Mit 20 Hotels im Inland und einem in Slowenien zählt die österreichische Gruppe zu den großen Hotelbetreibern der Alpenrepublik. Die Expansionsstrategie schließt künftig auch Hotels in angrenzenden Nachbarländern ein.
Der Konzernbereich Hospitality der österreichischen Verkehrsbüro-Gruppe – zu der Event Locations, das weltberühmte Wiener Café Central, zwei Campingplätze, ein Hostel und die 167 Quadratmeter große Schloss Schönbrunn Grand Suite im Wiener Schloss Schönbrunn zählen –, ist auch die Hotellerie angesiedelt. Der Bereich umfasst ausschließlich Stadthotels: vierzehn Häuser in Wien, drei in Salzburg sowie je ein Haus in Linz, Innsbruck, Graz und im slowenischen Ljubljana.
Bisher firmierten die meisten Hotels unter der hauseigenen Marke Austria Trend, für drei wurden in der Vergangenheit Franchisevereinbarungen mit Radisson abgeschlossen, darunter ein Radisson Blu in Salzburg. Jetzt hat die Gruppe beschlossen, weitere Franchiseverträge exklusiv mit Hilton, Marriott und Accor einzugehen, deren Brands die Austria Trend Hotels nun sukzessive zugeführt werden.
Franchise rückt in den Fokus
In Wien firmieren zwei der Hotels bereits unter der Marke Spark by Hilton. Das im vergangenen Jahr nach einer umfassenden Renovierung wiedereröffnete historische Hotel Astoria in Wien wurde der Marke Curio by Hilton zugeführt. Ab 2027 soll das Hotel Europa Wien als Tribe Vienna City betrieben werden, das Hotel Rathauspark, aktuell noch Mitglied bei Radisson Individuals, ab 2028 zur Handwritten Collection von Accor wechseln. Fünf Hotels werden künftig Marriott-Marken sein. Ab Januar 2026 wird Verkehrsbüro Hospitality das traditionsreiche Parkhotel Schönbrunn zum „Parkhotel Schönbrunn Vienna, a Tribute Portfolio Hotel“ umflaggen.
„Die Fähigkeit, mit ständiger Veränderung umzugehen, sehen wir als Dreh- und Angelpunkt für die nachhaltige Weiterentwicklung unseres gesamten Konzerns.“
Martin Winkler, Vorstandsvorsitzender Verkehrsbüro Gruppe
Vier weitere Standorte werden Four Points Flex by Sheraton oder AC Hotel. Damit feiert die Marke Four Points Flex by Sheraton ihr Debut in Österreich. „Wir wollen uns im Wesentlichen auf die drei Partner Accor, Hilton und Marriott konzentrieren“, erklärte Martin Winkler, Vorsitzender des Vorstandes bei Verkehrsbüro, im Gespräch mit Tophotel. Ob man auf längere Sicht Partner von Radisson bliebe, würde geprüft. „In größeren Städten, in denen eine höhere Markendichte herrscht, könnte dies durchaus sinnvoll sein“, so Winkler. „Überwiegend setzen wir auf Softbrands und damit auch auf weniger Investitionsausgaben.“
Wachstum im Stadthotel-Segment
Die Hotels der Verkehrsbüro-Gruppe werden vorwiegend als Pachtbetriebe geführt, einige Häuser sind Managementbetriebe. Zwei Hotels in Wien befinden sich im Eigentum. Die Hotels in Österreich zählen 100 bis 250 Zimmer und sind im Economy- bis Upscale-Segment angesiedelt. „In diesem Segment, mit Stadthotels ab 100 Zimmern, wollen wir auch weiter expandieren,“ so Winkler. Sein Headquarter könne anstelle der bisherigen siebenundzwanzig Hotels auch 40 meistern. Böten sich passende Chancen, sei auch der Erwerb weiterer Häuser denkbar.
Kleinere Betreiber im Fokus
Dabei blickt das Unternehmen auch über die Grenzen hinaus und zeigt vor allem an Deutschland Interesse. „Wir könnten uns vorstellen, in Deutschland sechs bis zehn Hotels zu übernehmen, idealerweise einen kleineren Betreiber mit der passenden Anzahl“, so Winkler. Naheliegend seien dabei Standorte, die nicht zu weit von Österreich entfernt liegen, zum Beispiel in bayerischen oder baden-württembergischen Städten.

Die aktuellen Herausforderungen, insbesondere bei Lohnkosten und indexierten Pachtverträgen, hat Winkler im Blick. „Wir sehen uns als Hotelbetreiber mit 50 Jahren Erfahrung am Markt als stabilen Partner und verfolgen stets das Ziel, unsere Verträge zu erfüllen“, unterstreicht er. „Die Fähigkeit, mit ständiger Veränderung umzugehen, sehen wir als Dreh- und Angelpunkt für die nachhaltige Weiterentwicklung unseres gesamten Konzerns.“
Die Österreichische Verkehrsbüro AG besteht seit 108 Jahren und beschäftige insgesamt über 2.000 Mitarbeitende. Laut Winkler entfallen etwa zwei Drittel des Gesamtumsatzes des Unternehmens auf den touristischen Bereich, darunter beispielsweise Reiseveranstalter und Reisebüros. Ein Drittel trägt die Sparte Hospitality bei.
Über die Österreichische Verkehrsbüro AG
Verkehrsbüro Hotellerie GmbH
Die Verkehrsbüro Hotellerie GmbH ist eine 100-prozentige Tochtergesellschaft der Verkehrsbüro AG und betreibt 21 Hotels, darunter aktuell zwei Hotels der Marke Spark by Hilton, ein Hotel der Curio Collection by Hilton sowie drei Hotels im Franchise mit der Radisson Hotel Group.
Weitere Verkehrsbüro-Tochtergesellschaften:
- 100 Prozent: Ruefa GmbH (Reisebürovertrieb und Reiseveranstalter unter der Marke Ruefa und Kongress- sowie Event-Organisation unter der Marke Austropa); Eurotours (Multichannel & Direkt-Vertrieb); Palais Events Veranstaltungen GmbH (Betreiber der historischen Wiener Event-Locations Palais Ferstel, Palais Daun-Kinsky, Wiener Börsensäle sowie des Café Central)
- Assoziiertes Unternehmen: DDSG Blue Danube Schifffahrt GmbH
Eigentümerstruktur der Verkehrsbüro AG
- Die AVZ GmbH, eine direkte 100-prozentige Tochtergesellschaft der Privatstiftung zur Verwaltung von Anteilsrechten, hält mit 60,98 Prozent die Mehrheit.
- Die Wiener Städtische Versicherung AG Vienna Insurance Group hält 35,46 Prozent, und die Donau Versicherung AG Vienna Insurance Group 1,12 Prozent der Anteile. Beide Firmen gehören zur börsennotierten Versicherungsgruppe Vienna Insurance Group mit Sitz in Wien.
- Die restlichen Anteile entfallen zu 2,44 Prozent auf die Toth Privatstiftung.