Regionalität trifft auf globale Einflüsse, Hightech auf Wohlbefinden: Der diesjährige Internorga Food Zoom zeigt, wohin sich die Branche bewegt.
Die Internorga hat ihren Food Zoom 2026 vorgestellt, der einen Ausblick auf die kulinarischen Entwicklungen in der Gastronomie und Hotellerie geben soll. Die Trendanalyse entsteht jährlich in Zusammenarbeit mit Karin Tischer vom Forschungs- und Entwicklungsinstitut Food & More in Kaarst. Neu hinzugekommen sind in diesem Jahr die Bereiche „Hospitality Design“ mit Expertise von Corinna Kretschmar-Joehnk von Joi Design sowie „Digitalisierung in der Profiküche“ mit Input von Markus Tust von der Soda Group.
Die Trends sollen vom 13. bis 17. März 2026 auf der internationale Leitmesse für Hospitality und Foodservice in Hamburg präsentiert werden.
#Trend 1: Taste the world
Laut Karin Tischer steht die globale Küche vor spannenden Gegensätzen. Unter dem Motto „Heimat trifft Welt“ bleibe Regionalität zwar gefragt, gleichzeitig setzten internationale Aromen und Fusionen neue Impulse. Asiatische Konzepte mit japanischer Ästhetik und koreanischer Würze – von Ramen und Udon über Korean BBQ und Bibimbap bis Kimchi – rückten in den Vordergrund. Auch die mexikanische Vielfalt jenseits von Tex-Mex mit Fingerfood-Formaten und Sharing-Erlebnissen präge den Zeitgeist.
Aromen aus Westafrika sowie Gerichte wie Jollof Rice, Kochbananen und Maniok seien ebenfalls gefragt. Fusion Cuisine verbinde diese verschiedenen Einflüsse kreativ miteinander – vom Streetfood bis zum Fine Dining. Als Beispiele nennt die Trendforscherin Kreationen wie Sushi à la française, Bulgogi-Burger, Bulgogi-Pasta mit Burrata, Burger mit Afro-Inspiration oder die Kombination von Pizza und Sushi.
#Trend 2: Mut statt Mittelmaß
Im Trend sind laut Karin Tischer zudem intensive Aromen, überraschende Kombinationen und unverwechselbare Finishes. Fermentiertes Umami, edle Pfeffer- und Chili-Varianten sowie die sogenannte „Swicy"-Balance – die Kombination von süß und scharf – würden zu Differenzierungsmerkmalen. Hinzu kämen aufwendige Toppings, Crunch-Schichten und hauseigene Signature-Saucen. Gerichte erhielten dadurch Persönlichkeit und blieben im Kopf, so die Expertin.
#Trend 3: Snacking wird Mainstream
Der Snackmarkt entwickelt sich laut dem Food Zoom zu einem vielfältigeren und emotionaleren Segment. Snacks seien längst mehr als ein schneller Happen – sie würden zu Erlebnis und Statement zugleich, erläutert Karin Tischer. Das Spektrum reiche von Klassikern mit kreativem Upgrade über internationales Streetfood und Healthy Snacking bis hin zu süßen Belohnungsmomenten.
Konkret nennt die Trendforscherin Beispiele wie Loaded Fries, verschiedene Croissant-Variationen, Empanadas, Korean Corn Dogs, Smashed Croissants und Mini-Desserts. Kompakte Portionen und sogenannte One-Hand-Snacks träfen dabei auf den Wunsch nach Flexibilität und Personalisierung. Individuell wählbare Toppings ermöglichten eine persönliche Note.
#Trend 4: Hospitality Design mit Haltung
Corinna Kretschmar-Joehnk von Joi Design erläutert in der Trendanalyse, wie sich Hospitality Design verändern wird. Hotels, Restaurants und Bars würden zu Rückzugsorten in einer „lauten, dynamischen Welt", so die Designerin. Statt kurzlebiger Trends stehe Haltung im Vordergrund: Räume sollten Gesundheit fördern, nachhaltig konzipiert sein und authentische Geschichten erzählen.
Konkret bedeute dies den Einsatz natürlicher Lichtkonzepte und echter Materialien wie Holz oder Stein. Revitalisierte Bestandsgebäude mit Charakter würden gegenüber glatten Neubauten und austauschbaren Looks bevorzugt. Nachhaltigkeit werde dabei zur Selbstverständlichkeit – von langlebigen Materialien bis hin zu Recycling- und Upcycling-Konzepten. Ein roter Faden im Design seien Kultur, Natur und Authentizität.
#Trend 5: Smart, menschlich, attraktiv: Der Arbeitsplatz Küche
Hinter den Kulissen vollziehe sich ebenfalls ein Wandel, erläutert Markus Tust von der Soda Group in der Trendanalyse. Die Profiküche erfinde sich als moderner Arbeitsplatz neu, der Technik und Mensch in Einklang bringe. Statt reiner Funktionalität stünden Wohlbefinden, Ergonomie und Motivation im Fokus.
Intelligentes Licht, das den Tagesverlauf simuliert, leise Akustiklösungen, frische Luft per Sensorik und höhenverstellbare Arbeitsflächen sollen den Küchenalltag spürbar leichter und damit effizienter machen. Digitale Tools und künstliche Intelligenz sollen Abläufe unterstützen, ohne den Menschen zu ersetzen. Laut dem Experten entstünden so „offene, wertschätzende Arbeitswelten, die Talente anziehen und halten“. red/sar
Über die Internorga
Die Internorga ist die internationale Leitmesse für Hospitality und Foodservice. Als jährlicher Treffpunkt für Hotellerie, Gastronomie, Bäckereien und Konditoreien findet sie vom 13. bis 17. März 2026 auf dem Gelände der Hamburg Messe und Congress statt. Nationale und internationale Ausstellende präsentieren Fachbesuchenden ihre Produkte, Trends und Innovationen für den gesamten Außer-Haus-Markt. Begleitet wird die Fachmesse durch international besetzte Kongresse, ein umfassendes Rahmenprogramm und Branchenwettbewerbe.