Tourismus 2022: Deutlicher Anstieg bei Reisen ins Ausland

Cinque Terre
Eines der beliebtesten Reiseziele der Deutschen in 2022: Italien. © smallredgirl - stock.adobe.com

Nach der Coronakrise reisen die Deutschen wieder mehr. Laut Statistischem Bundesamt bleibt das Inland ein sehr beliebtes Ziel, aber auch Reisen ins Ausland ziehen wieder stark an.

Im Jahr 2022 haben Reisende aus Deutschland insgesamt 222 Millionen Privat- und Geschäftsreisen mit mindestens einer Übernachtung im In- oder Ausland unternommen. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, waren das 24 Prozent mehr als im stark von der Corona-Pandemie geprägten Jahr 2021, aber 15 Prozent weniger als im Vorkrisenjahr 2019.

Wieder mehr Reisen ins Ausland

Besonders stark stieg 2022 die Zahl der Auslandsreisen: 87 Millionen Reisen bedeuteten hier ein Plus von 78 Prozent zum Vorjahr. Das zeige, dass die Urlauberinnen und Urlauber mit dem Auslaufen der Pandemie im Jahr 2022 wieder mehr Reisen ins Ausland unternahmen. Allerdings blieb die Zahl der Auslandsreisen 13 Prozent unter dem Niveau des Vorkrisen-Jahres 2019.

Die Zahl der Inlandsreisen stieg 2022 um vier Prozent gegenüber 2021 auf 135 Millionen und lag 16 Prozent unter dem Vorkrisenniveau. Die Verteilung der Reiseziele zwischen Inland und Ausland entspricht nach Destatis-Angaben somit wieder dem Vorkrisenniveau. Der Anteil der Reisen ins Ausland lag im Jahr 2022 bei 39 Prozent, im Vergleich zu 38 Prozent im Jahr 2019. Während der pandemiegeprägten Jahre 2020 und 2021 war der Anteil auf 25 Prozent beziehungsweise 27 Prozent gefallen. In dieser Zeit verlagerten sich die Reisetätigkeiten verstärkt ins Inland. 

Was sind die Top-Destinationen?

Die beliebtesten Ziele für Reisen ins Ausland im Jahr 2022 waren Italien (14 %), Österreich (14 %), Spanien (11 %), Frankreich (7 %) und die Niederlande (7 %). Diese fünf Länder behaupteten sich sowohl vor als auch während und nach der Pandemie als die Top-Auslandsziele der Reisenden aus Deutschland. 

Weniger Geschäftsreisen als vor Corona

Wie das Bundesamt weiter mitteilte, stieg die Zahl der Geschäftsreisen 2022 gegenüber 2021 um 39 Prozent auf 30 Millionen. Allerdings war die Zahl dienstlicher Reisen in der Pandemie deutlich gesunken und blieb 2022 um 27 Prozent geringer als im Jahr 2019. Dies deute darauf hin, dass viele Geschäftstermine auch nach der Pandemie virtuell stattfinden und dadurch auf Geschäftsreisen zunehmend verzichtet wird. 

Beim Blick auf die Verkehrsmittel zeigt sich, dass das Auto auch im Jahr 2022 das am häufigsten verwendete Verkehrsmittel war, aber seltener für mehrtägige Reisen genutzt wurde als im pandemiegeprägten Jahr 2021. Der Anteil der Flugreisen erreichte fast Vor-Corona-Werte – er stieg von neun Prozent im Jahr 2021 auf 15 Prozent im Jahr 2022. Im Jahr 2019 hatte der Anteil bei 17 Prozent gelegen. Bahnreisen lagen 2022 mit einem Anteil von 17 Prozent auf einem ähnlichen Niveau wie 2019 (16 %) und 2021 (17 %).

Ausgaben für Reisen steigen

Die Ausgaben für Unterkünfte lagen 2022 bei 60 Milliarden Euro. Das waren 73 Prozent mehr als im Vorjahr und ein Prozent mehr als 2019. Die Ausgaben für Speisen und Getränke in Cafés und Restaurants betrugen 28 Milliarden Euro. Das war ein Plus von 64 Prozent zum Vorjahr und ein Minus von fünf Prozent zu 2019.  sar