Ehemalige Lehrlinge des Luxushotels in Telfs werfen Vorgesetzten in der Küche Belästigungen und Erniedrigungen vor. Das Hotel hat inzwischen personelle Konsequenzen gezogen.
Gegen Mitarbeiter aus der Küche des Interalpen Hotels Tyrol stehen schwere Vorwürfe im Raum. Ehemalige Auszubildende des Fünfsterne-Superior-Hauses berichten gegenüber dem Magazin Dossier von sexueller Belästigung, körperlicher Gewalt und rassistischen Beleidigungen durch Vorgesetzte. Im Zentrum der Anschuldigungen stehen vier Männer aus dem Küchenbereich – darunter der vielfach ausgezeichnete Küchenchef Mario Döring.
Hotel trennt sich von vier Führungskräften
In einer Stellungnahme gegenüber Tophotel betonte die Geschäftsführung des Luxushotels, die Vorwürfe sehr ernst genommen zu haben. Nach Bekanntwerden der Anschuldigungen habe man umfangreiche interne Untersuchungen durchgeführt. Diese hätten zu disziplinarischen Maßnahmen geführt: Die Arbeitsverhältnisse mit vier Führungspersonen des Küchenpersonals seien beendet worden.
Im Fall von Küchenchef Mario Döring differenziert das Hotel. Die gegen ihn vorgebrachten Vorwürfe wegen sexueller Belästigung könnten laut der internen Aufarbeitung „zurückgewiesen werden“. Zugleich räumte die Geschäftsführung – Karl Brüggemann und Martin Rotter – ein, dass Döring seiner Führungsverantwortung „nicht zu jeder Zeit vollumfänglich nachgekommen“ sei. Beide Seiten befänden sich hierzu „im engen Austausch“.
Auszeichnungen zurückgegeben
Als weitere Konsequenz hat das Interalpen Hotel nach eigenen Angaben das Prädikat „Ausgezeichneter Lehrbetrieb“ in Rücksprache mit der Arbeiterkammer Tirol zurückgegeben. Eine zusätzliche Auszeichnung sei von der Hotel-Website entfernt worden. Diese Schritte sollen „ein Zeichen setzen, dass sämtliche Vorfälle von Machtmissbrauch, Beleidigung oder Belästigung am Arbeitsplatz verurteilt und gemaßregelt werden und nicht dem Selbstverständnis des Interalpen Hotels Tyrol als vertrauensvoller Arbeitgeber entsprechen“, wie es im Statement heißt.
Bereits Ende vergangenen Jahres habe sich die Geschäftsführung mit Vertreterinnen und Vertretern der Lehrlingsstelle der Arbeiterkammer und der Wirtschaftskammer Tirols sowie mit der Gleichbehandlungsanwaltschaft ausgetauscht. Dabei sei es auch um präventive Maßnahmen gegangen, die vergleichbare Vorfälle künftig verhindern sollen. Unter anderem organisiere das Hotel ein Teamcoaching für das Küchenpersonal, um die Geschehnisse aufzuarbeiten. In der Stellungnahme betonte die Geschäftsführung abschließend, jede Form von sexueller Belästigung, Diskriminierung und Machtmissbrauch sei inakzeptabel und werde nicht toleriert. Man verurteile die Vorfälle „aufs Schärfste“. red/sar