17 Künstler verwandelten das Treppenhaus und die Innenwände des Hotels in eine Galerie. Die ebenfalls bunte Außenfassade soll zum 1. Oktober nun endgültig weichen.

Das Berliner Hotel ist vergangene Woche zur Ausstellung geworden: Künstler verwandelten das Innere in eine Galerie von Kunstwerken, die vor Ort von Publikum, Presse und den Künstlern begutachtet wurden. "Die Veranstaltung war ein großer Erfolg. Wir sind begeistert über die zahlreichen Besucher, die gekommen sind, um die Kunstwerke zu bewundern", äußerte sich Alexander Skora zufrieden. "Unabhängig vom Ausgang dieser Situation werden wir unseren Weg weitergehen. Kunst wird stets ein integraler Bestandteil des Happy Go Lucky Hotel & Hostel sein."
Bunte Fassade soll weichen
Unter den Anwesenden befand sich auch der Künstler Dom Browne aus Irland, der für die Gestaltung der Außenfassade des Hotels und Hostels verantwortlich war. Diese Fassade soll ab dem 1. Oktober endgültig von ihrer farbenfrohen Gestalt zu einer schlichten weißen Fassade zurückkehren.
Erst im Juni 2023 wurde berichtet, dass das Hotel sein Kunstwerk nach einer mündlichen Einigung zwischen der Bezirksbürgermeisterin von Charlottenburg-Wilmersdorf, Kirstin Bauch (Bündnis 90/Die Grünen), dem Gebäudeeigentümer Alexander Skora und dem Eigentümer des Gemäldes auf der Hausfassade, Alan Wolan, behalten darf. Auf Tophotel-Nachfrage bestätigte eine Sprecherin jetzt, dass "sich noch einmal umentschieden und die scheinbare „Mündliche“ Einigung von damals" nicht mehr gilt.
Langwieriger juristischer Streit
Das Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf hatte dem Eigentümer den 1. Oktober als Frist gesetzt. Andernfalls plane das Amt, auf Kosten des Eigentümers Alexander Skora eine Zwangsvollstreckung einzuleiten. Der Entscheidung zur Fristsetzung ging ein langwieriger juristischer Streit voraus. Anfangs drehte sich die Auseinandersetzung um "unzulässige Werbung", da der Eigentümer den Namen des Hostels auf die Fassade geschrieben hatte. Letztendlich führte die Entscheidung des Berliner Verwaltungsgerichts dazu, dass das als "extrem bunt" beschriebene Street-Art-Gemälde die Sicht auf ein nahegelegenes denkmalgeschütztes Gebäude beeinträchtigte. Das Urteil betonte, dass die "Kunstfreiheit ihre Grenzen findet", wenn das Ortsbild durch eine "Verunstaltung" beeinflusst wird.
Vor elf Jahren ließ Alexander Skora die Fassade in Orange streichen. Im Jahr 2016 verzierte Dom Browne diese mit Smileys, Herzen und einem stilisierten Schriftzug des Hostelnamens. Nun soll die Wand entweder beige oder grau übermalt werden. red/sar