Immobilien Europas Hotelmarkt knackt 27-Milliarden-Marke

Verbesserte Hotelperformance, Verlagerung der Investoren hin zu „Sheds and Beds” sowie günstigere Kreditbedingungen sorgen für Aufschwung im europäischen Hotelinvestmentmarkt.
Verbesserte Hotelperformance, Verlagerung der Investoren hin zu „Sheds and Beds” sowie günstigere Kreditbedingungen sorgen für Aufschwung im europäischen Hotelinvestmentmarkt. © Johannes – stock.adobe.com (KI-generiert)

Der europäische Hotelinvestmentmarkt hat 2025 laut Cushman & Wakefield das stärkste Ergebnis seit sechs Jahren erzielt. Wo sich Deutschland einreiht.

Das Investorenvertrauen kehrt in den Hotelmarkt zurück. Das Transaktionsvolumen auf dem europäischen Hotelinvestmentmarkt erreichte 2025 – laut vorläufigen Analysen von Cushman & Wakefield – mehr als 27 Milliarden Euro und umfasste dabei mehr als 1.050 Hotels mit insgesamt 133.400 Zimmern. Gegenüber 2024 entspricht das einem Plus von 23 Prozent; der Zehnjahresdurchschnitt wird um 28 Prozent übertroffen. Nur das Vorkrisenjahr 2019 lag mit 30,6 Milliarden Euro noch darüber.

Großbritannien führt, Spanien holt auf

Drei Märkte vereinten laut Cushman & Wakefield knapp die Hälfte des gesamteuropäischen Volumens auf sich: Großbritannien kam auf 5,69 Milliarden Euro, Spanien auf 4,24 Milliarden Euro und Frankreich auf 3,46 Milliarden Euro. Zusammen ergibt das 13,4 Milliarden Euro – sechs Prozent mehr als im Vorjahr.

Den in absoluten Zahlen größten Sprung machte Spanien mit einem Zuwachs von 1,4 Milliarden Euro beziehungsweise 52 Prozent. Noch dynamischer – gemessen am relativen Wachstum – entwickelten sich einige kleinere Märkte: Dänemark verzeichnete ein relatives Plus von 660 Prozent und erreichte mit 831 Millionen Euro Platz acht im europäischen Ranking. Die Tschechische Republik legte um 425 Prozent auf 764 Millionen Euro zu (Platz sieben), und Irland steigerte sein Volumen um 116 Prozent auf 1,92 Milliarden Euro, womit das Land auf Rang sechs vorrückte.

Deutschland knapp vor Irland

Deutschland belegte 2025 laut Cushman & Wakefield den fünften Platz mit einem Transaktionsvolumen von 1,95 Milliarden Euro. Das entspricht einem Anstieg von rund 50 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Vorsprung auf das sechstplatzierte Irland beträgt allerdings nur 30 Millionen Euro.

6 wichtige Portfoliodeals aus 2025

Mehrere großvolumige Portfoliotransaktionen trugen wesentlich zum Gesamtergebnis bei. Zu den wichtigsten zählten laut Cushman & Wakefield:

  • Der Erwerb von 28 Hotels in Skandinavien durch Capman Real Estate von Midstar im ersten Quartal
  • Die Übernahme des zehn Hotels umfassenden Suncani-Hvar-Portfolios durch Eagle Hills von der CPI Property Group für 220 Millionen Euro, ebenfalls im ersten Quartal
  • Der Kauf des Generator-Hostels-Portfolios durch Brookfield von Queensgate Investments für 776 Millionen Euro im zweiten Quartal
  • Die Übernahme des Easy-Hotel-Portfolios durch Tristan Capital Partners für mehr als 400 Millionen Euro im zweiten Quartal
  • Der Erwerb des Mare-Nostrum-Portfolios durch Spring Hoteles für 430 Millionen Euro, ebenfalls im zweiten Quartal
  • Die gemeinsame Übernahme des Dalata-Portfolios durch Pandox und Eiendomsspar im vierten Quartal

Daneben gab es auch bei Einzelobjekten wichtige Transaktionen. Dazu zählten der Verkauf des Hilton Prague Atrium, des Pullman Paris Montparnasse und des Holiday Inn London Kensington High Street sowie der Erwerb eines über 66-prozentigen Anteils am Four Seasons Astir Palace Hotel in Athen. Den verbleibenden Anteil von knapp 34 Prozent hatte derselbe Käufer bereits 2024 übernommen.

Anhaltender Aufwärtstrend?

Frederic Le Fichoux, Head of Hotel Transactions EMEA bei Cushman & Wakefield, sieht mehrere Treiber hinter der Marktentwicklung: verbesserte operative Ergebnisse in den meisten europäischen Märkten – vor allem in Ost- und Südeuropa –, die strategische Hinwendung institutioneller Investoren zu Logistik- und Hotelimmobilien („Sheds and Beds“) sowie ein günstigeres Finanzierungsumfeld. „Obwohl die makroökonomischen Bedingungen weiterhin komplex sind, gehen wir davon aus, dass sich diese positive Dynamik im Jahr 2026 fortsetzen wird“, so Le Fichoux.

Eine im März erscheinende Investorenumfrage des Unternehmens deute darauf hin, dass die Mehrheit der Anleger in den kommenden Monaten mehr Kapital in den Hotelsektor lenken wolle. „Wir beobachten eine breite Palette von Käufertypen, von Value-Add- und Eigentümer-Betreibern bis hin zu einer zunehmenden Rückkehr von Core-Kapital, und gehen davon aus, dass diese Vielfalt der Kapitalquellen die Dynamik über das Jahr hinweg aufrechterhalten wird“, ergänzt der Immobilienexperte. red/sar

Über Cushman & Wakefield

Cushman & Wakefield zählt zu den führenden globalen Immobiliendienstleistern und bietet Unternehmen und Investoren mit rund 53.000 Mitarbeitenden in mehr als 350 Niederlassungen und knapp 60 Ländern Services rund um ihre Immobilien-Belange. In Deutschland ist das Unternehmen mit Niederlassungen in Berlin, Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg, Köln und München vertreten. Im Jahr 2025 betrug der weltweite Umsatz des Unternehmens 10,3 Milliarden US-Dollar in seinen Kerngeschäftsbereichen Services, Leasing, Capital Markets sowie Valuation und andere.