Industrietalk "Diese Flexibilität ist ein Vorteil"

Konstantin Winkler Geschäftsführer Bädertec Porträt
Konstantin Winkler ist Geschäftsführer von Bädertec und ausgebildeter Installateur- und Heizungsbaumeister mit langjähriger Branchenerfahrung. © Bädertec

Ein modernes Badezimmer im Hotel muss heute Design, Funktion und Nachhaltigkeit vereinen. Im Gespräch erläutert Konstantin Winkler, Geschäftsführer von Bädertec, worauf es bei Sanierungen im laufenden Hotelbetrieb ankommt.

Hotel+Technik: Herr Winkler, Bädertec ist seit mehr als 30 Jahren auf Hotelbadsanierungen spezialisiert. Wie kam es zu dieser Fokussierung?

Konstantin Winkler: Hotelbäder stellen in vielerlei Hinsicht besondere Anforderungen, technisch wie organisatorisch. Für Hoteliers sind Zuverlässigkeit, Zeitmanagement und Qualität entscheidend, jedes nicht vermietbare Zimmer bedeutet Umsatzverlust. Uns hat fasziniert, wie man diesen Erwartungen gerecht werden kann, ohne die Abläufe im Hotelbetrieb zu stören. Früher arbeiteten in der Regel verschiedene Gewerke unabhängig voneinander, was häufig zu Verzögerungen führte. Wir wollten diesen Prozess vereinfachen und ein Konzept entwickeln, das Planung, Ausführung und Qualitätssicherung bündelt. Daraus entstand die Idee des schlüsselfertigen Hotelbades und später unser Slogan „Elf Hotelbäder in elf Tagen schlüsselfertig sanieren“.

Diese schlüsselfertigen Bäder bieten Sie in konventioneller Bauweise an. Worin liegen die Vorteile dieses Ansatzes?

Das Konzept beruht darauf, dass alle Leistungen aus einer Hand kommen. Für die Betreiber bedeutet das: ein zentraler Ansprechpartner, klare Abläufe, feste Termine und eine transparente Kostenstruktur. Durch die konventionelle Bauweise können wir individuell planen und auf die Gegebenheiten jedes Hauses eingehen. Diese Flexibilität ist gerade bei Umbauten in Bestandsgebäuden ein Vorteil.

Können Sie aktuelle Projekte nennen und welche Herausforderungen sie mit sich brachten?

Ein Beispiel ist die Teilsanierung der mehr als 250 Bäder im Wangerland Resort in Norddeutschland. Die größte Herausforderung waren Logistik und Zeitplanung, damit der laufende Betrieb ungestört weitergehen konnte. In mehreren Hotels im Harz – etwa im Relexa Hotel in Braunlage oder im Hotel Am Kranichsee in Goslar – bestand die Herausforderung darin, auf begrenztem Raum funktionale, aber gleichzeitig ansprechende Bäder zu gestalten.

Wie lassen sich Umbauten organisieren, sodass Gäste möglichst wenig davon mitbekommen?

Das gelingt nur mit einer gründlichen Vorbereitung. Zu Beginn steht immer eine detaillierte Bestandsaufnahme, gefolgt von einem Ablaufplan, der auf Belegung und Betriebslogistik abgestimmt ist. Wir arbeiten in klar definierten Bauabschnitten und achten darauf, dass rund um die Baustelle möglichst wenig Staub und Lärm entstehen.

Kommen wir zu den Trends: Wie wird das Hotelbad der Zukunft aussehen?

Das Bad ist längst kein rein funktionaler Raum mehr, sondern ein zentraler Bestandteil des Gästeerlebnisses. Klare Linien, natürliche Materialien und eine stimmungsvolle Beleuchtung sind gefragt. Parallel rückt die Nachhaltigkeit stärker in den Fokus: Wassersparende Armaturen, langlebige Oberflächen, fugenarme Lösungen und recycelbare Materialien gewinnen an Bedeutung. Auch eine barrierearme Gestaltung und smarte Technik, etwa zur Temperatur- oder Verbrauchsregelung, fragen unsere Kunden immer häufiger nach. Kurzum: Design, Funktion und Umweltbewusstsein müssen in Einklang gebracht werden.

Apropos smarte Technik: Welche Entwicklungen erwarten Sie hier in den nächsten Jahren?

Digitale Systeme, etwa zur Wasserüberwachung oder Energieoptimierung, werden immer wichtiger. Intelligente Wassermanagement-Lösungen können frühzeitig Leckagen erkennen und den Verbrauch automatisch regulieren. Auch in der Wartung sehen wir Potenzial, zum Beispiel durch digitale Dokumentation und vernetzte Serviceprozesse. Zudem gewinnen modulare Systeme bei Neubauten oder Großanlagen an Bedeutung, wo sie Zeitvorteile bringen. Dennoch bleibt die konventionelle Bauweise für viele Hotels die bevorzugte Lösung – vor allem dann, wenn individuelle Planung, handwerkliche Präzision und eine maßgeschneiderte Gestaltung gefragt sind.

Welche Tipps geben Sie Hoteliers, die gerade eine Sanierung ihrer Bäder planen?

Sie sollten möglichst früh festlegen, was ihre Ziele sind: Soll das Bad lediglich modernisiert oder vollständig neu gestaltet werden? Geht es vorrangig um Energieeffizienz, Design oder Barrierefreiheit? Je früher strukturiert geplant wird, desto reibungsloser läuft die Umsetzung. Es lohnt sich, Bauabläufe, Materiallogistik und die Auswahl der Produkte schon in der Konzeptphase zu berücksichtigen. Qualität zahlt sich immer aus. Wer in langlebige Materialien, gute Handwerksarbeit und funktionale Details investiert, profitiert langfristig. Eine Badsanierung ist immer auch eine Investition in das Image und den Wert des gesamten Hauses.

Zur Person

Konstantin Winkler ist Geschäftsführer der Bädertec Gesellschaft für schlüsselfertige Sanitärbäder. Als ausgebildeter Anlagenmechaniker sowie Installateur- und Heizungsbaumeister kennt er das Handwerk von Grund auf. Berufliche Stationen führten ihn zu Stieglitz, Swb, Johann Osmers, Renke Gebäudetechnik und Doden Armaturen. Seit 2019 leitet er die Firma Ihr Installateur, seit 2025 zusätzlich Bädertec.