Künstliche Intelligenz Hoteliers suchen nach Strategien für Einsatz von KI

QR Redebedarf Diskussionsrunde
Diskussionsrunde beim QR Redebedarf in den Design Offices in Frankfurt am Main: Auf der Suche nach Wegen, wie KI die Arbeitsabläufe unterstützen kann. © Stefanie Reinhardt

Das wurde beim Redebedarf von Quality Reservations in Frankfurt am Main deutlich. Experten gaben Tipps, wie künstliche Intelligenz den Menschen im Hotel helfen kann.

Zum Beispiel die General Managerin des Gekko Hotels in Frankfurt am Main, Antonia Sprungk. Sie war bei der Veranstaltung als Zuschauerin dabei. Sprungk nutzt ein Tool, das auf Chat GPT basiert, um Hotel-Bewertungen zu beantworten. "Am Anfang war das natürlich sehr zeitaufwändig", sagt sie. Der Chatbot sei bei Null gestartet und musste mit einigen Informationen gefüttert werden. Zum Beispiel, wie viele Zimmer das Hotel hat, wie die Öffnungszeiten sind, ob es ein Fitnessstudio oder ein Spa gibt.

Mit jeder Antwort lerne das KI-Tool aber dazu. "Mittlerweile funktioniert das sehr gut", sagt Sprungk. Sie setze es aber nur bei einfachen Bewertungen ein, bei denen es um Freundlichkeit, die Qualität oder Sauberkeit der Zimmer geht. "Alles was persönlicher wird, da setze ich mich selbst ran. Die persönliche Note im Hotel ist für mich wichtig."

KI kann Arbeit erleichtern

Auch bei den Ringhotels wird KI schon eingesetzt, sagt Social Media Manager Florian Rose. Auch Rose war im Publikum dabei, als einer von rund 120 Zuschauern und Zuschauerinnen. Er sagte Tophotel: "Wir sehen KI als Chance und nutzen es, um bei Social Media Posts zu generieren. Es ist eine enorme Arbeitserleichterung, geht wesentlich schneller und spart Zeit, die wir nutzen können, um mehr für den Gast dazu zu sein und andere Serviceleistungen zu erbringen." Trotzdem, sagt Rose, kontrolliert er die Textvorschläge der KI noch einmal.

Datenfluten bewältigen und Zeit für das Wesentliche gewinnen

Redebedarf-Speaker und KI-Experte Lars Thomas riet den Hoteliers, künstliche Intelligenz dort zu nutzen, wo viel mit Daten gearbeitet wird. So könnte KI zum Beispiel helfen, E-Mails zu beantworten und die Zufahrt zur Hotelgarage zu kontrollieren. Für den Wirtschaftshistoriker und Change Manager Klemens Skibicki liegen die Chancen von künstlicher Intelligenz für Hoteliers vor allem darin, große Datenfluten zu bewältigen und Zeit für das Wesentliche zu gewinnen. "Von KI bis Digitalisierung – wir müssen alles um den Menschen herum bauen. Wenn wir das richtig machen, wird uns das so viel Zeit geben, dass wir uns auf das konzentrieren können, was Maschinen nicht können. Und das ist menschliche Beziehungen aufbauen."

Grenzen für den Einsatz von künstlicher Intelligenz sieht auch Philipp Vogel, Managing Director und Culinary Chef im Hotel Orania Berlin. Vogel war als einer der Gäste bei der Diskussionsrunde des QR Redebedarfs dabei. Für Rezepte in der Küche braucht es aus seiner Sicht immer noch den Koch oder die Köchin."Ich glaube aber, dass uns die künstliche Intelligenz in der Küche auch helfen kann, zum Beispiel beim Einkauf, bei der Qualitätskontrolle von Produkten und beim Gestalten der Dienstpläne."

Offen für Ideen der Mitarbeitenden sein

Auch bei der Talkrunde mit dabei: Anne Heuer, Geschäftsführerin der Geschäftsstelle der HSMA Deutschland. Sie macht darauf aufmerksam, dass auch die Mitarbeitenden wissen müssen, wie KI richtig angewendet werden kann. "Hoteliers sollten offen für die Ideen der Mitarbeitenden sein und Raum zum Austesten lassen. Durch das spielerische Austesten steigern sich das Interesse und der Spaß daran, und damit steigt auch das Know-how."

Einige Fragen blieben offen: Zum Beispiel, inwieweit künstliche Intelligenz die Hotellerie revolutionieren könnte, und wann, ob in zwei oder erst in zehn Jahren? Auch, wie viel Geld Gastgeber künftig in den Einsatz von KI stecken müssen. Klar wurde aber: KI ist in den Hotels in einigen Bereichen schon angekommen. Dazu gehören die Kommunikation mit den Gästen, der Bereich der Buchungen, das Revenue Management und der Check-in.

Hören Sie dazu auch unseren Podcast Tophotel Today: