Marktentwicklung Das sind die Trends im Hotelvertrieb 2026

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Zwischen Kostendruck, Digitalisierung und veränderten Gästebedürfnissen richtet sich der Vertrieb neu aus. © Drobot Dean - stock.adobe.com

Kostensteigerungen, Personalmangel und KI verändern den Hotelvertrieb. Fünf Entwicklungen zeigen, welche strategischen Weichen Hoteliers stellen müssen.

Steigende Betriebskosten, strukturelle Veränderungen im Reiseverhalten und der zunehmende Einsatz von Künstlicher Intelligenz stellen die Hotellerie vor Herausforderungen. Auf Basis der Zusammenarbeit mit mehreren tausend Hotelpartnern im DACH-Raum identifiziert die Get Away Group fünf zentrale Trends, die den Hotelvertrieb im nächsten Jahr maßgeblich beeinflussen werden.

Wirtschaftlicher Druck und veränderte Nachfrage

Der Wettbewerbsdruck nimmt weiter zu. Neue Angebote und Marken im Budget-Segment erhöhen die Preissensibilität, während Energie- und Personalkosten die wirtschaftliche Lage vieler Betriebe belasten. Um Erträge zu sichern, rücken effizientere Vertriebskanäle und ein höherer Buchungswert stärker in den Fokus. Nach Beobachtungen der Get Away Group reagieren Hotels zunehmend mit klar strukturierten Angeboten und längeren Aufenthalten, um Volumen und Erlös zu stabilisieren.

Gleichzeitig setzt sich die Verschiebung von Geschäfts- hin zu Freizeitreisen fort. Rückläufige Dienstreisen und strengere Reiserichtlinien erfordern eine ausgewogene Mischung aus Business- und Leisure-Gästen. Insbesondere Kurzurlaubs- und Erlebnisangebote gewinnen an Bedeutung, um Auslastungsschwankungen über die Woche hinweg auszugleichen. Thematisch gebündelte Pakete sollen dabei helfen, gezielt neue Nachfrage zu generieren.

Automatisierung, Personalisierung und KI

Der anhaltende Fachkräftemangel beschleunigt den Einsatz automatisierter Prozesse. Digitale Check-ins, mobile Schlüssel und Self-Service-Lösungen sind vielerorts bereits etabliert. Gleichzeitig bleibt in bestimmten Segmenten, etwa im Wellness- oder Familienbereich, der persönliche Kontakt ein entscheidender Qualitätsfaktor. Für 2026 wird es darauf ankommen, Effizienzgewinne durch Automatisierung mit einer konsistenten Guest Experience zu verbinden.

Zudem rückt die Individualisierung von Angeboten in den Fokus. Gäste erwarten zunehmend passgenaue Erlebnisse statt standardisierter Übernachtungsleistungen. Klar definierte Profile, emotional aufgeladene Themenpakete und eine präzise Ansprache spezifischer Zielgruppen werden damit zu wichtigen Differenzierungsmerkmalen im Vertrieb.

Auch der Einsatz von Künstlicher Intelligenz entwickelt sich unterschiedlich. Während größere Hotelgruppen KI zunehmend in operative und vertriebliche Prozesse integrieren, nutzen viele inhabergeführte Betriebe entsprechende Anwendungen bislang vor allem für unterstützende Aufgaben. Gleichzeitig steigt die Relevanz KI-basierter Distributions- und Suchsysteme, bei denen strukturierte und gut aufbereitete Angebote stärker sichtbar sind. Reichweite und digitale Präsenz werden damit zu entscheidenden Wettbewerbsfaktoren. red/ik

Über das Unternehmen

Die Get Away Group ist seit Anfang 2024 durch den Zusammenschluss der Kurzreisen-Buchungsportale Kurzurlaub und Kurz-Mal-Weg einer der führenden Anbieter für Kurzurlaube in der DACH-Region. Das Unternehmen mit Sitz in Schwerin unterhält weitere Standorte in Leipzig, Berlin, Frankfurt und Wien und beschäftigt rund 110 Mitarbeitende. Über die Plattform sind mehr als 4.000 Hotels buchbar, jährlich werden über 60 Millionen Website-Besuche verzeichnet. Die Get Away Group verfolgt das Ziel, eine führende europäische Plattform für erdgebundene Kurzreisen in Deutschland und angrenzenden Nachbarländern aufzubauen. Grundlage bildet ein Marktplatz-Modell, das auf Sichtbarkeit für Partnerbetriebe und beratungsorientierte Zusammenarbeit setzt.