Der Digitalisierung zum Trotz müssen in deutschen Hotels die Meldeschein noch immer in Papierform vorgelegt werden – der Gast unterschreibt ganz „oldschool“ mit einem Stift. Der Hauptgeschäftsführer des Hotelverbandes Deutschland (IHA), Markus Luthe, findet das überholt und fordert in seinem Blog jetzt von der Politik eine „echte Entbürokratisierung“.
Nach dem Bundesmeldegesetz müssen Hotels den Gästen am Tag ihrer Ankunft einen Meldeschein vorlegen. Während in anderen Ländern bereits der vollständige Check-in mittels App oder eine digitale Unterschrift beziehungsweise Signatur Gang und Gäbe sind, muss der Gast in Deutschland eigenhändig auf dem Formular unterschreiben. Der Hotelier darf den Schein zwar schon mit den Gästedaten vorab ausfüllen – die Unterschrift muss trotzdem vom Gast mit dem Stift gesetzt werden.
Für IHA-Hauptgeschäftsführer Markus Luthe ist das ein überholter Prozess, wie er in seinem jüngsten Blogartikel unter dem Titel "Handarbeit" darlegt. Es sei nachvollziehbar, dass beispielsweise die Sicherheitsbehörden auf die Meldescheine setzen – ob es tatsächlich Fahndungs- oder Aufklärungserfolge gebe stellt Luthe infrage. Auch sei es ärgerlich für die Hotellerie, dass etwa die Sharing-Economy von der Meldepflicht nicht betroffen ist. „Es wird Zeit für ein Update der Hotelmeldepflicht“, fordert er. Die Pflicht zur handschriftlichen Unterzeichnung dieses Formulars in Zeiten der Digitalisierung gehöre auf den Prüfstand beziehungsweise ganz abgeschafft.