Das Transaktionsvolumen im Hotelsegment lag 2023 bei rund 1,5 Milliarden Euro. Das entspricht im Vergleich zu 2022 einem Rückgang um 24 Prozent, wie die Immobilienberatung CBRE berichtet.
Das Transaktionsvolumen von rund 1,5 Milliarden Euro ist laut CBRE das niedrigste Volumen seit 2011. Das letzte Quartal 2023 war dabei wiederum, mit einem Volumen von 921 Millionen Euro, das stärkste Quartal des Jahres und gleichzeitig das dynamischste Quartal seit Beginn der Pandemie. "Das vergleichsweise gute Transaktionsvolumen im letzten Quartal verdeutlicht, dass die Assetklasse Hotels wieder zunehmend an Interesse gewinnt. Und auch der Preisfindungsprozess am Hotelimmobilienmarkt schreitet voran, wenngleich er noch nicht abgeschlossen sein dürfte", sagt Helena Rickmers, Associate Director Hotel Investment bei CBRE.
Zu den größten Transaktionen im vierten Quartal 2023 zählen:
- der europaweite Verkauf des Hostelbetreibers A&O mit insgesamt 28.500 Betten von TPG Real Estate an ein Joint Venture der StepStone Group und Proprium Capital Partners für umgerechnet 800 Mio. Euro. Im Eigentum der Kette befanden sich unter anderem zehndeutsche Häuser mit insgesamt 9.280 Betten.
- die Veräußerung des Center Parks Allgäu in Leutkirch an den europäischen Investmentmanager TwentyTwo Real Estate. Der Verkauf umfasste 750 der 1.000 Ferienhäuser sowie die wichtigsten Sport- und Freizeiteinrichtungen des Parks. Betreiber ist die französische Pierre & Vacances Gruppe.
- Der Ankauf der Azimut Hotels in Dresden mit 64 Zimmern und in Erding mit 54 Zimmern an die Trescher Verwaltungsgesellschaft aus München. Verkäufer war eine Tochtergesellschaft der russischen Azimut Hotelgruppe. Beide Häuser werden zukünftig unter der neuen Marke Andante Hotels betrieben.
- Die Veräußerung des Relaxa Hotels mit 134 Zimmern in Ratingen, als Teil der mischgenutzten Immobilie Calor Carré, an die Investment- und Entwicklungsgesellschaft Westgard von Philipp Tecklenburg. Verkäufer war die deutsche LEG Gruppe.
Bestandsimmobilien sind gefragt
Während in den Jahren zuvor – insbesondere in den Jahren vor der Pandemie – das Investmentgeschehen stark von Core-Transaktionen und zu einem erheblichen Anteil von Forward-Deals geprägt war, entfielen 2023 lediglich 14 Prozent auf Core-Transaktionen, so CBRE. Mehr als 90 Prozent des Transaktionsvolumens waren Bestandsobjekte. „Wir sehen aktuell große Nachfrage für Bestandsobjekte, entweder mit gut abgesicherten und langfristigen Pachtverträgen oder betreiberfrei und somit mit Value-Add-Potenzial“, sagt Rickmers. Jan Linsin, Head of Research bei CBRE in Deutschland erklärt, dass nicht die Rezession, sondern die stark gestiegenen Finanzierungskosten für Immobilien und die Renditen bei Alternativanlagen den deutschen Immobilieninvestmentmarkt 2023 ausgebremst haben. "Wir sehen jedoch erste Anzeichen einer Trendwende: Die zuletzt wieder rückläufigen Finanzierungszinsen und moderateren Renditen für festverzinsliche Wertpapiere sorgen für mehr Planungssicherheit und eine höhere Attraktivität von Immobilieninvestments“. Somit eröffne sich für manche Investoren gerade in der jetzigen Marktphase die Möglichkeit, sich am deutschen Immobilienmarkt zu positionieren und von dem sich positiv entwickelnden Hotelmarkt zu profitieren.

Vergleichsweise wenige Transaktionen in den Top-7
Wie schon 2022 entfiel laut CBRE mehr als die Hälfte des Transaktionsvolumens auf Städte außerhalb der Top-7-Standorte. Dennoch behielt Berlin mit einem Anteil von 17 Prozent am Volumen weiterhin den größten Anteil am Transaktionsgeschehen. Hamburg folgte mit einem Anteil von 15 Prozent auf dem zweiten Platz.
Ausblick auf 2024
„Der Hotelinvestmentmarkt in Deutschland zeigt durch die Stabilisierung der Zinsen sowie einer stetig sinkenden Inflation im letzten Quartal positive Trends. So sehen wir ein steigendes Investoreninteresse und einen robusten Hotelmarkt“, sagt Rickmers. Auch für die Betreiber erwartet sie dieses Jahr eine positive Entwicklung. Anstehende Großveranstaltungen, wie die Fußball-Europameisterschaft im Sommer, würden die Anzahl der Übernachtungen weiter steigen lassen. "Angesichts anhaltender Herausforderungen wie Personalmangel und steigenden Betriebskosten, erweisen sich sowohl kosteneffizientere Hotelkonzepte also auch die Luxushotellerie, die in der Lage ist, Kostensteigerungen effektiv durch höhere Preise auszugleichen, als besonders widerstandsfähig". red/sar