Hidden Hospitality Lieblingsplatz Hotels: Hotellerie mit neuen Spielregeln

Das Lieblingsplatz Hotel Surf Rescue Club an der Grömitzer Strandpromenade kombiniert lässiges Lifestyle-Gefühl mit direktem Meerblick.
Das Lieblingsplatz Hotel Surf Rescue Club an der Grömitzer Strandpromenade kombiniert lässiges Lifestyle-Gefühl mit direktem Meerblick. © Daniel Alexander Karl

Kleine nationale Hotelgruppen bleiben oft im Hintergrund, während große Ketten im Rampenlicht stehen. Unsere Serie stellt erfolgreiche Konzepte in der Privathotellerie vor. Dieses Mal: die Lieblingsplatz Hotels.

Mit einem neuen Expansionsprogramm setzen die Lieblingsplatz Hotels auf Partnerschaften: Seit 2013 am Markt, soll sich die Marke nun noch dynamischer weiterentwickeln. Gegründet wurde sie von Niels Battenfeld mit der Eröffnung des Lieblingsplatz Strandhotels in Sankt Peter-Ording (SPO). Der 50-jährige gebürtige Küstenbewohner und Familienvater hatte nach einer klassischen Hotelausbildung und verschiedenen Stationen in der Branche, darunter Marriott, die SV-Group oder A-Rosa, seine Liebe für die Resort-Hotellerie entdeckt. Seither verfolgt er das Ziel, Privathotels zu besonderen Urlaubsorten zu machen, sie neu zu denken und zukunftsfähig aufzustellen.

Partnerschaft statt starren Systems

Seine Formel lautet: die Verbindung von innovativen Konzepten, Digitalisierung und Effizienz mit echter Gastfreundschaft. Unterstützt wird Battenfeld von einem norddeutschen Family Office, das als langfristig orientierter Partner im Hintergrund agiert. Die Gruppe konzentriert sich in erster Linie auf die Revitalisierung bestehender Privathotels. Dabei ist sie teilweise Immobilieneigentümerin und Betreiberin, bei anderen Pächterin. Oder sie arbeitet im Partnermodell mit Hoteliers zusammen, die neue, tragfähige Betriebsstrukturen suchen. Das Partnermodell richtet sich auch an Gründerinnen und Gründer, die sich selbstständig machen wollen, sowie an Investoren.

Niels Battenfeld, CEO Lieblingsplatz Hotels.
Niels Battenfeld, CEO Lieblingsplatz Hotels. - © Fischkopp Films GmbH/Markus Höfemann

Der jeweilige Partner bleibt dabei operativer Betreiber des Hauses, während Lieblingsplatz als System- und Konzeptgeber agiert. Im Unterschied zu klassischen Franchise-Systemen setzt das Modell auf größere unternehmerische Freiheit und geringere Einstiegshürden. „Wir gestalten Hotellerie mit neuen Spielregeln – mutig, digital, nachhaltig und immer mit Herz“, so Niels Battenfeld. Hinter den Kulissen der Hotels werden Verwaltungs- und Guest-Journey-Prozesse digitalisiert sowie neue Technologien wie Küchenrobotik eingesetzt.

Die eigenen Häuser dienen dabei als Labore: Hier werden Dinge erprobt, bevor erfolgreiche Lösungen in Partnerbetrieben ausgerollt werden. „Wir haben sämtliche Tools, Anbieter und Softwares getestet – was funktioniert, bleibt“, untermauert der CEO seine Strategie. Die Hauptverwaltung der Gruppe erbringt alle zentralen Leistungen für die Hotels der Marke, wie Personalmanagement, Buchhaltung und Controlling, System- und Prozess-Setup, Academy und Schulungen, Operations, Vertrieb, Revenue Management, Marketing sowie Innovations- und Business-Development-Themen. Zunehmend kommen KI-gestützte Gästeservices zum Einsatz.

Blaupause für die neue Generation

Neue Wege geht die Gruppe auch bei der baulichen Optimierung. Im Winter 2026 soll die nachhaltige Neugestaltung des Hotels in Sankt Peter-Ording starten. Das Konzept entstand in ­Zusammenarbeit mit dem Architekturbüro Lecke & Partner in Münster. Es kombiniert modulares ­wirtschaftliches Bauen in der Nebensaison mit hohem Vorfertigungsgrad, nachhaltigen Materialien und modernster Technik. Mit der Fertigstellung wird im Frühjahr 2027 gerechnet.

Der neue Lieblingsplatz SPO ist digital durchdacht, bietet wohnliche Community-Flächen und setzt auf eine starke regionale Verankerung. Damit soll das Haus in Sankt Peter-Ording die Blaupause für die Zukunft sein: ein Hotel, in dem Architektur, Nachhaltigkeit und Digitalisierung ineinandergreifen – ohne dabei die menschliche Wärme aus den Augen zu verlieren. „Ziel ist es, zu zeigen, dass nachhaltiges Bauen auch in der Hotellerie wirtschaftlich machbar ist“, ist Niels Battenfeld überzeugt.

Derzeit zählt die Gruppe insgesamt acht Hotels, die meisten davon liegen in touristisch etablierten Regionen Schleswig-Holsteins und Niedersachsens, eines in Bayern und eines in Österreich. Bis 2028 soll die Marke auf rund 50 Häuser wachsen, überwiegend über das Partnermodell. Erst Ende Dezember 2025 hatte sich mit dem Ammersee Hotel ein Privathotel aus Bayern mit traditionsreicher Eigentümerfamilie bewusst für dieses Modell entschieden. Der Fokus der Expansion liegt auf dem DACH-Raum. Zielgruppe der Lieblingsplatz Hotels sind Leisure-orientierte Gäste, die aktiv oder Erholung suchend sind, unkomplizierten Komfort schätzen und Wert auf authentische Erlebnisse legen. Die Gästestruktur ist bewusst nicht nach Alter oder Einkommen definiert, sondern orientiert sich an Mindset und Interessen.

Über Lieblingsplatz Hotels

  • Gründungsjahr: 2013
  • CEO: Niels Battenfeld
  • Unternehmenssitz: Sankt Peter-Ording
  • Hotels:
    Lieblingsplatz Strandhotel (40 ­Zimmer);
    Lieblingsplatz Hotel Surf Rescue Club
    (29 Zimmer);
    Lieblingsplatz Hotel Seedeich (24 Zimmer); Lieblingsplatz Hotel Wannerhus (23 Zimmer); Lieblingsplatz Hotel Strandperle (11 Zimmer);
    Meinsbur Boutique Hotel (14 Zimmer);
    Ammersee Hotel (40 Zimmer);
    Lieblingsplatz Hotel Tirolerhof (39 Zimmer)
  • Vertragsarten: Eigentum, Pacht, Partnerschaft
  • Erwarteter Umsatz 2026: 25 Millionen Euro
  • Durchschnittliche Zimmerauslastung 2025: 74 Prozent
  • Durchschnittsrate net-net 2025: 115 Euro
  • Mitarbeitende: 220
  • Gesuchte Objekte: Hotels von etwa 50 bis 120 Zimmern sowie einem jährlichen Netto-Logisumsatz ab circa 1,4 Millionen Euro in touristisch attraktiven Regionen oder Städten mit stabiler touristischer Nachfrage. Auch alternative Unterkunftsformen wie zum Beispiel Ferienanlagen oder Tiny-House-Konzepte kommen als Partner in Frage.