Reisetrends Nachhaltigkeit und KI gewinnen an Bedeutung

Reisetrend Nachhaltigkeit: Umweltverantwortung wird für deutsche Reisende zunehmend wichtiger. © AdobeStock/Kalyakan

Eine Trendstudie von Marriott Bonvoy untersucht das Reiseverhalten der Deutschen in den nächsten drei Jahren. Umweltverantwortung wird für viele Reisende zum 'Must-have'.

Reisende aus Deutschland beabsichtigen, ihre Ausgaben für Kurzurlaube und längere Reisen in den nächsten drei Jahren zu erhöhen und legen dabei verstärkt Wert auf Nachhaltigkeit. Zu diesem Ergebnis kommt die Trendstudie „Future Travel Trends 2024“, die von Marriott Bonvoy in Zusammenarbeit mit der Zukunftsforschungsagentur The Future Laboratory realisiert wurde. Die Untersuchung der Trends von Reisenden aus Deutschland ist Teil einer umfassenden Analyse der Reisepläne von 14.000 Reisenden aus Europa und dem Nahen Osten für die kommenden drei Jahre.

„Da sich der Urlaubsreisemarkt inzwischen wieder im Normalzustand befindet, haben wir nun die Möglichkeit, die Trends und Reisegewohnheiten der nächsten fünf Jahre zu erforschen“, kommentiert Neal Jones, Chief Sales & Marketing Officer, Marriott International – Europe, Africa & Middle East. „Die Auswirkungen von COVID auf die Reisebranche sind weiterhin spürbar, doch aufgrund der hohen Bedeutung, die das Reisen für die Menschen hat, kam es zu einer tiefgreifenden Veränderung in ihren Denkweisen und Budgetprioritäten. Wir können beobachten, dass Reisen nun bewusster geplant werden und eine emotionale Bindung zum Reisen entsteht, die mit den persönlichen Werten der Menschen übereinstimmt."

Trend: Aufstieg der Künstlichen Intelligenz

In der Studie heißt es, dass künstliche Intelligenz (KI) eine maßgebliche Rolle in der Reiseplanung spielen werde, da bereits heute 19 Prozent der deutschen Reisenden KI für diesen Zweck nutzen, wobei dieser Anteil bei jüngeren Erwachsenen von 18 bis 34 Jahren sogar bei 40 Prozent liegt. Von denjenigen, die KI für ihre Reiseplanung verwendet haben, gaben 86 Prozent an, dass dies ihre Urlaubsentscheidungen in gewisser Weise beeinflusst hat. Dieser Einfluss erstreckt sich auf die Buchung der empfohlenen Unterkunft (24 %), die Wahl der empfohlenen Reisezeit (21 %) und den Kauf empfohlener Speisen (21 %).

„Da neun von zehn Befragten, die bereits KI genutzt haben, angegeben haben, dass dies ihre Reisepläne beeinflusst hat, ist zu erwarten, dass dies in den nächsten drei Jahren noch weiter an Popularität gewinnt. Reiseanbieter wie wir müssen sicherstellen, dass wir relevante Informationen für KI zugänglich machen, damit diese genutzt werden kann, um den Menschen bei ihrer Urlaubsrecherche zu helfen.“

Neal Jones, Chief Sales & Marketing Officer, Marriott International – Europe, Africa & Middle East

Trend: Alternative Reiseziele

Ein weiteres Ergebnis der Trendstudie ist, dass alternative Reiseziele zunehmend an Bedeutung gewinnen werden. Hierbei handelt es sich um Reiseziele, die ähnliche Urlaubserlebnisse wie die traditionellen, bekannten Destinationen bieten, jedoch kostengünstiger sind oder näher am Wohnort liegen: beispielsweise eine Reise nach Prag anstelle von Paris, Antwerpen anstelle von Amsterdam, die Weinberge Nordspaniens statt Südafrikas, Surfen in Portugal statt auf Hawaii oder ein Urlaub in Marokko anstelle in Dubai. Fast ein Drittel (31 %) der befragten Studienteilnehmer, die in den nächsten drei Jahren einen Urlaub planen, beabsichtigen, Zeit und Geld zu sparen, indem sie ein alternatives Reiseziel wählen.

Trend: Slow Travel

Ebenfalls ein bedeutender Trend sei der „Slow Travel", bei dem Reisende sich mehr Zeit nehmen, intensiver in die lokale Kultur eintauchen, die Nutzung von Technologie reduzieren und ihren Einfluss auf die Umwelt minimieren. Knapp vier von zehn deutschen Reisenden (39 %) gaben laut der Studie an, bereits einmal einen „Entschleunigungsurlaub" gemacht zu haben, 26 Prozent bereits schon mehrmals. Etwa die Hälfte (45 %) plant, in den nächsten drei Jahren einen solchen Urlaub zu unternehmen.

Trend: Nachhaltigkeit

Im Verlauf der nächsten drei Jahre wird zugleich die Nachhaltigkeit zu einem immer bedeutenderen Thema. Mehr als die Hälfte der Befragten (57 %) ist bereit, für umweltfreundliche Unterkünfte einen Aufpreis zu zahlen, wobei der Durchschnittsbetrag, den sie zusätzlich zu investieren bereit wären, bei 11 Prozent liegt. Sieben von zehn Befragten (69 %) sind der Meinung, dass Unterkunftsanbieter und Reiseveranstalter eine Verantwortung tragen, die örtlichen Gemeinden zu unterstützen.

„Die Studie hebt hervor, dass in Deutschland zwei Trends besonders an Bedeutung gewinnen: Nachhaltigkeit und Künstliche Intelligenz, insbesondere bei jüngeren Reisenden unter 45 Jahren. Umweltverantwortung wird für viele dieser Reisenden von einem 'Nice-to-have' zu einem 'Must-have', und zwar in zunehmendem Maße.“

Neal Jones, Chief Sales & Marketing Officer, Marriott International – Europe, Africa & Middle East

Für viele Menschen habe Nachhaltigkeit bereits heute hohe Priorität. Beinahe jeder fünfte Erwachsene in Deutschland (17 %) hat angegeben, vor der Buchung der Unterkunft recherchiert zu haben, um deren Nachhaltigkeitsinitiativen zu überprüfen, während weitere 21 Prozent dies nach der Buchung taten. Zusätzlich gaben 57 Prozent an, dass sie den ökologischen Fußabdruck ihrer Reisepläne „gelegentlich" überprüfen, wobei derzeit nur 8 Prozent dies „immer" tun.

Trendwende für die Sommerferien?

Die außergewöhnlich hohen Temperaturen, die in diesem Sommer in Teilen Europas herrschten, könnten in den kommenden Jahren dagegen eine Trendwende in Bezug auf die Sommerurlaubspläne bewirken. Drei Viertel der befragten Deutschen (74 %) äußerten die Ansicht, dass, wenn solche Hitzewellen zur Regel werden, dies Auswirkungen auf ihre Planung haben würde. Wenngleich dies nicht zwangsläufig bedeutet, dass die Menschen ihre Sommerferien gänzlich aufgeben würden, so könnte es doch zu einer Anpassung in Bezug auf Reiseziele und Reisezeitpunkte führen. Mehr als ein Viertel (27 %) erwägt, stattdessen kühlere Orte aufzusuchen, 29 % würden zu anderen Zeiten reisen und 20 % planen einen alternativen Typ von Sommerurlaub.

Forecast: Reise- und Ausgabenplanung 2024

In Deutschland planen neun von zehn Erwachsenen (86 %) in den nächsten drei Jahren einen Urlaub, wovon 71 Prozent dies im Jahr 2024 tun werden. Von diesen Urlaubsplanern beabsichtigen 35 Prozent, „mehr als üblich" auszugeben, während 9 Prozent planen „viel mehr" auszugeben.

Obwohl Reisende bereit seien, in den nächsten drei Jahren mehr für ihre Urlaube auszugeben, stehe für sie weiterhin das Streben nach einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis im Mittelpunkt, um möglichst Geld zu sparen. Lediglich 6 Prozent der Personen, die in den kommenden drei Jahren eine Reise planen, haben kein Interesse an Einsparungsmöglichkeiten.

Ein Drittel der deutschen Reisenden (36 %) plant, Geld zu sparen, indem sie Inlands- anstelle von Auslandsreisen unternehmen, während 25 Prozent sich für All-Inclusive-Angebote entscheiden werden, um ihre Ausgaben besser zu kalkulieren und Kosten sicher planen zu können. Viele haben vor, durch frühzeitige Buchungen zu sparen, wobei 19 Prozent beabsichtigen, früher zu buchen, während 21 Prozent Last-Minute-Angebote in Betracht ziehen. Darüber hinaus möchten 11 Prozent Bonusprogramme nutzen, um ihren gesamten Urlaub oder einen Teil davon mit gesammelten Punkten zu bezahlen.

Die Trendstudie „Future Travel Trends 2024" wurde von Opinium mit 2.000 deutschen Erwachsenen vom 25. August bis 12. September 2023 durchgeführt. Landesweit repräsentativ. Sie ist Teil einer umfassenderen Studie mit 14.000 Erwachsenen in Europa und dem Nahen Osten. red/brg