»Passende« Sitzmöbel zum ArbeitenZwischen den Stühlen

In Zeiten moderner Kommunikation arbeiten Hotelgäste auch häufig nach Feierabend in ihren Zimmern. In vielen Hotels sieht der Arbeitsstuhl zwar schön aus, ist jedoch nicht für eine längere Nutzung geeignet. Doch es gibt auch gute Zwischenlösungen.

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Der komplexeste Raum in einem Hotel ist das Gästezimmer, denn hier werden auf kompakter Fläche gleich mehrere Funktionen für den Gast bedient: Er kommt dort an, möchte entspannen und abschalten, er möchte dort wohnen und arbeiten und sich auch wieder für den nächsten Tag erholen.

Besonders der Bereich um den Schreibtisch hat in den vergangenen Jahren enorm an Bedeutung gewonnen, da die Gäste mit ihren »mobilen Büros« – den Laptops, Tablets oder Smartphones – reisen. Corinna Kretschmar-Joehnk, Innenarchitektin und Geschäftsführende Gesellschafterin der JOI-Design GmbH in Hamburg, hat die Erfahrung gemacht, dass Hotels völlig unterschiedlich mit diesem Wandel umgehen: »Das geht bis hin zu Konzepten, die vom eigentlichen Schreibtisch wegdenken und andere Arbeitsmöglichkeiten anbieten. Denn zurückgelehnt auf dem Sessel, mit dem Laptop auf den Knien, lässt es sich doch auch ganz entspannt im Internet surfen oder E-Mails checken – und es fühlt sich dabei noch nicht einmal nach ›Business‹ an«, sagt die Expertin. Die klassische ­Variante mit Schreibtisch und Stuhl sei jedoch nach wie vor noch viel verbreiteter, gerade im Businesshotelbereich, wo der Gast dies erwarte und auch fordere.

Unbestritten kommt es bei der Frage nach dem Arbeitsstuhl immer auf die Ausrichtung eines Hotels an, auf seine Philosophie und auch auf das Design. Früher fast komplett aus Resort-Hotels verbannt – man schrieb dort höchstens einmal eine Ansichtskarte –taucht der Schreibtisch in Zeiten, in der die Gesellschaft Arbeiten und Freizeit miteinander vermischt, auch dort wieder auf. Allerdings nicht so dominant und in wohnlicheren Varianten, denn im Urlaub soll die Arbeit auf keinen Fall nach Arbeit aussehen. »Auf Sylt haben wir im Fährhaus in Munkmarsch genau in diesem Bereich bewusst unterschiedliche Antiquitäten in ein sonst modernes Ambiente integriert«, erklärt Corinna Kretschmar-Joehnk. »So kann der Gast in Gedanken an die Tradition des Hauses auch mal die Seele baumeln lassen.«

Gerade in Businesshotels gilt es dagegen, dem Gast ein Optimum an Funktion und Bequemlichkeit zu bieten: Neben genügend und optimal ausgeleuchteter Arbeitsfläche sowie einem ausreichenden Angebot an gut erreichbaren Steckdosen sollte der Schreibtischstuhl ergonomisch geformt und bequem sein. Sah man hier in der Vergangenheit oft noch »normale« Stuhlmodelle auf vier Beinen, die auch an einem ­Ess­tisch hätten stehen können, so geht die Entwicklung bereits seit einiger Zeit in Richtung eines »tatsächlichen« Schreibtischstuhls, der höhenverstellbar und auf Rollen mehr Komfort zum Arbeiten bietet.
Ralf Boldt, Projektentwickler bei den Seminaris Hotel- und Meeting Resorts, erklärt: »Im Seminar- und Tagungsgeschäft wird von den Teilnehmern erwartet, dass es im Hotelzimmer Arbeitsmöglichkeiten zur Vertiefung der Seminarinhalte gibt.« Neben der Optik – der Stuhl sollte eine Einheit zum übrigen Mobiliar in den Seminaris Hotels bilden – ist natürlich der Sitzkomfort entscheidend. »Bei Einzelbelegung der Zimmer dient der Schreibtischstuhl auch als erweiterte Sitzmöglichkeit für Kollegen«, erklärt Boldt. In dem zur Seminaris-Gruppe gehörigen Avendi Hotel am Griebnitzsee in Potsdam-Babelsberg wurden im ver- gangenen Jahr die zu erneuernden Stühle durch das Modell »Fagus« von Brune ausgetauscht – ein bequemer, vollgepolsterter Holzstuhl mit einem etwas höheren Rücken und Armlehnen für knapp 400 Euro. Bei allen Details sei auch zu beachten, dass das Zimmermädchen die Möbel leicht verschieben könne, sodass Stuhl und Sessel nicht nur schick und funktionell, sondern auch leicht und mobil sein müssen, gibt der Projektentwickler zu bedenken.

Feine Unterschiede auch innerhalb der verschiedenen Businesshotel-Brands zeigen die beiden von JOI-Design gestalteten Hilton Hotels am Frankfurter Flughafen auf: Im Hilton Garden Inn Frankfurt Airport (gehobenes Mid Market Hotelsegment) kam das Modell »Mirra« von Herman Miller zum Einsatz – ein sehr hochwertiges Produkt, funktional und ergonomisch geformt. »Der Stuhl ist Teil eines ›Concept Rooms‹ für alle Hilton Garden Inns weltweit«, erklärt Corinna Kretschmar-Joehnk. Für das daneben im selben Gebäude liegende Hilton Frankfurt Airport (Premiumklasse mit Businessausrichtung) hat das Design-Team ein anderes Modell ausgewählt – einen lederbezogenen Stuhl eines spanischen Herstellers, der als Executive Chair voll funktionsfähig sei und den höchsten Ansprüchen an Funktionalität und Ergonomie gerecht werde. Corinna Kretschmar-Joehnk: »Hier war es uns wichtig, ein Modell zu finden, das sich mit all seinen Funktionen als professioneller Schreibtischstuhl in sein elegantes Ambiente einfügt.«

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