In den Stromrechnungen von Hotels macht der Leistungspreis oft einen hohen Anteil aus. Er fällt für die Nutzung der Stromnetz-Kapazität beim Netzbetreiber und für die Nutzung der Kraftwerks-kapazitäten beim Energieversorger an. Der Energieversorger misst und speichert im Energiezähler für jede Viertelstunde den Verbrauch und die Mittelwerte der Leistung. Die Viertelstunde in einem Monat mit der höchsten Leistung wird als Monats-Leistungsspitze herangezogen. Je nach Tarif entscheiden dann zum Beispiel die drei höchsten Monats-Leistungsspitzen im Jahr über die Jahreskosten für die Leistung.
Das folgende Rechenbeispiel stützt sich auf Erfahrungen im Berwanger Hof/Allgäu. In dem Hotel mit großem Gastronomiebereich und einer Wellnesslandschaft sorgt ein Blockheizkraftwerk (BHKW mit 30 kW el.) für Strom und Wärme. Zu besonderen Anlässen richtet das Hotel große Feierlichkeiten aus. Die höchsten Leistungsspitzen entfallen dabei auf Januar, Mai und August.
Kosten ohne Lastmanagement
Die Küche läuft auf Hochbetrieb, gleichzeitig verbraucht der Wellnessbereich viel Energie. So fällt die erste Monats-Spitzenlast im Januar an: Bei der Neujahrsparty werden zwischen 00:00 und 00:15 Uhr 30 kWh Strom verbraucht. Das entspricht in diesem Zeitraum einer Leistung von 120 kW. Im Mai ist dann die zweite Monats-Spitzenlast zu verzeichnen: Zum Pfingstfest herrscht zwischen 16:45 und 17:00 Uhr Ausnahmezustand in der Küche. Die Sauna läuft auf Hochtouren, es wird eine Leistung von 100 kW abgerufen. Eine große Hochzeitsfeier im August sorgt in dem Wellnesshotel dann für die dritte Monats-Spitzenlast: Zwischen 23:45 und 00:00 Uhr fällt eine Leistung von 110 kW an. Der Energieversorger bildet den Durchschnitt aus diesen drei Lastspitzen: 110 kW Jahresleistung. Bei einem Leistungspreis von 102 Euro pro kW/Jahr zahlt der Hotelier 11.220 Euro.
Zum Anschluss der Küchengeräte an das Lastmanagementsystem sind keine intensiven Umrüstungen der Geräte erforderlich. Geräte, die die Anforderungen der DIN 18875 einhalten, verfügen bereits über eine einheitliche Schnittstelle. Das Hotel kann für das Lastmanagement zwei Betriebsarten einstellen: entweder die permanente Einhaltung eines fest eingestellten Höchstwertes oder eine dynamische Leistungsoptimierung am Bedarf. Dadurch ist sichergestellt, dass die Arbeitsprozesse der Mitarbeiter auf keinen Fall gestört werden.
- Adressen
- Hotel Berwanger Hof
www.berwangerhof.de
Adelphi Research
www.adelphi.de
Energiekampagne Gastgewerbe
www.energiekampagne-
gastgewerbe.de
Sicotronic
www.sicotronic.de
Rund 7.200 Euro gespart
Nach Inbetriebnahme misst das System ständig die Leistung des gesamten Hotels, erfasst sekündlich den Zustand der angeschlossenen Geräte und greift automatisch ein. Die dynamische Betriebsweise reguliert den Leistungsbedarf kontinuierlich auf ein Minimum, ohne dass die Mitarbeiter und Gäste etwas davon merken. Besonders die Waschküche und die Saunen erweisen sich als sehr gute Puffer, um kurzfristige Stoßzeiten in der Küche abzufedern. Die zusätzliche Optimierung der Betriebsweise des BHKW rundet die Leistungsreduzierung ab. Weil das Lastmanagementsystem auch die Lüftungsanlagen am tatsächlichen Bedarf schalten kann, wird zusätzlich Energie eingespart.
Die Leistungsspitzen konnten auf die Hälfte reduziert werden, was eine Halbierung der Jahreskosten für die Leistung in Höhe von 5.600 Euro zur Folge hat. Die Steuerung der Lüftungsanlage sorgt zusätzlich für Kostensenkung von circa 1.600 Euro. Da der aktuelle Leistungsbedarf und die Betriebszeiten der einzelnen Geräte jederzeit online auf PC oder Smartphone angezeigt werden können, lässt sich vom Hotelier jederzeit nachvollziehen, ob im Betrieb alles nach Plan läuft, wie sich Verhaltensänderungen der Mitarbeiter auf den Energieverbrauch auswirken und ob umgesetzte Energieeffizienzmaßnahmen wirklich greifen. |