Der Touristikkonzern steigert das operative Ergebnis um 12,6 Prozent auf 1,46 Milliarden Euro. Besonders die eigenen Hotelmarken und Kreuzfahrtgesellschaften treiben das Wachstum.
Die Tui Group hat im Geschäftsjahr 2025 das beste operative Ergebnis ihrer Unternehmensgeschichte erreicht. Das bereinigte Ebit stieg laut Konzernangaben um 12,6 Prozent auf 1,46 Milliarden Euro. Damit übertraf der Konzern seine im August bereits nach oben korrigierter Prognose von neun bis elf Prozent Wachstum. Der Umsatz kletterte um 4,4 Prozent auf 24,2 Milliarden Euro. Insgesamt verreisten 34,7 Millionen Gäste mit Tui.
Finanzvorstand Mathias Kiep kündigte aufgrund der verbesserten Finanzlage eine neue Dividendenpolitik an. Der Konzern habe die Nettoverschuldung auf 1,3 Milliarden Euro reduziert und damit den Verschuldungsgrad von 0,8 auf 0,6 gesenkt. Zudem hätten große Ratingagenturen die Kreditwürdigkeit heraufgestuft.
Hotelgeschäft und Kreuzfahrten als Zugpferde
Der Bereich Urlaubserlebnisse, der Hotels und Resorts, Kreuzfahrten und Tui Musement umfasst, steigerte sein bereinigtes Ebit auf 1,31 Milliarden Euro nach 1,09 Milliarden Euro im Vorjahr. „Unser Ökosystem mit eigenen Marken wie Riu, Robinson, Tui Blue oder Tui Cruises und ein wachsender globaler Vertrieb über unsere bekannten Reiseveranstalter ist unsere Stärke“, sagt Sebastian Ebel, Vorstandsvorsitzender der Tui Group.
Das Hotelgeschäft habe von einer Wachstumsdynamik bei höheren Raten und Auslastungen profitiert. Die Sparte erzielte ein Ebit von 759 Millionen Euro – ein Anstieg von 90 Millionen Euro gegenüber dem Vorjahr. Der Konzern betreibt weltweit 463 Hotels und hat nach eigenen Angaben bereits 70 weitere Hotels unterschrieben und eingeplant.
Auch die Kreuzfahrtgesellschaften – Hapag-Lloyd Cruises, Tui Cruises und Marella – trugen mit einer Steigerung des bereinigten Ebit um 108 Millionen auf 482 Millionen Euro zum Erfolg bei. Die Auslastung lag im Durchschnitt bei 99 Prozent, die verfügbaren Passagiertage erhöhten sich um 18 Prozent auf 11,4 Millionen. Die Tagesrate stieg um zwei Prozent auf 235 Euro.
Tui Musement, das Ausflüge und Aktivitäten anbietet, verbesserte sein bereinigtes Ebit von 49 Millionen Euro im Vorjahr auf 71 Millionen Euro. Der Bereich verkaufte 10,6 Millionen Ausflüge, Touren und Aktivitäten, die Zahl der Transfers stieg um 1 Prozent auf 30,9 Millionen. Im Segment Märkte und Airline lag das bereinigte Ebit bei 217 Millionen Euro (Vorjahr: 304 Millionen Euro).
KI-Partnerschaften und stationärer Vertrieb
Sebastian Ebel betont zudem die Bedeutung von Künstlicher Intelligenz für den Konzern. Tui mache seine Inhalte KI-sichtbar und KI-buchbar, etwa über Partnerschaften wie mit Mindtrip. Kunden und Reisebüros könnten mithilfe der Technologie komplexe Rundreisen planen und über einen Button direkt in eine Buchung übertragen.
Gleichzeitig setze der Konzern weiter auf stationären Reisevertrieb. In Reisebüros würden Kunden oft hochwertige Reisen buchen, und das sehr frühzeitig. Qualifizierte Beratung und die Erfahrung der Reise-Experten hätten einen hohen Stellenwert für Gäste und den Konzern, so Ebel.
Ausblick: Wachstum in allen Bereichen erwartet
Für das Geschäftsjahr 2026 rechnet Tui mit einem Umsatzanstieg von zwei bis vier Prozent und einem Anstieg des bereinigten Ebit um sieben bis zehn Prozent. Der Konzern verweist auf anhaltende starke Nachfrage nach eigenen und differenzierten Produkten im Bereich Urlaubserlebnisse. red/sar