Die Airline Emirates macht Dubai nicht nur zu einem beliebten Stop-Over. Spektakuläre Architektur poliert das Image als Urlaubsmetropole auf, doch die Herausforderungen für die Stadt in den Vereinigten Arabischen Emiraten bleiben gewaltig.
Mit spektakulären Hoteleröffnungen und als Vorreiter der modernen Architektur zieht Dubai immer wieder weltweite Aufmerksamkeit auf sich. Die Metropole am Persichen Golf hat sich in wenigen Jahrzehnten von einem kleinen Fischerdorf zu einer globalen Megacity gewandelt. Bereits Ende der 1950er-Jahre legte der damalige Herrscher Scheich Raschid Bin Said al-Maktum mit der Verpflichtung des britischen Architekten John R. Harris als erstem Stadtplaner den Grundstein für Dubais strategische Modernisierung und Urbanisierung.
Heute prägen Bauten weltbekannter Stararchitekten wie Norman Foster und Zaha Hadid die unverwechselbare Skyline der Stadt. Das Burj Al Arab, das ikonische Luxushotel in Form eines Segels, feierte im vergangenen Dezember sein 25-jähriges Bestehen. Der Burj Khalifa, seit 2010 das höchste Gebäude der Welt, wird in diesem Jahr 15 Jahre alt. Auch das erst 2022 eröffnete Museum of the Future hat bereits internationale Anerkennung erlangt: National Geographic kürte es zu einem der 14 schönsten Museen der Welt.
Ein weiteres prominentes Beispiel jüngerer Architektur ist das im Februar 2023 eröffnete Luxushotel Atlantis The Royal (ATR), bei dessen Eröffnung Weltstar Beyoncé auftrat. Der von Kohn Pedersen Fox Associates (KPF) entworfene Bau, der mit einer Länge von 500 Metern und einer Höhe von 178 Metern neue Maßstäbe in der vertikalen Resort-Architektur setzt, stellt eine Neuinterpretation des traditionellen Hochhauses dar.
Das Atlantis The Royal besteht aus übereinander gelegten Blöcken, die zu sechs Türmen gestapelt sind. Der höchste ist 43 Meter hoch. In der Mitte dieser Türme sorgt auf der 22. Etage ein 90 Meter langer Skypool für Begeisterung. Dieser ist Teil des von der GA Group gestalteten Outdoor-Entertainment-Areals „Cloud 22“. Der Bereich zeichnet sich durch verspielte Design-Elemente aus, etwa Acrylblumen in Trompetenform rund um den Sky-Pool. Zudem beherbergt Cloud 22 die Lotus Bar, die von der Form eines Lotusblatts inspiriert wurde, VIP-Kabinen mit privaten Tauchbecken und ein glitzerndes DJ-Pult in Form eines Kopfes.
Cloud 22 ist im Atlantis The Royal ein Glanzpunkt von vielen. Bereits das Betreten des Hotels durch den Haupteingang versetzt Gäste ins Staunen, denn hinter Glaswänden findet im Eingangsbereich ein Schauspiel aus Wasser und Feuer statt. Das kostbare Gut Wasser wird im gesamten Gelände zelebriert, mit Wasserspielen und Skulpturen. Sehr beeindruckend: die 11,5 Meter hohe Skulptur „Droplets“ in der Lobby, die den ersten Regentropfen in der trockenen Wüste darstellt. Ergänzend zieren Hunderte von regentropfenförmigen Pendelleuchten die Lobby-Decken.
Kooperationen mit Luxusmarken sind Teil des Konzepts
Weitere Highlights in der Lobby sind ein großes Aquarium sowie zwei jeweils drei Meter hohe Figuren von Louis Vuitton. Sie entstanden in Kooperation mit der Luxusmarke zum ersten Jahrestag des Hotels. Das Maskottchen Vivienne von Louis Vuitton, das sich als Skulptur an sechs verschiedenen Plätzen des Resorts befindet, reiste dafür von Paris nach Dubai. Weitere Luxuskooperationen ist das Hotel in diesem Jahr mit der Marke Dolce & Gabbana sowie dem Luxus-Shop Ounass eingegangen. Gemeinsam dekorierten sie Cloud 22 mit speziell angefertigten Möbeln und Accessoires aus natürlichen Materialien, verziert mit blauem Majolika-Druck. Auf der Galerie-Ebene des Hauses wurde ein neuer Ounass-Pop-up-Store etabliert, in dem Besucher außergewöhnliche Stücke aus den Dolce & Gabbana-Kollektionen finden. Insgesamt stehen für Gäste im Atlantis The Royal 795 Zimmer, Suiten und Signature Penthouses bereit. Alle bieten einen Blick auf die Skyline von Dubai oder auf das Arabische Meer.
Das Hotel verfügt über 90 Swimmingpools, darunter ein 25-Meter-Sportbecken, ein Pool für Erwachsene, ein Familienpool, ein Infinity-Pool im Cloud 22 sowie 44 Infinity-Pools in den Suiten und private Pools für die Bewohner. Neben Sonnenbaden und Shoppen können sich die Gäste in insgesamt 17 Restaurants und Bars kulinarisch verwöhnen lassen. Für mehrere dieser Lokale ist das Resort Kooperationen mit Sterne- und Promiköchen eingegangen. Zu den Stars am Herd zählen Gastón Acurio, Ariana Bundy, Costas Spiliadis und José Andrés. Das Nobu präsentiert auf dem Hotel-Gelände seinen ersten Pool- und Beach-Club. Im 22. Stock, neben Cloud 22, liegt zudem Ling Ling, ein modernes panasiatisches Tag-Nacht-Restaurant der Tao Group Hospitality. Optisches Highlight in der ersten Cocktailbar des Londoner Gastronomen Heston Blumenthal, der im Atlantis The Royal auch ein Restaurant betreibt, ist ein sechseinhalb Meter hohes Jellyfish-Aquarium mit 4.000 Mondquallen. Die zahlreichen Springbrunnen und Wasserinstallationen im Resort wurden von WET Design entworfen.
Dubai: Tourismus in Zahlen
- Im Zeitraum Januar bis November 2024 reisten laut Dubais Wirtschafts- und Tourismus-Abteilung insgesamt 16,8 Millionen internationale Übernachtungsgäste nach Dubai, was einem Plus von neun Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht.
- Den größten Anteil stellten mit 3,29 Millionen Ankünften Gäste aus Westeuropa (20 Prozent), gefolgt von Gästen aus Südasien mit 2,86 Millionen Ankünften (17 Prozent) sowie dem Golf-Kooperationsrat (GCC) mit 2,5 Millionen Ankünften, was 15 Prozent entspricht.
- Die durchschnittliche Auslastung der Hotels in Dubai liegt mit 78 Prozent leicht über dem Wert von 77,2 Prozent im Vergleichszeitraum 2023. Die Zahl der belegten Nächte pro Zimmerstieg um drei Prozent und lag Ende November bei 39,19 Millionen, verglichen mit 38,01 Millionen in 2023. Die durchschnittliche Tagesrate (ADR) stieg bis Ende November auf 520 AED (rund 137 EUR), was einem Anstieg von zwei Prozent gegenüber dem Zeitraum 2023 entspricht, während der RevPAR im Vergleich zum Vorjahr um drei Prozent von 394 AED (rund 103 EUR) auf 405 AED (rund 106 EUR) stieg.
- Zum Stichtag 30. November 2024 lag die Gesamtzahl der verfügbaren Zimmer in Dubai bei 153.390, verglichen mit 149.685 Zimmern Ende November 2023. Die Anzahl der Betriebe lag bei 828; im Vorjahr waren es zu diesem Zeitpunkt noch 820. Fünfsternehotels stellen etwa 35 Prozent der Übernachtungsmöglichkeiten, an zweiter Stelle folgen Viersternehotels mit rund 28 Prozent der Zimmer.
Luxuriöses Refugium unter Wasser mit Blick in ein Aquarium
Das Atlantis The Royal wurde bewusst noch hochwertiger und eleganter konzipiert als das verspielte Familien-Resort Atlantis The Palm (ATP). Parallel zum Bau des Atlantis The Royal hat aber auch das Atlantis The Palm eine Aufwertung erhalten. Die 1.544 Zimmer und Suiten des Resorts wurden umfassend renoviert. Das Angebot dort reicht von Ocean- und Palm Beach-Zimmern mit 45 Quadratmetern sowie größeren Suiten mit begehbaren Kleiderschränken und Whirlpools bis hin zu zwei 165 Quadratmeter großen Unterwasser-Suiten. Dort blicken Gäste vom Bett oder der Badewanne direkt in das Aquarium The Ambassador Lagoon.
Mit 35 Restaurants, Bars und Lounges übersteigt die kulinarische Vielfalt des Atlantis The Palm die des Atlantis The Royal bei weitem. Auch am ATP gibt es mit dem Hakkasan und dem Ossiano zwei Michelin-Stern-Restaurants sowie typische Gerichte der Starköche Nobu Matsuhisa und Gordon Ramsay. Insgesamt bedienen die Gastronomiebereiche im Atlantis The Palm jährlich 4,4 Millionen Gäste. Alle Aufenthalte, auch die im Atlantis The Royal, beinhalten täglichen kostenlosen Eintritt zum Aquaventure Waterpark und zum The Lost Chambers Aquarium.
„Atlantis The Royal hat einen fantastischen Start hinter sich“, berichtet Dennis de Winter, Account Director, Sales im Atlantis Dubai. Man habe mit dem Atlantis The Royal einen brandneuen Kundenkreis erschlossen und dem Atlantis The Palm kaum Konkurrenz gemacht. Nur wenige Gästen seien vom The Palm ins The Royal gewechselt. Die internationalen Luxus- und Kulinarik-Events im The Royal würden die Zielgruppe der High Net Worth Individuals (HNWI) ansprechen, also die Luxusklientel von Marken wie Lamborghini, Swarovski, Tanagra, Net-A-Porter, Louis Vuitton, Valentino und Rolls-Royce. „Das Niveau der Partnerschaften, die wir uns sichern, ist ein Beweis für den Erfolg der ersten beiden Jahre. Viele Luxusmarken kommen auf uns zu und wollen mit Atlantis The Royal zusammenarbeiten“, so De Winter.
„Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer deutscher Reisender im Atlantis The Royal beträgt vier bis fünf Tage.“
Dennis De Winter, Account Director Sales, Atlantis Resorts
Die Qualität des Hotels belegen zudem zahlreiche internationale Auszeichnungen, aber auch die durchschnittliche Gästebewertung 9,2 bei Booking.com. Das Atlantis The Royal werde überwiegend von Paaren gebucht, man erhalte jedoch auch Buchungen von Familien, darunter viele aus Deutschland. „Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer der deutschen Reisenden im Atlantis The Royal beträgt vier bis fünf Tage“, so De Winter. Erfolgreichste Herkunftsmärkte für die Atlantis Hotels sind Großbritannien, Russland und die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE). Australien und die USA holen als Zielgruppe auf, die DACH-Region sei laut De Winter der viertgrößte Markt für Atlantis The Palm und der fünftgrößte für The Royal.
Bei all dem Prunk hat Dubai im Laufe der Jahre aber auch erkannt, dass das Thema Nachhaltigkeit bei Reisenden an Bedeutung gewinnt. „Wir planen die Einführung einer Wasserabfüllanlage im Atlantis The Royal im nächsten Jahr, mit der Idee, von einem recycelbaren Modell auf ein wiederverwendbares Modell umzustellen“, erläutert de Winter. Beim Publikumsmagneten Aquaventure World, die immerhin 20 bis 25 Prozent des gesamten Atlantis-Umsatzes beisteuert, werden Nachhaltigkeitsmaßnahmen ebenfalls in den Vordergrund gerückt, so Parkmanager Sascha Triemer. Führungen hinter den Kulissen der Aquarien zeigen Gästen die verantwortungsbewusste Haltung und Zucht der Fische auf. Die gelegentlich kritisierten Angebote mit Delphinen wurden reduziert. Nachdem Atlantis The Palm und Atlantis Aquaventure vier Jahre lang die EarthCheck-Zertifizierung in Silber erhalten haben, haben sie 2024 den Gold-Status erreicht. Für das Atlantis The Royal gab es ein Jahr nach der Eröffnung die Silber-Zertifizierung.
Nachhaltigkeit: ehrgeizige Pläne für eine grüne Zukunft
Bereits den 20. Geburtstag feierte im vergangenen Jahr das Dubai Turtle Rehabilitation Project (DTRP) von Jumeirah. Es wird in Zusammenarbeit mit dem Wildtierschutzbüro Dubai betrieben, unterstützt von den tierärztlichen Einrichtungen der königlichen Familie von Dubai; Laborarbeiten führt das Central Veterinary Research Laboratory (CVRL) aus. Seit dem Start im Jahr 2004 hat das Projekt mehr als 2.150 Schildkröten freigelassen. Nach der anfänglichen Behandlung im Aquarium des Jumeirah Burj Al Arab werden die Tiere in der Schildkröten-Rehabilitationsstation im Jumeirah Al Naseem betreut.
2024 hat Dubai zum ersten Mal einen Nachhaltigkeitsbericht veröffentlicht. Die im Januar 2023 vom Herrscher von Dubai ins Leben gerufene Dubai Economic Agenda D33 zielt darauf ab, die Größe der Wirtschaft Dubais zu verdoppeln und gleichzeitig dazu beizutragen, Dubai als eine der nachhaltigsten Städte der Welt zu etablieren. 100 Prozent des gesamten Stroms sollen laut dieser Agenda bis 2050 aus sauberen Quellen stammen und 60 Prozent der Gesamtfläche bis 2040 als Naturschutzgebiete und ländliche Naturräume ausgewiesen werden.
Was die Landgewinnung durch das Aufschütten künstlicher Inseln anbelangt – wie etwa die Palm Jumeirah, auf der sich die Atlantis Resorts befinden – ist man vorsichtiger geworden. Erst im Januar 2024 hat Bauunternehmer Nakheel ein 2022 gestartetes Projekt abgeschlossen, um den dortigen Strand zu verbessern. Die Verbesserungsarbeiten an dem 55 Kilometer langen Abschnitt sollen die Strände von Palm Jumeirah vor der natürlichen Erosion schützen. Dazu wurden die Breite und die Neigung der Strände angepasst sowie 1,5 Millionen Kubikmeter einer speziellen Art von Meeressand hinzugefügt. Die Fertigstellung dieses Projekts soll auch zur Erhaltung der Meeresfauna und -flora und der Wasserzirkulation durch die Strände beitragen.
Auch im Sommer: Dubai wünscht sich noch mehr Tourismus
Nicht richtig voran geht es bei der 2003 gestarteten und später sowohl von der Wirtschaftskrise als auch der Corona-Pandemie verzögerten Erschließung der künstlichen Inselwelt „The World“. Die Inseln in Form von Ländern und Kontinenten wurden zwar vor 20 Jahren aufgeschüttet, sind aber weitgehend unbebaut und versanden. Ob „The World“ jemals fertiggestellt wird, steht heute vermutlich nicht nur aus Kostengründen, sondern auch wegen Nachhaltigkeitsbedenken in Frage.
Dennoch rechnet Dubai weiter mit steigenden Tourismuszahlen und bewegt vieles, um diesen Anstieg zu erreichen. Erst im Oktober 2024 begrüßte das zu Accors Ennismore-Gruppe zählende Hotel Delano Dubai erste Gäste in Bluewaters Dubai, einem Mixed-Use Komplex der Dubai Holding, das Areale für Wohnen, Einzelhandel, Gastronomie und Unterhaltung vereint. Das Haus, das vom Stil des von Philippe Starck entworfenen Delano-Originals in Miami beeinflusst ist, bringt weitere 167 Zimmer, 84 Suiten sowie drei Bars und Restaurants auf den lokalen Hotelmarkt.
Zudem wirbt Dubai nun mit speziellen Angeboten auch um Sommertouristen, in einer Jahreszeit, in der Einheimische wegen der Hitze entweder im Haus bleiben oder das Land verlassen. Ein Beispiel: Das Crowne Plaza Dubai Marina hatte bis Mitte September 2024 ein 36-Stunden-Sommerurlaubspaket mit Zimmer-Upgrades, kostenlosem Strand-Shuttle-Service und Check-out bis 22 Uhr aufgelegt. Mit Preisen ab 449 AED – rund 112 Euro – pro Nacht zielte dieses Paket speziell auf Familien.