steigende Kosten (74 %) und um die geopolitische Lage
(61 %), gefolgt von Extremwetter (47 %). Entsprechend haben wir unser Krisenmanagement konsequent ausgebaut. Ich bin überzeugt, dass wir hier zu den am besten aufgestellten Anbietern am Markt gehören – das hat sich unter anderem in der Golfregion gezeigt, wo wir sehr schnell reagieren konnten.

Wie hoch ist der Digitalisierungsgrad in Ihren Hotels, wie weit lassen sich Ferienhotels digitalisieren?

Wir fassen dieses Thema unter den Begriff „Tech and Touch“ zusammen. Das heißt, die Frage sollte vielmehr lauten: Wie viel Tech möchte der Gast, und wie viel persönliche Beratung und Betreuung sind wichtig? Entscheidend ist also nicht die maximale Digitalisierung, sondern das richtige Maß. Gäste können Buchungen digital anreichern, online einchecken oder über Apps kommunizieren. Gleichzeitig legen viele Wert auf persönliche Ansprache vor Ort.

Bei Ananea können Gäste zum Beispiel mit einem mobilen Concierge kommunizieren, der ihnen vor und während des Aufenthalts Informationen liefert. Auch wenn sie online eingecheckt haben, werden sie im Hotel natürlich persönlich empfangen. Unsere Umfrage zeigte aber auch: 76 Prozent der Reisenden wünschen sich im Urlaub bewusst eine digitale Auszeit – das war ein überraschend hoher Wert. Und nur sieben Prozent legen Wert darauf, dass der Ort Instagram-tauglich ist.

Swim-up-Zimmer scheinen derzeit der große Hit zu sein. Wie lässt sich dies mit ökologischen Grundsätzen vereinbaren?

Die Nachfrage ist hoch, entscheidend für uns ist die verantwortungsvolle Umsetzung. Wir setzen auf effiziente Wasser- und Filtersysteme und prüfen genau, wo solche Angebote ökologisch vertretbar sind. Unser Grundsatz lautet: Nur dort, wo es nachhaltig betrieben werden kann.

Wie ist es bei den Dertour-Hotels um ESG ­bestellt? Was sind hier die wichtigsten Maßnahmen?

Unser Fokus liegt auf Maßnahmen mit messbarem Effekt: Reduktion von Food Waste und Plastik, geringerer Energie- und Wasserverbrauch sowie lokale Projekte in den Destinationen. Wir verfolgen dabei einen pragmatischen Ansatz – nicht möglichst viel, sondern das, was tatsächlich wirkt. Ein zentraler Baustein sind dabei ­Nachhaltigkeitstrainings unserer Mitarbeitenden vor Ort.

Inwieweit haben die Auswirkungen der Unruhen im Nahen Osten zu Verschiebungen bei den Reisebuchungen geführt, und rechnen Sie in diesem Sommer mit einer Kerosinknappheit?

Die geopolitischen Entwicklungen führen ­aktuell zu einer Neujustierung der Nachfrage. Für Ägypten sehen wir einen deutlichen ­Buchungsrückgang, für Tunesien eine moderate Zurückhaltung. Gleichzeitig bleiben etablierte Destinationen wie Spanien oder Italien konstant stark nachgefragt. Die Langstrecke und die Türkei erholen sich schrittweise, während Alternativen wie unsere Aldiana Clubs in Österreich überproportional profitieren. Das zeigt die hohe Resilienz unseres diversifizierten Portfolios.

Wir beobachten die Situation rund um die Kerosinvorräte genau und stehen in engem Austausch mit unseren Airline-Partnern. Für die Sommerferien und den Herbst rechnen wir derzeit mit einer insgesamt stabilen Kapazität.

Über Dertour

Dertour Group: Die Reisesparte der Rewe Group mit Sitz in Köln zählt zu den führenden Reisekonzernen in Europa. In rund 200 Unternehmen beschäftigt sie weltweit etwa 15.000 Mitarbeitende. Zur Dertour Group zählen unter anderem die Veranstalter Dertour, ITS, Meiers Weltreisen, Kuoni, Helvetic Tours, ITS Coop Travel, Billa Reisen, Koning Aap, Apollo, Exim Tours und Fischer, rund 2000 Reisebüros (u. a. Dertour, Derpart, Kuoni, Exim, Fischer), verschiedene Hotelmarken sowie das Online-Reiseportal Prijsvrij Vakanties. Mit 71 Büros ist das konzerneigene Agenturnetzwerk zudem in 31 Reiseländern präsent.

Dertour Hotel Division: In der Hotel Division bündelt die Dertour Group ihr Hotelgeschäft, das heute mit zwölf Marken und rund 120 Häusern mit insgesamt 22.000 Zimmern in 15 Ländern vertreten ist. 2025 setzte die Hotel Division 600 Millionen Euro um und beschäftigte 5000 Mitarbeitende. Zum Markenportfolio für die Mittel- und Langstrecke zählen u.a. Sentido (44 Anlagen), Ananea (12), Calimera (12), Aldiana (9) und Playitas (1). Für erdgebundene Reisen der Dertour Group stehen die Marken der DSR Hotel Holding A-Rosa (11 Häuser), Aja (10), Henri (5), Urban Nature (2), Mira Hotels (2) sowie die beiden Einzelhotels Hotel Louis C. Jacob und Hotel Neptun.

>> Das Interview ist in der Tophotel Ausgabe 6/2026 erschienen

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