Jubiläum Riessersee Hotel feiert 40 Jahre

Feiern 40 Jahre Riessersee Hotel: (von links) Martina Sand, Geschäftsführerin Riessersee Hotel; Elisabeth Koch, 1. Bürgermeisterin Garmisch-Partenkirchen; Dörte Mäder, ehemalige Geschäftsführerin; Claudia Zolk, 2. Bürgermeisterin Garmisch-Partenkirchen; Andreas Bisson, Hoteldirektor zur Hoteleröffnung im Jahr 985.
Feiern 40 Jahre Riessersee Hotel: (von links) Martina Sand, Geschäftsführerin Riessersee Hotel; Elisabeth Koch, 1. Bürgermeisterin Garmisch-Partenkirchen; Dörte Mäder, ehemalige Geschäftsführerin; Claudia Zolk, 2. Bürgermeisterin Garmisch-Partenkirchen; Andreas Bisson, Hoteldirektor zur Hoteleröffnung im Jahr 985. © Max Merget

Seit seiner Eröffnung im Mai 1985 steht das Riessersee Hotel für alpine Gastlichkeit und regionales Flair. Zum 40-jährigen Jubiläum blickt das Haus auf eine bewegte Geschichte zurück.

Seit vier Jahrzehnten empfängt das Riessersee Hotel Gäste aus aller Welt. Gelegen am historischen Riessersee, hat sich das Hotel seit seiner Eröffnung im Jahr 1985 zu einem festen Bestandteil der regionalen Tourismuslandschaft entwickelt.

„Das 40-jährige Bestehen ist für uns ein bedeutender Meilenstein“, sagt Geschäftsführerin Martina Sand. „Es ist ein Tag des Dankes – an unsere treuen Gäste, engagierten Mitarbeitenden und langjährigen Partner, die diesen Weg mit uns gegangen sind.“

Ein Haus mit olympischer Geschichte

Die Ursprünge des Hotels reichen bis ins späte 19. Jahrhundert zurück. 1886 erwarb Josef Buchwieser, genannt „Rieserthoma-Sepp“, den Riesser Bauernhof. 1892 eröffnete er ein Gästehaus mit 30 Betten – der Grundstein für das spätere Riessersee Hotel. Mit dem aufkommenden Wintertourismus wuchs das Haus stetig. Zu den Olympischen Winterspielen 1936 verfügte es über 200 Betten und war Gastgeber für internationale Sportler. Die Wettkämpfe im Eisschnelllauf und Bobfahren fanden direkt am Riessersee statt.

Nach den Kriegsjahren erhielt das Haus 1956 eine umfangreiche Neugestaltung. Dem damaligen Standard entsprechend wurde es um eine Hotel- und Teehalle, eine Bar und eine Kur- und Bäderabteilung erweitert. Das Freizeitangebot wurde um Schwimmen, Fischen, Tennis, Boccia, Schlittschuhlaufen, Eisstockschießen und Ski fahren ausgebaut.

Erst Verfall, dann Wiederaufbau

Die 1970er-Jahre brachten einen Bruch: Eigentümerwechsel und eine Zeit spekulativer Vorhaben führten dazu, dass das Gebäude zusehends verfiel. 1983 übernahm schließlich die Altbayerische Hotelgesellschaft und realisierte einen Hotelneubau mit 152 Zimmern für rund 20 Millionen Mark. Am 21. Mai 1985 öffnete das Riessersee Hotel in seiner heutigen Form – nicht mit einem großen Festakt, sondern schrittweise – immer abhängig von den vorhandenen finanziellen Mitteln.

„Die ersten Gäste waren zwei Busse, von lieben Menschen im reiferen Alter, welche über Baudielen zum Hotel geführt wurden, da der Hof noch nicht fertig war“, erinnert sich der damalige Hoteldirektor Andreas Bisson (1985 – 1998). „Die Bauarbeiten an der Rezeption wurden hinter Bettlaken versteckt, das Schwimmbad war noch im Bau und das Restaurant ohne Dekoration. Doch mit meinem wunderbaren Eröffnungsteam konnten wir die Gäste trotz allem zufrieden stellen.“

Schwarzer Tag in der Hotelgeschichte

Einen tiefen Einschnitt erlebte das Hotel am 27. Dezember 1986: Ein Gastank explodierte, wohl aufgrund eines defekten Ventils. Insgesamt elf Menschen starben bei dem Unglück, 18 erlitten schwere Verletzungen. Das teilweise zerstörte Hotel musste evakuiert werden, es entstand ein Schaden von zehn Millionen Mark. An den Rettungs- und Löscharbeiten waren die Feuerwehren Garmisch und Partenkirchen, das Technische Hilfswerk und das Bayerische Rote Kreuz beteiligt.

Nach dem Unglück wurde das Hotel 1987 durch eine Eigentümergesellschaft wieder eröffnet. Das „See-Café“ blieb bis 2011 in der Hand der Familie Ludwig Buchwieser, bevor es wieder mit dem Hotel zusammengeführt wurde.

Ein weiterer Wendepunkt kam 2015, als dem Hotel die Ausbildungserlaubnis entzogen wurde. Die Industrie- und Handelskammer für München und Oberbayern warf dem Hotel vor, die Ausbildung nicht ordnungsgemäß durchzuführen und erwartete tiefgreifende Änderungen. Die Betreibergesellschaft entschied sich in Folge dessen, Dörte Mäder als Geschäftsführerin mit ins Boot zu holen. Mit dem bestehenden Team reformierte sie das Ausbildungsangebot - bereits 2016 durfte wieder ausgebildet werden.

Nach rund zwei Jahrzehnten ohne Investitionen war das Hotel wirtschaftlich angeschlagen. Mutige Entscheidungen hätten es ermöglicht, dass wieder in das Hotel investiert wurde. Bereits nach kurzer Zeit konnte der Umsatz gesteigert werden und das Riessersee Hotel mit Seehaus Restaurant & Café konnte an erfolgreiche Zeiten anknüpfen.

Starker Zusammenhalt in Krisenzeiten

Die Corona-Pandemie brachte neue Herausforderungen. Wie viele Betriebe musste das Hotel zeitweise schließen. Doch das Team nutzte die Zeit für Renovierungen und Investitionen. Viele Mitarbeitende konnten gehalten werden. 2023 wurde das Hotel mit dem „Green Sign“-Zertifikat für Nachhaltigkeit ausgezeichnet – ein Thema, das seither konsequent weiterverfolgt wird.

Ende 2023 übergab Dörte Mäder die Leitung an ein junges Managementteam. Ihr letztes großes Projekt: Der Neubau der privaten Riessersee-Straße, deren Fertigstellung für Ende 2025 geplant ist.

40 Jahre und ein neuer Aufbruch

Zum Jubiläum blickt das Riessersee Hotel nicht nur zurück, sondern auch nach vorn. Gefeiert wurde im „Seehaus“, begleitet von regionaler Kulinarik, Musik, historischen Rückblicken und neuen Visionen. Eine eigens aufgelegte Riessersee-Chronik und eine kleine Ausstellung lassen Gäste und Wegbegleiter in die Geschichte eintauchen – vom Gästehaus mit 30 Betten bis zum heutigen Hotel mit über 130 Mitarbeitenden aus 35 Nationen. red/sar