Die Explosion bei den Energiekosten, Zinssteigerungen und die anhaltend hohe Inflation sind einige der Sorgen, die die Branche derzeit umtreiben – so das Fazit beim Jahrestreffen deutschsprachiger Verbände.
Vom 11. bis 13. Juni 2023 trafen sich in Vaduz im Fürstentum Liechtenstein die deutschsprachigen Verbände der Hotellerie und Gastronomie zum traditionellen jährlichen Austausch. Das zentrale Thema dieses Treffens war der Austausch zur Arbeitsmarktsituation. Alle Ländervertreter sind sich einig, dass der gravierende Arbeits- und Fachkräftemangel eine der großen Herausforderungen der kommenden Jahre sein wird, zumal die Branche dort in direkter Konkurrenz zur gesamten Wirtschaft steht.
Unterstützung aus der Politik ist gefragt
Die Digitalisierung, neue Arbeitsmodelle (z.B. Teilzeitmodelle, Homeoffice), die demografische Entwicklung und länderspezifische Immigrationsbeschränkungen spielten dabei eine zentrale Rolle. Die Verbände hätten diesbezüglich bereits Maßnahmen im Rahmen ihrer Möglichkeiten zur Mitarbeitergewinnung und -bindung mit betroffenen Betrieben eingeleitet. Die Verbände fordern außerdem: "Gemeinsam müssen mit der Politik langfristig tragfähige Lösungen gesucht werden, um eine nachhaltige Schwächung der Leistungsfähigkeit der Branche zu verhindern."
Nach einem Hoffnung machenden Geschäftsjahr 2022 und den positiven Prognosen für das laufende Geschäft stehe die Hotellerie und Gastronomie in Deutschland, Österreich, Schweiz, Südtirol, Luxemburg und Liechtenstein noch vor weiteren Herausforderungen. Die Explosion bei den Energiekosten, die Zinssteigerungen und die anhaltend hohe Inflation haben den Druck auf die Betriebe deutlich erhöht. Die daraus resultierenden Kostensteigerungen können nicht oder nur teilweise an die Gäste weitergegeben werden und belasten somit die Nettorenditen.
Ein weiterer wichtiger Punkt auf der Tagesordnung war die gesamte Situation rund um die Energiegesetzgebung im Hinblick auf die Bereiche Energieeffizienz, Energiegewinnung und CO2-Reduktion. Mit Sorge wurde festgestellt, dass die Energie- und CO2-Debatte zunehmend ideologisch und emotional geführt wird. Die 20 anwesenden Vertreter der nationalen Verbände wünschen sich daher eine Rückkehr zu einer faktenbasierten Diskussion und signalisierten gleichzeitig die Bereitschaft zur Eigenverantwortung und zur konstruktiven Zusammenarbeit mit allen Beteiligten in diesem für die Zukunft so entscheidenden Thema.
Konkret wurde zudem vereinbart, einen Workshop zum Austausch und Abgleich der verschiedenen Initiativen und Programme im Bereich Nachhaltigkeit durchzuführen. Ziel ist es, allfällige gemeinsame Kooperationsmöglichkeiten auszuloten.