Die lokalen Regelungen zur Einnahme der Kurtaxe sind in Deutschland sehr unterschiedlich. Ein aktueller Vergleich zeigt, wie viel Urlauber an welchen der über 350 Kur- und Erholungsorten zahlen müssen – und wo sie ohne zusätzliche Gebühren auskommen.
Im Finanztest-Vergleich der 111 beliebten deutschen Reiseziele zeigen sich gravierende Unterschiede. Fällt die Taxe am Reiseziel pro Familienmitglied und sogar für den Hund an, kann es schnell teuer werden. Eine vierköpfige Familie mit Kindern ab 14 Jahren und Hund zahlt auf der Nordseeinsel Juist beispielsweise für einen zweiwöchigen Strandurlaub 182 Euro zusätzlich, in Sellin 152,10 Euro. In der Müritzregion in Plau am See wären es dagegen nur 26 Euro, in Bissigen (Lüneburger Heide) gar nichts.
Je nach Ort liegt die Kurtaxe pro Reisendem zwischen 0 und 3,50 Euro am Tag. Die höchsten Kurtaxen verlangen laut unserer Umfrage die ostfriesischen Nordseeinseln Juist, Borkum und Langeoog sowie das bayerische Bad Kissingen und die Stadt Baden-Baden (bis zu 3,50 Euro pro Tag).
Die bundesweit niedrigste Kurtaxe erhebt Bad Wilhelmshöhe: Erwachsene zahlen hier 50 Cent, Kinder nichts. Für Strandurlauber ist Fehmarn mit 1,80 Euro die preiswerteste Insel, gefolgt von Loddin auf Usedom mit 1,85 Euro. Besonders günstig sind Plau am See (1 Euro), Isny im Allgäu (1,50 Euro), Rottach-Egern (1,60 Euro) und Bad Berleburg (1,70 Euro). In zwei der 111 abgefragten Orte zahlen Urlauber gar nichts: Bernkastel-Kues in Rheinland-Pfalz und Bispingen in Niedersachsen. In Bispingen wird die Taxe von ansässigen Unternehmen übernommen.
Lokale Regelungen – auch für Minderjährige und Hunde
Die Höhe der Kurtaxe wird von der Gemeinde selbst festgesetzt. So ergeben sich teilweise auch spürbare Unterschiede in Nachbarorten. So etwa auf Usedom (Beispiel zweiwöchiger Urlaub einer vierköpfigen Familie): In Heringsdorf fallen 130 Euro Kurtaxe an, in Zinnwitz 52 Euro und in Loddin 48,10 Euro. Beim Strandbesuch des Nachbarortes wird die Kurtaxe dann noch einmal fällig, da die Gebühr jeweils nur die Nutzung der Angebote in dem Ort einschließt, in dem sie bezahlt wurde. Gleiches gilt für Tagesgäste, wobei die Preise von der Kurtaxe abweichen können.
In mehr als der Hälfte der 111 befragten Orte sind Minderjährige von der Kurtaxe befreit. Das familienfreundlichste Bundesland ist Schleswig-Holstein. Hier zahlen Sie für Ihre Kinder in allen 17 angefragten Orten keine Kurtaxe. Auch Hunde werden zur Kasse gebeten – allerdings nur in Mecklenburg-Vorpommern. Nach Binz auf Rügen, Zingst und Göhren ist ab 2016 auch das Ostseebad Sellin dabei. Zingst verlangt pro Tag und Hund 1 Euro, in den übrigen Orten kostet er 50 Cent pro Urlaubstag. Mit der „Hundekurtaxe“ sollen Kosten für die Säuberung der Hundestrände beglichen und „Häufchentüten“ zur Verfügung gestellt werden.
Quelle: test.de