Fast zehn Jahre wurde das Schloss Lerbach nicht betrieben. Die Schloss Lerbach GmbH hat das rund 26,5 Hektar große Areal erworben und will es wiederaufleben lassen – unter anderem mit einem Dorint Hotel.
Im Fokus der Sanierungsarbeiten, die mit drei Jahren Bauzeit veranschlagt sind, steht der behutsame Umgang mit den geschichtsträchtigen Gebäuden und dem ebenfalls unter Denkmal- sowie unter Naturschutz stehenden englischen Landschaftsgarten. "Uns geht es nicht um den bloßen Erhalt der Bausubstanz", erklärt Heribert Landskron-Reißdorf ihre Intention. "Unser Ziel ist vielmehr, den ursprünglichen Charakter von Schloss Lerbach wieder herauszuarbeiten."
Zur Reaktivierung und zum ökonomischen Betrieb sei eine deutliche Erweiterung nötig. Der Plan umfasst ein Hotel mit rund 125 statt der bisherigen 60 Hotelzimmer, ein Bistro sowie ein Restaurant mit regionaler Küche. Ein Tagungs- und Eventbereich sowie ein Spa mit Schwimmteichen runden die neue Anlage ab. Als Pächter konnte Dorint gewonnen werden. "Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit und finden es besonders charmant, dass wir mit Dorint nicht nur einen versierten, sondern eben auch einen lokalen Partner gefunden haben", erklärt Ute Reißdorf.
Die Strategie für den Fortbestand der Anlage sei es, den denkmalgeschützten Altbestand komplett zu renovieren und eine Erweiterung mit einem Zimmertrakt vorzunehmen, der in die Natur eingebettet ist und nicht in Konkurrenz mit dem Bestandsobjekt steht.
Hohe ökologische Ansprüche
Nachhaltigkeit sei ein weiterer Grundsatz der Planungen. So nutzen die Bauträger zur Erweiterung ausschließlich bereits bestehende versiegelte Flächen wie den ehemaligen Hotelparkplatz. Überall dort, wo alte Versiegelungen überflüssig werden, sollen sie zurückgebaut werden. Zudem kommen ökologische Baustoffe wie Holz und grüner Beton zum Einsatz. Das Regenwasser aller Dachflächen versickert künftig umweltverträglich über eine große Rigole, ein unterirdisches Auffangbecken auf dem Gelände. Für einen nahezu CO2-neutralen Betrieb wurde außerdem die Belkaw GmbH mit Untersuchungen beauftragt. Erste Ergebnisse würden bereits vorliegen und derzeit ausgewertet werden.
"Es sollen ein Haus und ein Park für alle werden, eine echte Begegnungsstätte", sagt Landskron-Reißdorf. Daher werde man den Park wieder für die Öffentlichkeit zugänglich machen. Aus diesem Grund habe man sich auch bewusst für ein abwechslungsreiches Gastronomiekonzept für jedermann entschieden. Darüber hinaus wird es ein großes kulturelles Angebot geben.
Über Schloss Lerbach
Das heutige Schloss Lerbach steht auf einem rund 26,5 Hektar großen Areal mit englischem Landschaftspark. Es befindet sich im Lerbacher Wald am Rand des Bergisch Gladbacher Stadtteils Sand. Seit 1. Januar 2023 ist die Schloss Lerbach GmbH & Co. KG, eine Gesellschaft der Kölner Familie Reißdorf, Eigentümerin von Schloss Lerbach.
Die ursprünglich auf dem Gelände erbaute Wasserburg fand erstmals 1384 Erwähnung. Nach wechselhafter Geschichte kaufte 1893 Papierfabrikant Richard Zanders das gesamte Gelände inklusive aller Gebäude. Die Familie, deren Nachfahren bis zuletzt das Anwesen besaßen, ließ das heute als Schloss Lerbach bekannte Herrenhaus im englischen Landhausstil erbauen und den Park anlegen. Ein Jahr nach Fertigstellung des neuen Gebäudes begann der Abriss der mittlerweile baufälligen Wasserburg. Doch ein Teil der alten Anlage blieb über die Zeit bewahrt. So zeugen die schwarz-weißen Bodenfliesen im Eingangsbereich sowie der Kamin von den historischen Anfängen. 1987 hielt Haus Lerbach Einzug in die Denkmalliste der Stadt Bergisch Gladbach.