Wie entscheiden sich Reisende für ein Urlaubsziel? Und welche Destinationen stehen im kommenden Jahr im Fokus? Diese und weitere Fragen beantwortet ein Trendreport von Expedia.
In Zusammenarbeit mit der Ferienhausplattform FeWo-direkt hat das Online-Reisebüro Expedia seinen Reisetrendreport "Unpack ´24" für kommendes Jahr herausgebracht. Die Analyse basiert auf einer Auswertung interner Daten sowie einer globalen Umfrage unter mehr als 20.000 Reisenden.
1. Set-Jetting – Filme und Serien zum Nachreisen
Was bereits 2023 große Wellen geschlagen hat, setzt sich im kommenden Jahr fort: Set-Jetting, also das Reisen an Orte, an denen Filme und Serien spielen oder gedreht wurden, wird Reisende auch 2024 in seinen Bann ziehen. Mehr als die Hälfte der Reisenden weltweit (53%) und in Deutschland (51%) gibt in der aktuellen Trendumfrage von Expedia und FeWo-direkt an, dass sie schon einmal eine Reise zu einem Ort recherchiert oder sogar gebucht haben, den sie aus einem Film oder einer Serie kennen.
Eine Prognose der internationalen Top-Reiseziele für Set-Jetter im Jahr 2024 lässt sich auf Basis bevorstehender Film- und Serienstarts und den Reisedaten von Expedia und FeWo-direkt treffen:
- Thailand, das als Drehort in der dritten Staffel von „The White Lotus“ auftreten wird.
- Rumänien, das im Zuge der Veröffentlichung der zweiten Staffel von „Wednesday“ wieder als Drehort in den Fokus rücken wird.
- Malta, das als Drehort für „Gladiator 2“ dient.
- Paris, das im Rahmen der vierten Staffel von „Emily in Paris“ wieder im Rampenlicht stehen wird.
- Schottland, das in der letzten Staffel von „Outlander“ einen großen Auftritt haben wird.
- London, Bath und Windsor in Großbritannien, die in den neuen Staffeln von „Bridgerton“ und „The Crown“ als Drehorte in Erscheinung treten werden.
- Südkorea, das bei Reisenden durch die neue Staffel „Squid Game“ an Beliebtheit gewinnen wird.
2. "Destination Dupes" – Zwillingsziele weltweit
Was in der Beauty-Welt schon länger bewehrt ist, bahnt sich auch seinen Weg in den Tourismus. Die vor allem auf dem sozialen Netzwerk TikTok gefeierten „Dupes“ beschreiben Nachahmungen oder Alternativen, die den Originalen in ihrer Wirkung extrem ähnlich oder sogar identisch sind. Und so bieten auch "Destination Dupes“ einen vergleichbaren Erholungs- beziehungsweise Erlebniseffekt wie ihre populären Zwillinge, sie sind nur weniger bekannt.
Genau das ist es laut Expedia, was sie für Reisende so interessant macht. Weltweit jeder Fünfte – in Deutschland sind es 31 Prozent – möchte vor allem die „Hidden Gems“ unter den Reisezielen erkunden. Der Hauptgrund dafür: 58 Prozent der Reisenden aus Deutschland hoffen auf weniger andere Touristen an den Destination Dupes.
Noch können die unten genannten Reiseziele als „Destination Dupes“ bezeichnet werden, für alle verzeichnet Expedia jedoch ein erhebliches Plus an weltweiten Suchanfragen – für Taipei, Pattaya, Paros, Curaçao und Perth haben sich die Suchanfragen im Vergleich zum Vorjahr sogar mehr als verdoppelt.
- Taipei (Dupe für Seoul)
- Pattaya (Dupe für Bangkok)
- Paros (Dupe für Santorini)
- Curaçao (Dupe für die Karibikinsel Saint Martin)
- Perth (Dupe für Sydney)
- Liverpool (Dupe für London)
- Palermo (Dupe für Lissabon)
- Memphis (Dupe für Nashville)
3. Tour Tourism – Musikfans auf Tour
Welttourneen wie „Eras“ von Taylor Swift oder „Renaissance“ von Beyoncé haben bereits 2023 beträchtliche wirtschaftliche Effekte gezeigt, nicht zuletzt aufgrund des Tourismus, der in den Orten, in denen die Superstars auftraten, boomte. Die Daten von Expedia und FeWo-direkt zeigen: Dieser Trend setzt sich 2024 fort. 41 Prozent der Reisenden weltweit und 38 Prozent der deutschen Reisenden geben in der aktuellen Trendumfrage an, dass es im kommenden Jahr noch wahrscheinlicher als in 2023 ist, dass sie einen Trip unternehmen, um ein Konzert zu sehen.
Für fast ein Viertel der Reisenden weltweit (23%) sind Reisen innerhalb des eigenen Landes selbstverständlich. 15 Prozent würden auch in ein anderes Land reisen, um einen bestimmten Künstler oder eine bestimmte Künstlerin live zu erleben. In Deutschland sind es in Summe 18 Prozent, die die Landesgrenzen verlassen würden. 44 Prozent nutzen ein Konzert auch als Anlass, um eine neue Destination zu erkunden, in Deutschland sind es 41 Prozent.
4. Any Occasion – Zu jeder Gelegenheit gemeinsam verreisen
Laut der globalen Trendumfrage sucht jeder Vierte nach beliebigen Anlässen, um eine gemeinsame Auszeit zu buchen. Weltweit werden insbesondere Anlässe mit Arbeitsbezug genutzt, um einen Urlaub zu rechtfertigen. Der Eintritt in den Ruhestand, Jobwechsel oder Beförderungen werden als Gründe angegeben, um gemeinsam fernab der Heimat auf den neuen Lebensabschnitt anzustoßen.
In Deutschland zeigt sich der „Any Occasion“-Trend insbesondere in der Social Media-affinen Altersgruppe der 18- bis 34-Jährigen. 20 Prozent planen 2024 mindestens einen Trip, um eine Errungenschaft zu feiern. Angedacht sind unter anderem Reisen anlässlich des Jahrestags des ersten Dates (18%), eines neuen Jobs (17%) oder einer Scheidung beziehungsweise Trennung (10%).
5. Generation AI – Reisen mithilfe künstlicher Intelligenz
Der Einsatz generativer KI-Tools wie ChatGPT hat 2023 ganze Branchen inklusive der Tourismusbranche aufgewirbelt. Ein Ende der Begeisterung für die neue Technologie ist nicht in Sicht. Viel eher scheint die „Generation AI“ im Jahr 2024 erwachsen zu werden und die künstliche Intelligenz verstärkt auch für die Reiseplanung nutzen zu wollen, wie sich aus den Umfragedaten von Expedia und FeWo-direkt ablesen lässt.
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Demnach ist die Hälfte der Reisenden weltweit daran interessiert, ihre zukünftigen Urlaube mithilfe generativer KI-Tools zu planen. Auf 40 Prozent der deutschen Reisenden trifft dies ebenfalls zu. 21 Prozent hierzulande empfinden die Technologie bereits jetzt schon als sehr nützlich für die Reiseplanung. Der Grund: Die Tools vereinfachen und beschleunigen den Prozess. 32 Prozent der deutschen Befragten sagen, die künstliche Intelligenz würde ihnen helfen, eine passende Unterkunft zu finden. 24 Prozent nutzen sie, um Flüge zu vergleichen. 23 Prozent, um Aktivitäten vor Ort zu recherchieren, und 15 Prozent, um Stornierungen oder Änderungen an der Buchung vorzunehmen. red/sar