Holger Alexander Müller im Interview Der Concierge als Seele des Hauses

Concierge Holger Alexander Müller
Holger Alexander Müller, Head Concierge mit Leib und Seele, im Steigenberger Icon Frankfurter Hof. © Steigenberger Icon Frankfurter Hof

Der gebürtige Frankfurter und gelernte Bankkaufmann Holger Alexander Müller, Head Concierge im Steigenberger Icon Frankfurter Hof, gehört seit 2006 dem einzigen Berufsverband der Hotelportiers / Concierges der Luxushotellerie in Deutschland an und ist Sektionsleiter der Golden Schlüssel Deutschland e.V. in Hessen. Er spricht über seine Leidenschaft für den Beruf den er dem Nachwuchs nahebringen möchte.

Herr Müller, Sie sind seit Jahren Head Concierge im Steigenberger Icon Frankfurter Hof. Was bedeutet es für Sie Concierge zu sein?

Holger Alexander Müller: Als Concierge darf ich einen sehr privilegierten und engen Kontakt zu unseren Hotelgästen genießen. Generell sind wir als Concierge für unsere Gäste Wunsch-Erfüllende in allen Belangen. Möge dieser auch noch so ausgefallen sein. Gerne organisiere ich alles für die Gäste, um ihren Aufenthalt in unserer schönen Stadt Frankfurt so angenehm wie möglich zu machen.

Welche Aufgaben übernehmen Sie in Ihrer Rolle als Concierge konkret?

Ich bin für unsere Gäste häufig die erste Ansprechperson, sei es in Belangen in und ums Hotel, für allgemeine Auskünfte aber auch persönliche Angelegenheiten: Eintrittskarten für die Oper, ein privater Tisch in einem Insider-Restaurant, der große Rosenstrauß für einen besonderen Anlass oder der Geheimtipp für den perfekten Ausflug in die Region.

Inwiefern ist der Concierge Gesicht und Seele des Hotels?

Nach einem gelungenen Aufenthalt bin ich der Letzte, den die Gäste vor ihrer Abreise sehen. Nach vielen schönen Erlebnissen verabschiede ich die Menschen – dieser letzte Eindruck bleibt hängen. Der Concierge ist somit aus meiner Sicht das Gesicht und die Seele des Hotels.

Welche Bedeutung hat der Concierge für das Steigenberger Icon Frankfurter Hof?

Ich denke, dass unsere Gäste eine ganz klare Vorstellung davon haben, was sie in einem Luxushotel der Steigenberger Kette zu erwarten haben, schließlich sind unsere Gäste auf der ganzen Welt zu Hause, reisen viel und möchten auf die Annehmlichkeiten nicht verzichten, die sie auch von zu Hause kennen. Als Concierge verfügen wir über ein internationales Netzwerk und können uns so mit den Kollegen weltweit vernetzen. Das versetzt uns in die Lage, auch durchaus proaktiv für unsere Gäste tätig zu werden.

Haben Sie Concierge-Tipps?

Unsere Stammgäste sind teilweise seit vielen Jahren mit uns verbunden. Die Gäste freuen sich daher, wiedererkannt, mit Namen angesprochen zu werden. Wenn man sich beispielsweise daran erinnert, dass der Gast eine "Schwäche" für Süßes hat und seine Lieblingspraline als Aufmerksamkeit auf dem Zimmer wartet ist das eine kleine aber gelungene Aufmerksamkeit. Diese Besonderheiten machen für mich den Unterschied, man kann sagen, dass wir den Gast dadurch an unser Haus binden und er uns gerne wieder als Zuhause auf Zeit wählt.

Die Tagung Goldener Schlüssel findet auch im Steigenberger Icon Frankfurter Hof statt. Um welche Themen geht es?

Alle zwei Jahre treffen sich die deutschen Concierges in einer der sieben Sektionen. Da wir uns für drei Tage in der Mainmetropole treffen, bleibt genug Zeit für Networking, Schulungen und Erfahrungsaustausch. Hauptaugenmerk in diesem Jahr wird sein, sich auf die veränderte Marktsituationen einzustellen.

Wo liegt für Sie das Hauptaugenmerk?

Gerade unsere Vereinigung kämpft seit Jahren nicht nur gegen die vermeintlich fehlende Attraktivität der Branche, sondern auch mit einer stark gestiegenen Fluktuation bei jungen Mitgliedern. Wer noch vor einigen Jahren seine Berufung als Concierge gefunden hat, blieb seinem Job häufig sein ganzes Berufsleben lang treu. Andere Unternehmen und Dienstleister haben den Wert eines guten Hotelconcierges und Les Clefs d’Or Mitglieds inzwischen ebenfalls für sich erkannt. So braucht es eine Anpassung der Vereinssatzung und einen zeitgemäßen Umgang mit veränderten Karrieremodellen. Außerdem wird ein neuer Vorstand durch die Mitglieder gewählt.

Wie sieht der Concierge der Zukunft aus?

Ein Concierge sollte mit der Zeit gehen. Digitalisierung, kontinuierliche Weiterbildung, Mut zur Veränderung sind nur einige Themen, die ganz oben auf der Agenda stehen. Ich persönlich würde mir wünschen, dass unser Berufstand in der Luxushotellerie nach wie vor einen hohen Stellenwert genießen wird. Wir möchten unsere Leidenschaft für diesen Beruf unserem jungen Nachwuchs nahebringen und unser Wissen teilen. Unsere Berufsvereinigung in Deutschland besteht seit 1952 und wurde hier ganz in der Nähe im ehemaligen Ritters Parkhotel, dem heutigen Steigenberger Hotel in Bad Homburg, gegründet. Somit haben wir in diesem Jahr sogar ein Jubiläum. Seit der Gründung erfindet sich der Concierge immer wieder neu. Das wird auch in den kommenden Jahren der Fall sein.