Stolberg im Harz: Schloss wird zum Hotel

Deutsche Stiftung Denkmalschutz, rechts: Deutsche Stiftung Denkmalschutz/Matthias Wagner © Deutsche Stiftung Denkmalschutz, rechts: Deutsche Stiftung Denkmalschutz/Matthias Wagner
Für das Schloss Stolberg im Südharz, ein Haus der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, wird kräftig investiert. Bisher flossen über 22 Millionen Euro in die Sanierung der Anlage, weitere Mittel werden nun für den Ausbau zum Hotel bereit gestellt. Hotelpächter wird Dr. Clemens Ritter von Kempski sein.
 
Stolberg/Harz, 21. November 2014 | Dr. Wolfgang Illert, Vorstand der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, informierte am 20. November im Barocksaal des Schlosses Stolberg über die bisherigen Arbeiten an der bedeutenden Schlossanlage und den nun beginnenden nutzungsgebundenen Ausbau als Hotel. Der zukünftige Pächter, Dr. Clemens Ritter von Kempski, stellte der Öffentlichkeit während des Pressetermins das neue Nutzungskonzept vor. Von Kempski betreibt bereits zwei weitere Hotels in Stolberg. Im Schloss sollen 50 bis 60 Zimmer auf Vier-Sterne-Niveau entstehen.
 
Schloss Stolberg konnte bisher mit über 22 Millionen Euro restauriert werden. Möglich wurde dies insbesondere dank der Unterstützung des Landes, erheblicher EU-Mittel, der Lotterie Glücksspirale sowie der Spenden der Förderer der Stiftung. 1157 wurde die Stadt Stolberg zum ersten Mal urkundlich erwähnt, schriftliche Hinweise auf die Errichtung der Burg Stolberg auf dem Zwisselberg durch Heinrich von Hohnstein liegen für den Beginn des 13. Jahrhunderts vor. Die Burg wurde in der Renaissance zu einer mächtigen Dreiflügelanlage mit Nebengebäuden ausgebaut, die im 18. Jahrhundert in schlichten barocken Formen umgebaut wurde.
 
Überregional bekannt ist das Stolberger Schloss vor allem als Sitz eines der ältesten Adelsgeschlechter Deutschlands, aus dem mit Juliana zu Stolberg (1506-1580) die Stammmutter des Hauses Oranien hervorging. Bis 1945 war der Ort Sitz der Grafen, später der Fürsten zu Stolberg-Stolberg. Nach der Umnutzung der Anlage zu Zeiten der DDR und jahrelangem Leerstand nach der Wende erwarb die Deutsche Stiftung Denkmalschutz das Schloss 2002 und bemüht sich seither erfolgreich um dessen Sanierung und zukünftige Nutzung.
 
2008 wurde der Fürstenflügel als touristisches Zentrum der Stadt und so genanntes Haus des Gastes eröffnet. Das Ende der Restaurierung der Kapelle feierten die Denkmalstiftung und die kleine Gemeinde im Jahr darauf. 2011 konnte die wiederhergestellte Südterrasse der Öffentlichkeit übergeben werden. Nach der Sanierung des barocken Pavillons, der Wiederherstellung eines Wasserbeckens sowie der anspruchsvollen Treppen- und Maueranlagen und der repräsentative Neupflanzung von Hecken und Stauden wurde der Garten als Station in das Netzwerk „Gartenträume“ aufgenommen. Zuletzt führte das Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt in enger Zusammenarbeit mit der Deutschen Stiftung Denkmalschutz als Eigentümerin von Schloss Stolberg in der Vorburg archäologische Ausgrabungen durch. Dabei konnten unter den Fundamenten des Marstalles in bis zu 1,60 Meter Tiefe die Überreste des alten Bergfrieds der Burg Stolberg lokalisiert werden, der während der barocken Umgestaltung im 18. Jahrhundert geschliffen worden war.