Wo unternehmerischer Mut, Kreativität und Freude am Genuss zusammenkommen, kann selbst an den ungewöhnlichsten Orten erfolgreiche Hotellerie entstehen: Aus dem Kraichgau-Dörfchen Tiefenbach haben die Familien Heiler und Jacklin ein Destination-Resort für unterschiedlichste Zielgruppen geschaffen.
Am Anfang war ein insolventer Golfplatz. Die Anlage in Östringen-Tiefenbach beschloss Heinz Heiler im Jahr 1996 zu übernehmen – und auszubauen. Gleichzeitig erkannte der erfolgreiche Unternehmer aus der Kraichgau-Region das Potenzial seiner Heimat als Tourismus-Destination. Denn der Kraichgau zeichnet sich nicht nur durch sanfte Hügel, Weinberge und Waldlichtungen aus, sondern auch durch die Anbindung an Städte wie Mannheim, Heidelberg, Pforzheim, Karlsruhe oder Heilbronn, die sich alle weniger als 50 Kilometer entfernt befinden.
Auf die Investition in den Golfplatz, den Heiler zu einem großzügigen Golf-Resort mit mediterranem Restaurant, Tagungsräumen, Shop, Fitness sowie Wellnessbereich ausbaute, folgten die beiden Weingüter Heitlinger und Burg Ravensburg, beides zertifizierte Bio-Weingüter und Mitglieder im Verband der Prädikatsweingüter (VDP), sowie die Hotels Heitlinger Hof und Kreuzberghof. Alle Objekte sind heute unter dem Oberbegriff Heitlinger Genusswelten zusammengefasst, die Hotels zudem jeweils Mitglied im Markenverbund „Hotels auf dem Golfplatz“.
Das Heitlinger Golf Resort ist auf der Plattform Golfsterne.de gelistet, das den 18-Loch-Meisterschaftsplatz im Rahmen der internationalen Golfanlagenklassifizierung mit fünf Sternen ausgezeichnet hat. Weiterhin ist die Golfanlage Mitglied beim Bundesverband Golfanlagen (BVGA). Der heute 83-jährige Heinz Heiler zog mit 78 Jahren selbst nach Tiefenbach, in ein neues Haus am Hang, von wo aus er sein Genuss-Imperium seither immer im Blick hat.
Design-Inspiration von Motel One
Das 31-Zimmer-Hotel Heitlinger Hof, entworfen nach Plänen von Architektin Christine Jacklin, einer der drei Töchter von Heinz Heiler, eröffnete im Jahr 2014. "Bei der Planung waren mir die Symbiose aus Moderne und Natur mit einer ganz besonderen Wohlfühlatmosphäre sehr wichtig", so Christine Jacklin, die sich bei der Gestaltung des Hotels auch Anregungen beim Design-Team von Motel One geholt hatte. Ihr Vater zählte bereits 1997 zu den Investoren in die Astron Hotels, die Motel-One-Gründer Dieter Müller bis zur Jahrtausendwende betrieb und dann an NH verkaufte. Danach beteiligte sich Heiler auch an der Gründung von Motel One, seine Familie hält heute noch zirka zehn Prozent an der expansiven Budget-Design-Gruppe.
Das Motto Wein zieht sich als roter Faden durch das gesamte Hoteldesign. Die Lobby ist als Weinbibliothek gestaltet und bietet Gästen sowohl eine Kaffeebar als auch Selbstbedienungskühlschränke mit Kaltgetränken. Zum Hotel gehören ein Frühstücksrestaurant sowie ein kleiner, feiner Wellnessbereich mit finnischer Sauna, Dampfbad und Sanarium, Fitnessraum mit Cross-Trainer, Laufband, Ergometer, Kraftstation und drei Tagungsräume. Zudem können die Räume der nebenliegenden Vinothek für Konferenzen und Bankette genutzt werden.
Drei weitere multifunktionale Tagungsräume für bis zu 100 Personen mit Zugang zur Terrasse mit 80 Außenplätzen und Ausblick auf die Fairways des Golfplatzes befinden sich im Golf-Resort. Alle Hotelzimmer im Heitlinger Hof haben einen Balkon oder eine Terrasse. Die 23 Quadratmeter großen Komfort-Zimmer, die Superior-Zimmer in den höheren Etagen des Hotels (28 qm) und die beiden Junior-Suiten (47 qm) bieten alle geräumige Schränke und viel Ablagefläche, Badezimmer mit ebenerdiger Dusche und WC, Sitzecken, 40-Zoll-Flatscreen-TV, Klimaanlage, Safe, W-Lan sowie USB-Steckdosen für PC und Smartphone. Ab der Superior-Kategorie sind die Toiletten getrennt vom Bad, und es gibt eine Minibar.
Das Familienunternehmen Heiler-Jacklin
Die Genusswelten sind zu 100 Prozent im Familienbesitz. Hierzu gehört die Heiler Beteiligungs GmbH (Waghäusel). Diese wiederum ist Eigentümerin der Heitlinger Golf Resort GmbH, der Heitlinger Gastro & Hotel Betriebs-GmbH sowie der Weingüter Heitlinger & Burg Ravensburg GmbH. Christine Jacklin (rechts), die Tochter von Gerlinde (links) und Heinz Heiler (Mitte, sitzend) ist als Geschäftsführerin der Heitlinger Genusswelten für das Tagesgeschäft sowie die gestalterische Planung und die Umsetzung aller Baumaßnahmen verantwortlich.
Ihr Mann Warren Jacklin (Zweiter von rechts), Sohn der britischen Golflegende Tony Jacklin, ist Geschäftsführer des Heitlinger Golf Resorts und Head-Pro der Jacklin Academy. Seit 2019 sind bereits zwei der insgesamt vier Söhne der Jacklins im Unternehmen tätig: Philip Jacklin (Zweiter von links) übernahm nach seinem Sportmarketing-Studium das Marketing der Heitlinger Genusswelten, sein Bruder Patrick (rechts) studierte Tourismus und absolviert derzeit ein Zweitstudium im Weinmanagement. Für die Weinproduktion der Heitlinger Genusswelten zeichnet Winemaker Claus Burmeister (nicht im Bild) verantwortlich.
Beliebte Destination zum Tagen, Golfen, Radfahren und Wandern
Als jüngstes Genusswelten-Mitglied stieß 2020 der Kreuzberghof dazu. Der gut eingeführte Landgasthof stand mangels Nachfolge zum Verkauf, und da Familie Jacklin bereit war, sich langfristig in den Heitlinger Genusswelten zu engagieren, investierte Heinz Heiler ein weiteres Mal in sein neues Heimatdorf. Durch den Erwerb des Kreuzberghofs erhöhte sich das Zimmerangebot der Heitlinger Genusswelten auf mehr als 70. Das 40-Zimmer-Haus direkt am Kreuzbergsee liegt auf einem 10.000 Quadratmeter großen Grundstück und verfügt über Tagungsräume für bis zu 200 Personen und einen Wellnessbereich mit Dampfbad, Aromabad, Rhassoul und Bauernsauna.
Direkt nach der Übernahme begann Familie Heiler den Kreuzberghof zu sanieren. Die meisten Zimmer – naturnah mit viel Holz gestaltet – erhielten zunächst eine Soft-Renovierung, neue Polsterungen und Farben. Teilweise wurden Teppichböden durch Holzböden ersetzt, die Renovierung wird aktuell weiter fortgesetzt. In den Bädern wurden die Armaturen mit Produkten von Hansgrohe aus Schiltach im Schwarzwald erneuert.Das gemütliche Restaurant des Hofs bietet Platz für 300 Personen, im Sommer wird die große Terrasse mit insgesamt 200 Plätzen bespielt. Zudem gibt es einen Biergarten. Eine größere Investitionssumme verschlang die zunächst ursprünglich nicht geplante Komplettrenovierung der Küche und ihre Ausstattung mit Blanco- und Miele-Geräten. Die Speisekarte dominieren heute deutsche und alpenländische Gerichte. Eine Suppe beispielsweise kostet 6,50 Euro, das Tiroler Knödel-Tris aus Spinat-, Käse-, und Rote-Beete-Knödel 16,50 Euro. Teuerster Hauptgang ist „Heitlinger’s Zwiebelrostbraten mit Burgunderjus und Butterspätzle“ für 25,90 Euro.
Von diesem Angebot profitieren auch die Gäste des Heitlinger Hofs, der selbst kein Restaurant betreibt. Hotel- und Tagungsgäste sowie Besucher der Vinothek können zwischen dem Restaurant „Albatros“ im Golfresort und dem Restaurant im Hotel Kreuzberghof wählen. Das direkt hinter der Vinothek gelegene Restaurant im Weingut Heitlinger öffnet nur für Events oder Tagungen, es ist lediglich durch eine deckenhohe Glaswand vom Barriquekeller getrennt – zugleich eine spektakuläre Kulisse.
"Vordenker des ökologischen Weinbaus"
Als Tagungsdestination haben die Unternehmen der Heitlinger Genusswelten viel zu bieten: Die vielen Freiflächen eignen sich hervorragend für unterschiedlichste Teambuilding-Events, hinzu kommen Golf-Schnupperkurse oder Weinproben. Das Golf-Resort hat sich aber auch in der Golf-Welt einen Namen gemacht, zieht Golfer aus dem In- und Ausland nach Tiefenbach. Darüber hinaus ist die Destination auch bei Radfahrern und Wanderern sehr beliebt.
Gleichzeitig füllen die Weingüter heute über eine Million Flaschen pro Jahr ab und exportieren diese in 42 Länder. Mit insgesamt 120 Hektar Anbaufläche zählen Heitlinger und Burg Ravensburg dabei mittlerweile zu den größten und erfolgreichsten Bio-Weingütern in Deutschland. Das zeigt Wirkung: Erst 2022 wurde Heinz Heiler von Gault-Millau als „Vordenker des ökologischen Weinbaus“ ausgezeichnet.
