Auslandschef Bezaubernde Gastkultur im Oman

Carsten Wiegandt blickt lächelnd und mit verschränkten Armen in die Kamera
Carsten Wiegandt ist General Manager im Kempinski Hotel Muscat im Oman. © Kempinski Hotel Muscat

Ein Job im Ausland zählt für viele zu den großen Verlockungen einer Karriere in der Hotellerie. Fach- und Führungskräfte aus Deutschland genießen international hohes Ansehen und sind sehr gefragt. In ­unserer Serie berichten Hospitality-­Profis von ihren Erfahrungen in der Ferne. Diesmal Carsten Wiegandt aus Muscat im Oman.

Seit knapp sechs Jahren lebt Carsten Wiegandt in der Hauptstadt des Oman. „Dieses Land ist das Authentischste der Region und zeichnet sich durch besonders freundliche Menschen aus“, sagt er und schwärmt: „Die Landschaft ist abwechslungsreich, vom Meer aus erreicht man in zweieinhalb Stunden das 3.000 Meter hohe Gebirge.“ Wiegandt schätzt am Oman die gelebte Gastfreundschaft, selbst wenn es dadurch wegen eines kleinen Willkommensschwatzes bei der Passkontrolle am Airport schon mal zu längeren Wartezeiten kommen kann.

Mit seinem Tourismusangebot wolle der Oman vor allem qualitätsbewusste Reisende ansprechen, Massentourismus sei nicht gewünscht. Beliebt bei Touristen seien zum Beispiel Übernachtungen in Wüstencamps. Doch auch Geschäftsreisende kommen. „Der Oman ist ein neutrales Land, das auch die Schweiz der Region genannt wird“, sagt der 56-Jährige. Daher finden dort auch viele internationale Tagungen statt. Gemäß der Vision „Oman 2040“ der Regierung sollen möglichst viele gute Arbeitsplätze und Ausbildungsmöglichkeiten geschaffen werden.

"Die Menschen sind authentisch und ­gastfreundlich, die Landschaft ist ­faszinierend."

Carsten Wiegandt

Fast die Hälfte der Mitarbeitenden im Kempinski Hotel Muscat sind Omani, auch die stellvertretende Hoteldirektorin. Die anderen Teammitglieder kommen aus 38 Ländern. Das moderne, direkt am Meer gelegene Hotel hat 310 Zimmer, 77 Residenzen, elf Restaurants, Bars und Lounges. 2019 wurde das Hotel mit dem Welt-Architekturpreis „Prix Versailles“ ausgezeichnet. Um die Mitarbeitenden mit anderen Mentalitäten und der Kempinski-DNA vertraut zu machen, gibt es internationale Trainingsprogramme und Austauschaufenthalte in anderen Betrieben. „Aber nicht alle Omani wollen unbedingt im Ausland arbeiten,“ sagt Wiegandt. „Viele schätzen es nach wie vor, im traditionellen Umfeld ihrer Großfamilien zu leben, die sie ungern für längere Zeit verlassen.“

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    Die außergewöhnliche, beleuchtete Außenansicht des Kempinski Hotel Muscat
    © Kempinski Hotel Muscat
    2019 wurde das Hotel mit dem Welt-Architekturpreis „Prix Versailles“ ausgezeichnet.
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    Der beleuchtete Außenpool des Kempinski Hotel Muscat mit Palmen.
    © Kempinski Hotel Muscat
    Der beleuchtete Außenpool bei Nacht.
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    Die außergewöhnliche Architektur des Kempinski Hotels.
    © Kempinski Hotel Muscat
    Die außergewöhnliche Architektur des Kempinski Hotel Muscat.

Er selbst ist schon 13 mal umgezogen. In seiner Heimatstadt Braunschweig hat er eine Ausbildung zum Restaurantfachmann gemacht. Danach arbeitete er im Renaissance Hotel in Düsseldorf und im Dorint Hotel in Freiburg. In Heidelberg schloss er die Hotelfachschule als Hotelbetriebswirt ab. Mitte der 1990er-Jahre zog es ihn zum ersten Mal ins Ausland. Seine erste Station: Wiegandt wurde Sales Manager mit dem Schwerpunkt Corporate und Events im Kempinski Hotel Beijing Lufthansa Center. Danach ging es wieder zurück nach Deutschland und auf der Karriereleiter weiter nach oben – als Regionaldirektor für Sales & Marketing bei Starwood. In dieser Zeit machte er auch seinen MBA.

2008 kehrte Wiegandt nach China zurück, wo er zum ­General Manager des Kempinski Hotels in Xiang ­avancierte. 14 Jahre blieb er im Land und leitete zwei Pre-Openings. Eine Erfahrung, die ihn schließlich zum Pre-Opening des Kempinski Hotels Muscat in den Oman führte. Was Wiegandt im Oman heute manchmal ­vermisst? „Das sind die vier Jahreszeiten oder die ­europäische Straßencafé-Kultur.“