Neun Monate Bauzeit, 33 Zimmer und ein neuer Wellnessbereich: In Balderschwang hat eine 100 Jahre alte Unterkunft als modernes Hotel wieder geöffnet.
Die ehemalige Skihütte „Boden Balderschwang“, 1920 errichtet, galt über Jahrzehnte als beliebter Anlaufpunkt für Wanderer, Skifahrer und Tagesgäste. Zuletzt machte sich laut dem Betreiber jedoch das Alter des Gebäudes bemerkbar: Vor allem bei schlechtem Wetter und in den Zwischensaisons sei es zunehmend schwieriger geworden, Gäste zu halten – die Einrichtung sei schlicht zu rustikal gewesen.
Eine rein baulich-energetische Sanierung hätte nach Einschätzung von Inhaber Matthias Lenz nicht ausgereicht, um das Haus ganzjährig auszulasten. „Rund um unser Haus gibt es nichts als Natur und einen freien Blick ins Alpenpanorama – das ideale Setting für entspannte private Auszeiten und genauso für produktive Business-Meetings. Beides konnten wir in unserer bisherigen Berghütte kaum bedienen“, so Lenz. Deshalb entwickelte das Team ein neues Nutzungskonzept, das neben Aktivurlaubern auch Wellnessgäste und Firmenkunden ansprechen soll.
Alles neu in der 100 Jahre alten Skihütte
Nach einem neunmonatigen Umbau verfügt das Berghotel Wald & Wiesn über 33 Zimmer und Suiten, jeweils mit eigenem Balkon. Ein neuer Wellnessbereich umfasst zwei Saunen, einen Ruhebereich, einen Garten sowie einen überdachten, ganzjährig beheizten Whirlpool im Freien.
Für Geschäftskunden steht ein 135 Quadratmeter großer Tagungsraum mit Veranstaltungstechnik und Panorama-Fensterfront zur Verfügung. Der Raum lässt sich flexibel in drei Segmente aufteilen und bietet Platz für bis zu 80 Personen in verschiedenen Bestuhlungsvarianten.
Auch für Sportbegeisterte soll das Hotel attraktiv bleiben: Im Sommer liegt es zentral im regionalen Wanderwegenetz und dient als Ausgangspunkt für Fahrradtouren. Im Winter befindet sich die Familienabfahrt des Skigebiets Balderschwang nur wenige Meter entfernt.
Nachhaltiges Bau- und Finanzierungskonzept
Die Modernisierung erfolgte laut Matthias Lenz im Rahmen eines nachhaltigen Bau- und Energiekonzepts. Zum Einsatz kamen demnach regionale Baustoffe, geothermische Heiztechnik, Photovoltaik sowie eine umfassende energetische Sanierung. Die Finanzierung wurde durch Förderprogramme der KfW und der LfA Förderbank Bayern unterstützt, wodurch nach Angaben des Hauses vollständig auf externe Investoren verzichtet werden konnte.
Regionale Küche mit Erlebnisformaten
Mit Stefan Hartmann als Hoteldirektor und Fabian Hartmann als Küchenchef setzt das Haus auf Allgäuer Gastlichkeit und regionale Kulinarik. Hartmann vereine in seiner Küche regionale und saisonale Zutaten, ergänzt durch moderne Menüansätze. Für Tagungskunden werden zusätzliche Erlebnisformate angeboten, darunter Meal-Sharing-Events sowie Fondue- und Käsespätzle-Abende.
Inhaber Matthias Lenz zeigt sich überzeugt vom neuen Konzept: "Wir haben neun Monate lang alles gegeben, damit unser Haus endlich sein volles Potential entfalten kann." Mit der Kombination aus Lage, Aktivangeboten, Wellness und Tagungsmöglichkeiten sei ein "einzigartiger Rückzugsort" entstanden. red/sar