Bilanz Schörghuber legt im Geschäftsjahr 2025 zu

Trägt zur Performance der Arabella Hospitality bei: Das 2023 eröffnete Rosewood Munich.
Trägt zur Performance der Arabella Hospitality bei: Das 2023 eröffnete Rosewood Munich. © Jonathan Maloney

Die Münchner Unternehmensgruppe ist im vergangenen Jahr trotz schwieriger Marktlage gewachsen. Die Hotelsparte Arabella Hospitality startet zugleich ins White-Label-Geschäft.

Die Schörghuber Gruppe hat ihr Geschäftsjahr 2025 mit einem aggregierten Gesamtumsatz von 1,79 Milliarden Euro abgeschlossen. Bereinigt um Sondereffekte des Vorjahres – insbesondere den Verkauf des Münchner Wohnquartiers Welfengarten durch die Bayerische Hausbau Real Estate im Jahr 2024 – entspricht das laut Mitteilung des Unternehmens einer Steigerung um vier Prozent gegenüber dem Vorjahreswert von 1,72 Milliarden Euro.

Das Ebitda stieg ohne Sondereffekte um 1,9 Prozent auf 331,7 Millionen Euro. Die Bilanzsumme blieb mit 4,88 Milliarden Euro nahezu unverändert (Vorjahr: 4,91 Milliarden Euro), die Eigenkapitalquote lag mit 47,4 Prozent stabil auf hohem Niveau (Vorjahr: 48,7 Prozent).

„Dass wir trotz der anspruchsvollen Rahmenbedingungen wachsen, zeigt die Stärke und Substanz unseres Unternehmens – und bestätigt uns darin, auch in den kommenden Jahren konsequent in die Zukunft zu investieren“, sagt CEO Florian Schörghuber. „Wir denken langfristig. Genau deshalb investieren wir auch dann, wenn andere bremsen“, ergänzt der Geschäftsführer. Mit 210,7 Millionen Euro lag das Investitionsvolumen 2025 annähernd auf dem hohen Niveau von 2024 (217,5 Mio. EUR).

Arabella Hospitality startet White-Label-Geschäft

Nach Jahren umfangreicher Investitionen in den eigenen Immobilienbestand in Österreich und auf Mallorca richtet die Schörghuber-Tochter Arabella Hospitality ihren Fokus wieder klar auf Wachstum. Laut Unternehmensangaben konnte die Hotelgruppe ihren Umsatz trotz Abgängen im Portfolio auf Vorjahresniveau halten. Auf vergleichbarer Fläche (Like for Like) ergab sich sogar ein Plus von 6,4 Prozent.

Einen strategischen Schritt setzt Arabella mit der Unterzeichnung ihres ersten Managementvertrags auf Ibiza. Damit steige die Hotelgruppe, so das Unternehmen, „gestützt auf über 50 Jahre Marktexpertise – in das White-Label-Operator-Management-Geschäft in Europa ein“. Ziel sei die weitere Expansion in den führenden europäischen Leisure-Märkten mit prioritärem Fokus auf Spanien und Italien.

Die Hotelaktivitäten ergänzen die übrigen vier Geschäftsfelder der Gruppe – Development, Real Estate, Getränke und Seafood –, mit denen sich Schörghuber „breit gegen Risiken einzelner Branchen gewappnet“ sieht.

Paulaner und Ventisqueros treiben das internationale Geschäft

Größter Wachstumstreiber war im Geschäftsjahr 2025 die Paulaner Brauerei Gruppe, die als Joint Venture mit Heineken geführt und mit einem Anteil von 70 Prozent at equity konsolidiert wird. Trotz eines in Deutschland wie auch international rückläufigen Biermarktes legte die Brauereigruppe beim Umsatz um rund sieben Prozent zu. Für 2026 plant Paulaner den Markteintritt seines wachstumsstärksten Produktes „Paulaner Spezi“ in Italien, Frankreich, Spanien und der Schweiz.

"Wir glauben unverändert an die Attraktivität des Wirtschaftsstandorts Deutschland."

Florian Schörghuber, CEO Schörghuber Gruppe

Auch der Bereich Seafood trug zum internationalen Wachstum bei. Die chilenische Lachszucht Ventisqueros steigerte ihren Umsatz um rund neun Prozent. Belastend wirkten sich allerdings „Mehraufwendungen infolge der US-Zollpolitik“ aus, die das Ergebnis der gesamten Schörghuber Gruppe „im zweistelligen Millionenbereich beeinträchtigten“.

Einen weiteren strategischen Schritt setzte die Bayerische Hausbau Real Estate mit dem 2025 eingeleiteten und Anfang 2026 abgeschlossenen Erwerb eines Gewerbeobjekts in London. Verhaltener entwickelte sich das deutsche Projektentwicklungsgeschäft: Die Bayerische Hausbau Development verzeichnete angesichts der schwierigen Marktbedingungen sowohl beim Umsatz als auch beim Ertrag Rückgänge, was sich nach eigenen Angaben im Gesamtergebnis der Gruppe maßgeblich niedergeschlagen hat.

„Next Germany“ als politische Botschaft

Ungeachtet der Expansionen bleibe der deutsche Heimatmarkt im Fokus der Schörghuber Gruppe und damit auch jener Markt, in dem sie am stärksten investiert. CEO Florian Schörghuber verbindet dieses Bekenntnis mit einem Appell an die Politik: „Wir glauben unverändert an die Attraktivität des Wirtschaftsstandorts Deutschland. Sonst würden wir hier nicht weiter investieren.“

Es brauche jedoch, so Schörghuber, eine Aufbruchsstimmung und einen Schulterschluss zwischen Politik und Wirtschaft: „Als familiengeführtes mittelständisches Unternehmen werden wir unseren Beitrag leisten, dass Deutschland wieder ein Land für Macherinnen und Macher wird, ein Land, in dem Menschen mit Mut und Ideen Zukunft gestalten. Wir wollen Teil eines ökonomischen Next Germany sein. Die Rahmenbedingungen muss die Politik liefern. Wir stehen als Partner bereit.“ red/sar