Gerichtsurteil Holidaycheck kämpft erfolgreich gegen Fake-Bewertungen

gericht-justiz-recht-adobe-stock-Studio_East
Das Online-Portal Holidaycheck erringt vor Gericht einen Sieg gegen die Agentur Goldstar Marketing. © Adobe Stock/Studio East

Die Online-Buchungsplattform siegt vor Gericht gegen die Agentur Goldstar Marketing. Was das Urteil konkret bedeutet.

Hotelbewertungen von Gästen, die eigentlich gar keine waren – Fake-Bewertungen im Netz führen Verbraucher in die Irre und sorgen unter Hoteliers für Unmut. Doch das könnte sich nun ändern: Die Online-Buchungs- und Bewertungsplattform Holidaycheck hat vor Gericht gegen Goldstar Marketing gewonnen und einen vollstreckbaren Titel auf Unterlassung, Schadensersatz, Auskunft und Erstattung der Kosten erwirkt. In dem Verfahren ging es demnach um das wettbewerbswidrige Verhalten des Unternehmens und des Hintermannes von Goldstar Marketing, das gefälschte Bewertungen von Produkten und Dienstleistungen verkauft.

Das weltweit operierende Unternehmen Goldstar zähle laut Holidaycheck wohl zu den größten Verkäufern von Fake-Bewertungen der Welt. Das erwirkte Urteil besagt, dass eine erneute Veröffentlichung von falschen Bewertungen bei Holidaycheck von Seiten Goldstar Marketing ab sofort vom Gericht mit Ordnungsgeldern oder Ordnungshaft belegt werden kann. Das Unternehmen müsse zudem dafür sorgen, dass die entsprechenden Bewertungen gelöscht werden und Holidaycheck Auskunft geben, von wem die gefälschten Bewertungen stammten. Die tatsächliche Unterlassung werde Holidaycheck regelmäßig überprüfen. Bereits 2019 hatte das Unternehmen vor dem Landgericht München einen Erfolg errungen, indem das Gericht Fake-Bewertungen als rechtswidrig eingestuft hatte.

Weiterer Meilenstein erzielt

„Nach dem entscheidenden Urteil 2019 ist dieses zweite Urteil ein weiterer wichtiger Meilenstein auf dem Weg zu mehr Transparenz bei Bewertungen und es zeigt, dass wir in unserem Vorgehen gegen Fake-Bewertungen auf dem richtigen Weg sind. Wir hoffen, dass uns die zivilrechtlichen Mittel ausreichen werden, um den Titel zu vollstrecken", so Christoph Ludmann, CEO von Holidaycheck. In der Vergangenheit hätte sich allerdings gezeigt, dass ein erfolgreicher Prozess noch nicht bedeute, dass Fake-Agenturen ihr Geschäft einstellen. Ludmann: "Parallel setzen wir uns deshalb auch zukünftig für klare politische und rechtliche Rahmenbedingungen ein und verfolgen unsere strikten Prüfmaßnahmen intensiv weiter.“

Die Authentizität von Bewertungen ist die Grundlage des Geschäftsmodells der Reisebuchungs- und Bewertungsplattform. Laut einer Studie der EU-Kommission werden 60 Prozent aller Kaufentscheidungen durch Bewertungen beeinflusst. 71 Prozent der VerbraucherInnen vertrauen bei der Buchung von Ferienunterkünften auf Online-Bewertungen. Diese Zahlen verdeutlichten die Relevanz von Bewertungen und die Notwendigkeit, Verbraucher vor manipulativen Bewertungen zu schützen.

Holidaycheck setze deshalb auf eine Null-Toleranz-Politik gegenüber Fake-Bewertungen und hat eine Initiative gegen Bewertungsbetrug gegründet, um für mehr Know-How, Transfer und Schulterschluss gegen Fake-Agenturen zu sorgen (www.gemeinsamgegenfakebewertungen.de). red/nz