Justiz Haftstrafe angetreten: Schuhbeck ist im Gefängnis

Gefängniszelle
Sternekoch Alfons Schuhbeck ist seine Haftstrafe angetreten. (Symbolbild) © bibiphoto - stock.adobe.com

Vor knapp einem Jahr wurde Star-Koch Alfons Schuhbeck wegen Steuerhinterziehung in Millionenhöhe zu einer Gefängnisstrafe verurteilt - jetzt hat er seine Haft angetreten.

Star-Koch Alfons Schuhbeck sitzt jetzt im Gefängnis. Am Mittwoch trat er seine Haftstrafe wegen Steuerhinterziehung an, wie die Leiterin der Justizvollzugsanstalt Landsberg am Lech, Monika Groß, bestätigte. Zuvor hatte die "Augsburger Allgemeine" berichtet.

Schuhbecks Anwalt Tobias Pretsch äußerte sich zunächst nicht dazu. "Wir werden uns zu Ihrer Anfrage nicht äußern und kommentieren die Verlautbarungen der Staatsanwaltschaft nicht. Gleiches gilt für unseren Mandanten", hatte er gesagt, nachdem die Staatsanwaltschaft München I Schuhbeck in der vergangenen Woche zum Haftantritt geladen hatte.

Mehr als zwei Millionen Euro Steuern hinterzogen

Der Star-Koch war im Oktober vergangenen Jahres wegen Steuerhinterziehung in Millionenhöhe zu drei Jahren und zwei Monaten Haft verurteilt worden. 2,3 Millionen Euro hat Schuhbeck nach Ansicht des Landgerichts hinterzogen. Das Gericht war überzeugt davon, dass Schuhbeck mehr als 1.000 Mal in die Kasse von zwei seiner Restaurants gegriffen und so Geld hat verschwinden lassen. Dazu nutzte er ein Computerprogramm, das ein Angestellter in seinem Auftrag erstellt hatte.

Schon ab einer Million ist eine Haftstrafe nach aktueller Rechtsprechung nahezu unumgänglich. Doch Schuhbeck kämpfte weiter, legte - obwohl er vor Gericht nach einigem Zögern weitgehend gestanden hatte - Revision gegen das Urteil ein, das der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe im Juni allerdings weitgehend bestätigte. Es sei "im Wesentlichen rechtskräftig", entschied der BGH.

Insolvenzverfahren eröffnet

Schuhbeck steht nach dem Urteil und nach der Insolvenz seiner Restaurants vor den Trümmern einer großen, langen Karriere. Geblieben sind nur noch seine Gewürzläden, die von der Schuhbecks Company verwaltet werden und um die es zuletzt auch immer wieder Streit gab wegen ausgebliebener Mietzahlungen.

Inzwischen wurde auch gegen Schuhbeck selbst ein Insolvenzverfahren eröffnet. Die Gläubigerversammlung ist für September terminiert. Außerdem läuft eine Räumungsklage gegen ihn, weil die Miete für seine Privatwohnung nicht fristgerecht gezahlt worden sein soll. Eine für Anfang August geplante Gerichtsverhandlung wurde aber "auf Antrag beider Parteivertreter" auf Ende Oktober verlegt - wohl, um eine außergerichtliche Einigung zu erreichen.

Auch nach seiner Verurteilung und dem Verlust seiner Restaurants und Fernseh-Engagements arbeitete Schuhbeck weiter, trat im "Teatro" auf, das ihm ebenfalls nicht mehr gehört. Bis kurz vor seinem Haftantritt gab er noch Kochkurse in seinem Gewürzladen und trug, wann immer er im Zentrum seines früheren Imperiums am Münchner Platzl gesehen wurde, seine strahlend weiße Kochjacke. dpa