Treugast: Diese vier F&B-Konzepte sind Umsatzbringer

Im Neni des 25 hours Hotels Berlin steht Mealsharing im Fokus. Durch das Konzept ziehen die Verantwortlichen vielerorts auch die Locals in ihren Bann. (Bild: Stephan Lempke)

Das Restaurant gewinnt im Hotel immer mehr an Bedeutung, sagen die Verantwortlichen des Hospitality-Consultants Treugast. Wer es richtig macht, kann mit F&B-Outlets auch immer mehr Locals in sein Haus locken. Unter anderem zeigt 25hours, wie es richtig geht: 

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Innovative kulinarische Konzepte – entweder mit einem Franchise-Partner oder aus der eigenen Feder – beleben laut Treugast die öffentlichen Bereiche in Hotels und sorgen für zusätzlichen Umsatz. Durch die zunehmende Spezialisierung und Professionalisierung der F&B-Abteilungen sei derzeit ein großer Umbruch im Markt spürbar. Deshalb hat Treugast unterschiedliche Modelle hinsichtlich ihres Marktpotentials und ihrer Entwicklungschancen untersucht. Generell gelte, so die Verantwortlichen: “Aus unserer Sicht dürfen Hotels ihr Gastronomieangebot nicht mehr ausschließlich an den Bedürfnissen der Haus- und Tagungsgäste ausrichten, sondern müssen auch als Stand-Alone-Konzept am lokalen Markt funktionieren.” Michael Lidl, Geschäftsführender Partner der Treugast: „Im Kampf um die besten Projekte haben Hotelmarken mit hoch profitablen F&B-Konzepten einen enormen Wettbewerbsvorteil. Wenn der Pachtzins nicht nur durch die Logiserlöse, sondern zum signifikanten Teil durch die F&B-Abteilung erwirtschaftet wird, lassen sich auch höhere Pachten pro Zimmer darstellen. Das Franchise-Modell ist eine Möglichkeit, bei der Hotelgesellschaften vom Knowhow-Transfer, der Anziehungskraft der Marke in der Kunden- wie Mitarbeiter-Akquise sowie von Skaleneffekten der Systemgastronomen profitieren können.“

Hotel-Restaurant: So geht’s richtig

Sympathisches Chaos verschafft 25hours Erfolg

Die F&B-Konzepte der 25hours Hotels machen nach Ansicht von Treugast einen der wichtigsten Erfolgsfaktoren der Marke aus. Mit der besonderen Küche des “Neni” setzen sie auf „sympathisches Chaos“ erklärt Bernd Gieske, Director of F&B 25hours Hotels. Der kulinarische Kosmos der Gastgeberin und Köchin Haya Molcho passe perfekt zur Hotelgruppe, die die Restaurants im Eigenbetrieb führt. In aktuell sieben Häusern genießen Gäste israelische Gerichte, die um nationale Inspirationen aus der persischen, französischen oder indischen Küche erweitert werden. „Zum Essen von ‘Neni’ gehört immer das teilende, leidenschaftliche Moment“, sagt Bernd Gieske. Die Küche passt auch zum ungezwungenen Service der 25hours Hotels: „Unzählige Teller mit den leckersten Kreationen kommen bunt gemischt auf den Tisch. Töpfe, Schalen und Schüsseln werden ganz unprätentiös direkt vom Herd serviert“, beschreibt Bernd Gieske die Partnerschaft weiter. Die mittlerweile große Bekanntheit der Marke 25hours Hotels in den jeweiligen Städten ist laut Treugast auch auf die hohe Beliebtheit der Restaurants zurückzuführen: „Keine andere deutsche Hotelmarke hat es so verstanden, die F&B-Abteilungen nicht als notwendiges Übel, sondern als Alleinstellungsmerkmal erfolgreich in Szene zu setzen“, erklärt Michael Lidl. „Die Tatsache, dass die Hotelgäste in den F&B-Bereichen überwiegend auf ‚Locals‘ treffen, ist die Antwort der Hotelwelt auf den AirBnB-Faktor.“

Leonardo Hotels punkten mit Franchise-System

Alles richtig macht hat laut Treugast auch die israelische Hotelkette Leonardo. Die meisten der weltweit 200 Hotels verfügen über eine Gastronomie. „Trotzdem hat Leonardo verstanden, dass die Zusammenarbeit mit einem Gastro-Spezialisten sinnvoll sein kann und wertvolle Erfahrungen mit sich bringt“, sagt Michael Lidl. Denn in einigen Häusern kooperiert Leonardo mit dem Systemgastronomen “Hans im Glück”. Am Anfang der Planungsphase einer jeden Neueröffnung stehe aber erst einmal folgende Frage, erklärt Jan Heringa, Pre-Opening & Executive General Manager NYX Brand Manager: Welche Geschichte wollen wir an dem jeweiligen Standort und im betreffenden Objekt erzählen?  Die Burger- und Cocktailkreationen der Marke „Hans im Glück“ genießen Gäste beispielsweise im NYX Hotel Munich. „Zum trendigen Design und der coolen Atmosphäre des NYX passt die erfolgreiche Systemgastronomie von ‚Hans im Glück‘ hervorragend. Wir haben das bestehende Konzept um ein Frühstücksangebot, DJ- und Live Musik erweitert. Die Kooperation haben wir hier in Form einer Franchise. Wir betreiben das Restaurant selbst. Das ist für uns wichtig, um auch die Systemgastronomie kennen zu lernen.“ Mit der Entscheidung als Hotelgesellschaft Franchisenehmer zu werden, nimmt Leonardo Hotels laut Michael Lidl eine Vorreiterrolle ein: „Wir gehen davon aus, dass die Learnings aus diesem Franchise-Betrieb für das F&B-Angebot der gesamten Gruppe positive Impulse setzen wird.“

Lebendige Lobby bei Rilano Hotels & Resorts

Ganz eigene Wege gehen die Rilano Hotels & Resorts und verfolgen damit aus Sicht von Treugast in zweierlei Hinsicht innovative F&B-Konzepte. Um den oftmals beklagten Umsatzverlusten im F&B-Bereich entgegenzuwirken, hat die Hotelgruppe schon früh mit der Entwicklung eigener Konzepte begonnen und darüber hinaus Coffee Fellows-Filialen in die Limited Service Hotels der Marke Rilano 24/7 integriert. Ein eigens entwickeltes Konzept ist das „Mamma Minuti Fresh Food and Coffee“, das mit frisch zubereiteten Pasta-Gerichten und kleinen italienischen Spezialitäten für Genuss und eine gesunde Ernährung im hektischen Alltag stehen soll. Das zweite selbstentwickelte Konzept „Vitello Grill & Seafood“ wird individuell an die Architektur des jeweiligen Hauses angepasst und setzt auf den anhaltenden Trend der hochwertig gegrillten Lebensmittel. Für Holger Behrens, Geschäftsführer Rilano Hotels & Resorts, lohnt sich die Investition in einen Gastronomie-Bereich: „Attraktive Lunchangebote oder ein integrierter Coffee Shop sind tägliche Anziehungspunkte für Jung und Alt sowie für Geschäftsleute in Eile, die nicht auf ausgewogene Ernährung verzichten wollen. Gleichzeitig schafft man durch eine optimale Platzierung des Restaurantkonzeptes, die oft verwaisten Hotellobbys wieder mit Leben zu füllen.“ Auch Michael Lidl bewertet das Vorgehen positiv: „Dieses Konzept macht aus dem eigentlich Margen-schwachen Mittagsgeschäft ein profitables Zusatzgeschäft, das nicht nur bei einer Vielzahl eigener Tagungs- oder Hausgäste funktioniert.“

H-Hotels setzen auf Catering

Ebenfalls aus der eigenen Ideenschmiede stammen die F&B-Konzepte der H-Hotels Gruppe. Mit “Gaumenfreund” haben sie einen eigenen Catering-Service ins Leben gerufen, der innovative Food- und Eventkonzepte für Business-, Incentive- und Unterhaltungsserien anbietet. „Gaumenfreund wurde gleichzeitig mit der Umstellung der Hotels auf unsere eigenen Marken Hyperion, H4 Hotels, H2 Hotels, H+ Hotels, H.omes und H.ostels entwickelt“, erklärt Oliver Marzahn, Corporate Director Food der H-Hotels AG. Auch für Treugast präsentiert sich das Catering-Angebot als Erfolgsmodell: „Die Etablierung eines Catering-Services bietet eine sinnvolle Ergänzung, da zum Beispiel im Bereich Tagung und Events wertvolle Synergien genutzt werden.“ Einen zentralen Treffpunkt hat die Hotelgruppe mit dem HUB etabliert, der ein Element der Design- und Budgetmarke H2 Hotels ist. Rund um die Uhr geöffnet bildet der H2 HUB das lebendige Herz der H2 Hotels, in dem Lounge und Restaurant verschmelzen. „Gerade in den Citylagen werden viele unserer Restaurants gern für ein Businesslunch oder Dinner angenommen“, sagt Oliver Marzahn. „Das gilt besonders auch für unsere H2 HUBs. Umliegende Büros oder Firmen ohne eigene Kantine nutzen das günstige und ohne Wartezeiten verfügbare kulinarische Angebot für die Versorgung ihrer Mitarbeiter.“ Für Treugast sticht bei H-Hotels Gruppe insbesondere die in großen Teilen zentralisierte F&B-Produktion positiv heraus: „Dadurch erzielen sie Benchmark-verdächtige Wareneinsätze bei gleichzeitig guter Warenqualität“, erklärt Michael Lidl.

 

 

 

 

 

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