Schlafkomfort Schlafkonzept: Raum für Ruhe

Schlafkonzept Hotel Schlaf Bett
Ein überzeugendes Schlaferlebnis entsteht erst durch ein stimmiges Gesamtkonzept – von einwandfreier Betthygiene über kreative Schlafideen bis zur optimalen Raumtemperatur. © oatawa - adobe.stock.com

Guter Schlaf bleibt das entscheidende Versprechen jedes Hotels – doch eine Premium-Matratze und ein Kissenmenü reichen längst nicht mehr. Wer heute überzeugen will, benötigt ein durchdachtes Gesamtkonzept.

Erholsame Nächte sind für Hotels längst mehr als ein Selbstläufer. Wie ein ganzheitliches Schlafkonzept heute aussieht, zeigt sich im Zusammenspiel von Hygiene, Raumklima, Serviceangeboten und gezielter Weiterbildung.

Hygiene ist Pflicht

Wenn Gäste ein Hotel bewerten, steht ein Kriterium meist ganz oben: Sauberkeit. Besonders der Bereich Bettenhygiene gilt jedoch als potenzielle Schwachstelle. Hotelstars Union hat auf die steigenden Erwartungen reagiert und räumt diesem Aspekt im neuen Kriterienkatalog zur Hotelklassifizierung eine größere Bedeutung ein. Die Dehoga Akademie lancierte unter dem Titel „Der erste Schritt zum neuen Stern: Betthygiene 2.0.“ ein darauf abgestimmtes Online-Selbstlernmodul. Das Weiterbildungsangebot vermittelt unter anderem Know-how zu Reinigung und Pflege der kompletten Bettausstattung inklusive erforderlichen Zeitintervallen. Auch die Industrie unterstützt durch eigene Programme: Hersteller Swissfeel bietet voll waschbare Matratzen und baut derzeit Kooperationen mit externen Dienstleistern aus, um den Waschservice flächendeckend zu ermöglichen.

Gutes Schlafklima

„Eine Zimmertemperatur zwischen 16 und 19 Grad unterstützt den natürlichen Tag-Wach-Rhythmus“, sagt Chad Eldridge, Chiropraktiker und Wellbeing-Berater beim schwedischen Bettenhersteller Hästens. Doch in der Realität seien viele Zimmer überheizt, nur eingeschränkt zu lüften und die Luft viel zu trocken. Ebenfalls wichtig für einen guten Schlaf ist die Möglichkeit der Verdunklung. Laut Eldridge sei Dunkelheit essenziell für die Produktion des Schlafhormons Melatonin. Das bedeutet: Hotels sollten über gute Verdunklungsvorhänge oder Rollläden verfügen. Netzfreischalter, die elektrische Wechselfelder reduzieren, und WLAN-Abschalter sind weitere schlaffördernde Optionen. Besonders lichtempfindliche Gäste freuen sich über Sticker, die dauerhafte Lichter, zum Beispiel am Fernseher, abdecken.

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Service für die Nachtruhe

Dass sich Hoteliers Gedanken um die Schlafqualität ihrer Gäste machen, sollten sie schon vor der Anreise vermitteln – auf der Website, in der Buchungsbestätigung oder beim Check-in. Schlafexpertin Christina Stefan empfiehlt, Gäste gezielt darauf aufmerksam zu machen, was abends guttut. Einem spät ankommenden Geschäftsreisenden könnte man einen Besuch in der Infrarotkabine vorschlagen oder ihm schlaffördernde Gerichte im Restaurant oder an der Bar anbieten. Im Gradonna Mountain Resort in Kals am Großglockner sind solche Speisen dezent mit „ZZZ“ markiert. Als weitere Schlafhelfer nennt die Expertin Fußbäder mit 40 bis 42 Grad oder Kopfkissensprays mit Zirben-, Lavendel- oder Waldduft.
Im Gradonna steht neben Schlaf-Tees und speziellen Kissen auch der Einschlaf-Erste-Hilfe-Koffer bereit – mit warmen Socken, Wärmflasche, Schokolade und Entspannungsmusik.

Erholung kann man lernen

Das Thema gesunder Schlaf steht im Gradonna Mountain Resort in Kals am Großglockner seit 2019 im Mittelpunkt. Miteigentümerin Martha Schultz, Hoteldirektorin Brigitte Berger und Hausdame Annamaria Ijac ließen sich gemeinsam mit ihrem Team von Schlafexpertin Christina Stefan schulen und zu zertifizierten Schlaf-Sommelièren ausbilden. Gäste können nun eine kostenlose Schlafberatung buchen. Schlafkompetenz gibt es auch bei der Deutschen Hotelakademie (DHA), die eine Weiterbildung zum Schlafwissen in der Hotellerie entwickelt. „Ziel ist es, Mitarbeitenden das Know-how zu vermitteln, mit dem sie den Schlaf jedes Gastes individuell verbessern können“, sagt DHA-Chefin Merle Lose. Dazu hat die Akademie einen Fragenkatalog entwickelt, mit dem Hoteliers schon vor der Anreise die Schlafbedürfnisse ihrer Gäste erfassen können – ein einfacher Schritt, um Erholung planbar zu machen.