Umfrage Trotz Kostendruck: Hotelbetreiber möchten stärker wachsen

Wachstum, Hotelmarkt
Nach den Corona-Jahren wieder auf Wachstumskurs: Hotelbetreiber in der DACH-Region. © AdobeStock.com/YURIMA (mit KI generiert)

Zu diesem Ergebnis kommt eine Erhebung von Select Hotel Consulting und Tophotel unter 30 Hotelbetreibern in der DACH-Region. Erst 38 Prozent der Befragten haben eine Bestandssanierung budgetiert.

In der DACH-Region möchten 69 Prozent der Hotelbetreiber trotz steigender Betriebskosten weiter expandieren. Das ergab eine Umfrage von Select Hotel Consulting und Tophotel unter Betreibern verschiedener Größe. Demnach möchten 52 Prozent der Befragten durch weitere Pachtverträge und 17 Prozent durch Objektzukäufe für den eigenen Bestand wachsen.

Potenzial für höhere Zimmerpreise bereits ausgeschöpft

Das Wachstum kann allerdings weder über signifikant höhere Zimmerpreise noch durch Betriebskostenoptimierung gesichert werden. Nachdem vier von fünf Betreibern ihre Zimmerraten seit 2021 um mindestens zehn Prozent erhöht haben, sehen 62 Prozent für dieses und kommendes Jahr keinen Spielraum mehr. 86 Prozent der befragten Teilnehmer beziffern das Einsparpotenzial ihrer Betriebskosten auf maximal zehn Prozent. Die ESG-konforme Sanierung des Portfolios ist zudem erst bei einer Minderheit der Betreiber mit eigenem Bestand genau geplant: 38 Prozent möchten hierfür bis 2026 zwischen einer und 30 Millionen Euro investieren.

Bestandssanierungen könnten Pläne dämpfen

„Nach den Corona-Jahren sehen wir die Hotelbetreiber in der DACH-Region wieder auf einem klaren Wachstumskurs“, kommentiert Tina Froböse, geschäftsführende Gesellschafterin von Select Hotel Consulting. „Dringend notwendige Preiserhöhungen konnten durchgesetzt, aber nicht immer die steigenden Betriebs- und Lohnkosten in vollem Umfang aufgefangen werden. Das geplante Wachstum kontrastiert jedoch mit der aktuellen Entwicklerkrise. Ebenso könnten noch anstehende Bestandssanierungen inklusive Pachterhöhungen die Expansionspläne einiger Betreiber dämpfen.“ Bislang haben erst 21 Prozent der Betreiber Pachterhöhungen seitens der Eigentümer in Aussicht gestellt bekommen.

Das Verhältnis zwischen Eigentümern und Betreibern ist grundsätzlich positiv zu bewerten. Mit einer Durchschnittsnote von 6,8 von 10 Punkten zeigen sich die Betreiber weitgehend zufrieden im Hinblick auf die Objektqualität und die Kommunikation. Die Pachthöhe, die durchschnittlich 22 Prozent des Jahresumsatzes der Betreiber ausmacht, erzielt 6,3 von 10 Punkten. Bei einer Mehrheit laufen die aktuellen Pachtverträge im Schnitt noch länger als zehn Jahre, sodass akute Anstiege außerhalb der Indexierung unwahrscheinlich sind.

An der Umfrage nahmen im Zeitraum von März bis Juni 2024 insgesamt 30 Betreiber teil. Unter Ihnen betreiben ein Drittel mehr als 50 Hotels und 20 Prozent mehr als 20.000 Zimmer. Dominierend vertreten waren Midscale- und Upscale-Betriebe mit 80 Prozent. Insgesamt verfügen die befragten Betreiber über mehr als 1.100 Hotels weltweit, davon mehrheitlich in der EU und 45 Prozent in Deutschland. red/brg

Select Hotel Consulting

Die von Tina Froböse gegründete und geführte Boutique-Beratung Select Hotel Consulting GmbH (Select) bietet Investoren, Kommunen und Kreditinstituten einen umfassenden Beratungsansatz rund um die Hotelimmobilie. Zu den Hauptkundengruppen zählen institutionelle Investoren, Fondsgesellschaften mit Hotelanteil sowie Family Offices.