In der Hotellerie erweist sich Tableware als Ausdruck von Identität, Konzept und kulinarischem Anspruch. Doch auch Geschirr ist Trends unterworfen, denn Stile und Farben wandeln sich. Vier Experten berichten, was derzeit aktuell ist und wie die Gestaltung des Tischs das Erlebnis für die Gäste beeinflusst.

Das Auge isst mit
„Das Design des Geschirrs kann eng mit der Philosophie des Küchenchefs verbunden werden – also regional geprägt, puristisch, technisch oder kreativ sein. Die Wahl des Porzellans folgt somit nicht nur ästhetischen Maßstäben, sondern spiegelt die kulinarische Richtung wider, und welche Geschichte auf dem Teller erzählt werden soll. Generell ist das Zusammenspiel von Speise und Präsentation entscheidend – das Auge isst mit.
Deshalb orientiert sich die Auswahl des Geschirrs auch an aktuellen Gestaltungsrichtungen: Naturinspirierte Keramiken, handwerkliche Glasuren oder strukturierte Oberflächen setzen Akzente, wirken rustikal oder handgemacht und betonen die Authentizität eines Gerichts. Besonders bei veganen oder vegetarischen Menüs, die häufig durch viele Farben bestechen oder kreativ angerichtet sind, unterstreicht passendes Geschirr diese visuelle Komplexität. Die Entscheidung, ob ein Teller das Essen in den Vordergrund stellt oder sich bewusst als reduzierte Bühne zurücknimmt, ist immer Teil der kulinarischen Handschrift.“
Vanessa Szameitat, Sales Managerin, BHS Tabletop
Wertigkeit verleihen
„Es gibt nicht den einen Trend bei Tableware, weil Geschirr immer an das jeweilige Hotelkonzept und die Speisekarte angepasst sein muss. Ich betreue vor allem deutsche Hotel- und Restaurantketten und wir haben schon seit Jahrzehnten langjährige Partnerschaften mit Größen der Branche. Im Fine-Dining-Bereich sind filigrane Designs und interessante Formen wichtig, während in traditionellen Restaurants rustikale Designs besser passen. Ein weißer Teller wird von vielen Köchen als Leinwand genutzt, aber mit gezielt ausgewählten Designs kann Geschirr ein Gericht noch besser zur Geltung bringen und ihm mehr Wertigkeit verleihen.“
Franziska Beyer, National Account Managerin, Churchill


Comeback für weißes Porzellan
„Das richtige Geschirr ist mehr als nur ein funktionales Element – es prägt die Identität eines Hotels. Aktuelle Trends zeigen, dass filigrane, elegant Produkte immer mehr im Fokus stehen, vor allem im Fine-Dining-Bereich, wo dünnwandiges, edles Porzellan wieder hoch im Kurs ist. Weißes Porzellan erlebt ein Comeback, da es als perfekte ‚Leinwand‘ für kreative Gerichte dient und deren Farben und Texturen optimal zur Geltung bringt. Zugleich geht der Trend immer mehr zu individuellen, regional inspirierten Designs, die den Gästen eine lokale Verbindung vermitteln.
Nachhaltigkeit rückt zunehmend ins Zentrum: Langlebige Materialien wie Porzellan und Edelstahl gewinnen an Bedeutung. Handgemachte Elemente, minimalistische Formen und multifunktionale Tableware bieten zusätzliche Vielfalt und passen sich unterschiedlichsten Restaurantkonzepten an. Nicht zuletzt wird Personalisierung immer wichtiger – mit maßgeschneiderten Produkten, die die Marke eines Hotels stärken und zu unvergesslichen Erlebnissen für die Gäste beitragen.“
Tanja Rinauer, Produktmarketing Managerin, Lusini
Anspruchsvolles Design – alles andere als langweilig
"Egal, ob zeitlos elegant oder farbenfroh, mediterran oder nordisch nüchtern: der Look sollte die eigene Identität unterstreichen und einen möglichst authentischen Stil repräsentieren. Neben farbigen Mix & Match-Varianten sehen wir eine Renaissance des weißen, undekorierten Porzellans, dann allerdings in einem anspruchsvollen Design und alles anderes als langweilig. Im Bereich Fine Dining sind es außergewöhnliche und anspruchsvolle Formen, gerne auch hochwertige Materialien. Der klassische Landhausstil mit gefälligen Reliefs erfreut sich ebenfalls zunehmender Nachfrage. In beiden Fällen geht es weniger um Opulenz,
sondern um dezente Eleganz und langlebiges Design."
Alexander Pick, Head of Sales, Steelite
Bild: Steelite
