Human Resources Ausbildungsreport 2025: So schneidet das Gastgewerbe ab

Der Ausbildungsreport 2025 zeigt: Nur etwa 60 Prozent der Hotelfachleute sind mit ihrer Ausbildung zufrieden.
Der Ausbildungsreport 2025 zeigt: Nur etwa 60 Prozent der Hotelfachleute sind mit ihrer Ausbildung zufrieden. © davit85 - stock.adob.com

Der neue Report der DGB-Jugend zeigt Licht und Schatten: Zwar sind die meisten Azubis zufrieden, doch hohe Belastungen, finanzielle Engpässe und unsichere Perspektiven prägen viele Branchen.

Die duale Berufsausbildung bleibt ein Erfolgsmodell: 71,6 Prozent der Auszubildenden sind mit ihrer Ausbildung zufrieden. Doch nur ein Teil der Azubis nimmt die Angebote der Arbeitsagenturen und der schulischen Berufsorientierung als hilfreich wahr – wichtigste Unterstützerbei der Ausbildungsplatzsuche sind Freunde und Familie. Dies sind einige Ergebnisse des Ausbildungsreports 2025 der DGB-Jugend, der in Berlin vorgestellt wurde.

Ausbildungslosigkeit: dringender Handlungsbedarf 

Die stellvertretende DGB-Vorsitzende Elke Hannack verwies dabei auf den akuten Handlungsbedarf beim Thema Ausbildungslosigkeit: "Während die Wirtschaft zunehmend über fehlende Fachkräfte klagt, haben gleichzeitig knapp drei Millionen junge Menschen in unserem Land keinen Berufsabschluss.“

Politik und Arbeitgeber müssten massiv gegensteuern. „Wir brauchen eine verbesserte Ausbildungsgarantie, die überall im Land greift. Wir brauchen wieder mehr Arbeitgeber, die ausbilden und die allen jungen Menschen eine Chance auf einen Ausbildungsplatz geben“, so Hannack weiter. Das Problem der Ausbildungslosigkeit müsse gelöst werden. Denn ohne Berufsabschluss drohe den jungen Menschen deutlich häufiger ein Leben in Armut, mit längeren Phasen von Arbeitslosigkeit und prekärer Beschäftigung.

Teils positive Entwicklungen

Ein weiteres Ergebnis des Reports zeigt: Die Qualität der Ausbildung hat sich in wichtigen Bereichen verbessert. Der Anteil der Auszubildenden, die regelmäßig Überstunden leisten müssen, ist zurückgegangen – liegt aber mit 32,3 Prozent noch immer auf einem hohen Niveau. Besonders betroffen sind Köche und Köchinnen (50,6 Prozent), Automobilkaufleute (49,1 Prozent) und Bankkaufleute (45,8 Prozent).

Auch bei den ausbildungsfremden Tätigkeiten gibt es trotz minimaler Fortschritte weiterhin Probleme. 14,7 Prozent der Befragten müssen immer oder häufig Aufgaben übernehmen, die nichts mit ihrer Ausbildung zu tun haben – wie Kaffee kochen oder Putzen. DGB-Bundesjugendsekretär Kristof Becker warnte: "Für die Azubis heißt das ganz einfach, dass ihnen Zeit für die eigentlichen Ausbildungsinhalte fehlt. Dies gefährdet ihren erfolgreichen Ausbildungsabschluss."

Große Unterschiede zwischen den Ausbildungsberufen

Die Zufriedenheit variiert stark je nach Ausbildungsberuf: Während mehr als 80 Prozent der angehenden Steuerfachangestellten, Elektroniker für Betriebstechnik, Mechatroniker, Bankkaufleute und Verwaltungsfachangestellten sehr zufrieden sind, trifft dies nur auf etwa 60 Prozent der Hotelfachleute und Friseure zu.

Wachsende Unsicherheit über die eigene Zukunft

Beunruhigend sei laut Kristof Becker die gestiegene Unsicherheit über die berufliche Perspektive: 41,5 Prozent der Auszubildenden im letzten Ausbildungsjahr wissen nicht, ob sie übernommen werden – ein Anstieg um sieben Prozentpunkte. Besonders betroffen sind Hotelfachleute und Verkäufer.

Unterstützung bei der Berufswahl

Der diesjährige Schwerpunkt des Ausbildungsreports zeigt zudem Defizite bei der Berufsorientierung auf: Familie und Freunde sind die wichtigsten Helfer bei der Ausbildungsplatzsuche. Die Angebote der Arbeitsagenturen und die schulische Berufsorientierung werden deutlich seltener als hilfreich wahrgenommen.

Bei der Betriebswahl sind den Jugendlichen vor allem wichtig:

  • Gute Erreichbarkeit des Betriebs
  • Positives Arbeitsklima
  • Faire Arbeitszeiten
  • Angemessene Ausbildungsvergütung

Finanzielle Hürden werden zum Problem

Die Studie zeigt zudem finanzielle Hürden im Zugang in eine Ausbildung auf:

  • 62,8 Prozent der Auszubildenden haben Probleme, von ihrer Vergütung selbstständig zu leben (Anstieg um sechs Prozentpunkte seit 2020).
  • 31,9 Prozent sind auf finanzielle Unterstützung der Eltern angewiesen.
  • 12,7 Prozent müssen neben der Ausbildung noch jobben.

"Wenn Ausbildung zu etwas wird, was sich junge Menschen erst 'leisten können' müssen, ist das nicht nur Ausdruck mangelnder Wertschätzung – es steht auch unseren Bemühungen entgegen, den Fachkräftemangel zu bekämpfen", kritisierte Kristof Becker.

Die DGB-Jugend fordert deshalb die gesetzliche Mindestausbildungsvergütung außerplanmäßig auf 80 Prozent der durchschnittlichen tariflichen Ausbildungsvergütung zu erhöhen. Für Auszubildende, die 2025 ihre Ausbildung beginnen, hieße das mindestens 834 Euro – statt aktuell nur 682 Euro brutto. red/sar