Die Zukunft des Deutschlandtickets ist ungewiss, eine weitere Preiserhöhung steht im Raum. Der Deutsche Tourismusverband warnt vor negativen Folgen für die Verkehrswende und den regionalen Tourismus.
Eine mögliche erneute Preiserhöhung des Deutschlandtickets sorgt für Unruhe, auch in der Tourismusbranche. Der Deutsche Tourismusverband (DTV) warnt vor negativen Auswirkungen auf die Akzeptanz des Tickets, das für viele Reisende ein wichtiger Bestandteil günstiger, klimafreundlicher Mobilität ist. Vor allem in wirtschaftlich angespannten Zeiten sei es entscheidend, die Attraktivität des Angebots nicht zu gefährden, so DTV-Geschäftsführer Norbert Kunz.
DTV setzt auf bezahlbare Mobilität und mehr Abos
Ziel müsse es sein, das Deutschlandticket langfristig zu sichern und die Zahl der Abonnenten deutlich anzuheben. Preissteigerungen seien laut DTV nur vertretbar, wenn sie moderat ausfielen und den Fahrgästen Planungssicherheit gewährten. Die Preisanpassung von 49 auf 58 Euro zu Jahresbeginn habe bereits gezeigt, dass zu starke Erhöhungen auf Skepsis stoßen.
Die Finanzierung des Tickets über 2025 hinaus ist bislang nicht gesichert. Bund und Länder tragen aktuell je 1,5 Milliarden Euro jährlich. Angesichts prognostizierter Mehrkosten fordern mehrere Länder eine stärkere Beteiligung des Bundes. Ohne zusätzliche Mittel droht eine erneute Preisanhebung.
Aktuell liegt die Zahl der Deutschlandticket-Abos mit etwa 13,5 Millionen noch unter dem ursprünglich angestrebten Ziel von 15 Millionen. Der DTV sieht zwar positiv, dass die Nutzerzahlen trotz der Preissteigerung stabil geblieben sind, verweist aber auch auf das große Potenzial des Tickets: Eine stärkere Verbreitung könne nicht nur die Verkehrswende beschleunigen, sondern auch den regionalen Tourismus und die lokale Wirtschaft nachhaltig stärken. red/eb