World Travel Monitor Europäer reisen auch 2016 ins Ausland

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So lautet die Prognose von IPK International. Inwieweit sich die aktuelle Flüchtlingskrise jedoch auf Auslandsreisen auswirkt, lässt sich nach Aussagen internationaler Tourismusexperten, die zum 23. World Travel Monitor Forum Ende Oktober in Pisa zusammen gekommen waren, noch nicht abschätzen.

Nach vorläufigen Ergebnissen des World Travel Monitor von IPK stieg die Zahl an Auslandsreisen von Europäern von Januar bis August um rund 4,5 Prozent an. Insgesamt wuchsen die Auslandsreisen von Europäern von 2009 bis 2014 um 13 Prozent und erreichten im vergangenen Jahr insgesamt 444 Millionen Auslandsreisen.

Aufgrund der zum Teil unsicheren Situation zeigte sich insbesondere in Südeuropa, Nordafrika und dem Mittleren Osten eine schwankende Nachfrage. Und so stiegen andere europäische Destinationen in der Gunst der Reisenden auch außerhalb Europas.  Betrug der Anstieg 2014 im gesamten Jahr 2,4 Prozent, so wuchs die Zahl der internationalen Ankünfte in Europa allein in den ersten acht Monaten dieses Jahres um fünf Prozent.

Positiver Blick in die Zukunft

Mit Blick auf das nächste Jahr prognostiziert IPK International einen Anstieg von 2,8 Prozent bei den Auslandsreisen von Europäern. Das Ergebnis basiert auf dem IPK European Travel Confidence Index, der die Reiseabsichten für das nächste Jahr misst. Demzufolge schauen 70 Prozent der Europäer positiv in die Zukunft und wollen 2016 mindestens genauso viel reisen wie im Vorjahr. Der höchste Wert wurde mit einem Plus von jeweils sechs Prozent im Vereinigten Königreich von Großbritannien und Nordirland sowie in Spanien verzeichnet, gefolgt von Polen mit einem Anstieg von vier Prozent und Deutschland mit drei Prozent. Im Gegensatz dazu zeigen sich französische Konsumenten nur leicht optimistisch, während die Reiseabsichten für 2016 in Russland und Italien um jeweils zwei Prozent zurückgegangen sind. 

Ein Thema auf dem 23. World Travel Monitor Forum bildete darüber hinaus die Flüchtlingskrise. „Die Flüchtlingskrise hat bisher das Reiseverhalten nicht beeinflusst, sodass wir momentan noch abwarten müssen“, sagte Rolf Freitag, Präsident IPK International. Trotzdem könnte ein Beispiel als Warnung für die Reiseindustrie gelten: „Münchens weltbekanntes Oktoberfest verzeichnete dieses Jahr 400.000 weniger Besucher, die Tourismuseinnahmen gingen um rund 60 Millionen Euro zurück, da die Veranstaltung mit dem Höhepunkt der Flüchtlingsankünfte in der Stadt einherging“, erklärte er. Nach Aussage der Münchner Stadtverwaltung sank die Zahl der Besucher von 6,3 Millionen 2014 auf 5,9 Millionen dieses Jahr.

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