Westin Elbphilarmonie "Einzigartig in der Mischnutzung"

Westin, Zechmann, Willms

Vier Monate vor der Eröffnung zeigte Starwood das Westin Hamburg in der Elbphilharmonie erstmals der Öffentlichkeit. Das puristische Designkonzept bereichert den Standort, aber längst sind noch nicht alle Fragen geklärt. Top hotel-Autor Frank Puscher sprach mit GM Dagmar Zechmann und Thomas Willms, Regionaldirektor für Zentral- und Osteuropa.

Tophotel: Frau Zechmann, die Lobby Ihres neuen Luxushotels liegt Tür an Tür mit der Plaza der Elbphilharmonie. Wie fühlt sich das an aus Sicht eines Hauses, das sich auch über Rückzugsmöglichkeiten und Privatsphäre definiert?

Dagmar Zechmann: Das widerspricht sich nicht; die Lobby ist mit der großen Glasfront auch bewusst sehr offen und kommunikativ gehalten. Wir wollen, dass sich die Menschen hier begegnen – das gilt auch für Besucher, die nur mal reinschauen wollen. Wir wären schlechte Gastgeber, wenn wir das nicht wünschen würden. Das Hotel ist Teil des neuen Wahrzeichens von Hamburg und muss sich auch in den Herzen der Hamburger verankern. Ich wäre enttäuscht, wenn die Elbphilharmonie-Besucher nicht auf die Idee kämen, hier einen Blick hineinzuwerfen.

Tophotel: Herr Willms, was hat die zeitliche Verzögerung beim Bau mit ihrem Wirtschaftskonzept gemacht?

Thomas Willms: Eigentlich nicht viel. Für uns war immer klar, dass wir nicht ohne die Elbphilharmonie eröffnen. Wer will schon auf einer Baustelle wohnen? Da die Verträge erst ab Übergabe zu laufen beginnen, entstehen dadurch auch keine Kosten.

Tophotel: Hat Starwood bereits ähnliche Erfahrungen gemacht mit einem derart exponierten Haus, wo man zum Beispiel mit dem Kulturtourismus zusammentrifft?

Thomas Willms: Nein, das ist einzigartig in der Mischnutzung. Da kommen ja auch noch die 45 Wohnungen hinzu. Insgesamt sind bis zu 10.000 Menschen hier im Gebäude.

Tophotel: Wie nah will man vermarktungsseitig an der Elbphilharmonie sein?

Dagmar Zechmann: Wir erwarten eine sehr breite Klientel, mit Schwerpunkt auf Einzelreisenden. Tendenziell haben wir vermutlich etwas mehr Freizeitgäste, aber wir hoffen auch, dass einige Gäste Berufliches und Privates hier verbinden. Es gibt viele Gründe, nach Hamburg zu kommen. Das wird ziemlich bunt.
Thomas Willms: Und ganz ehrlich: Die Auslastung im Premiumsegment in Hamburg ist ohnehin schon stark auch durch die Musicals. Wenn jetzt dieses Highlight dazu kommt, muss man sich doch kaum Sorgen machen. Mehr Hamburg geht ja nicht.

Tophotel: Das stimmt, aber gerade das Premium-Segment wächst derzeit sehr schnell.

Dagmar Zechmann: Dafür ist genügend Platz. Die Fünf-Sterne-Hotellerie hat hier eine tolle Spannbreite, von den Grandhotels bis zu moderneren, puristischen Konzepten wie unserem. Das verträgt der Markt. Und man darf nicht vergessen, dass die neuen Häuser auch zum Destinations-Marketing beitragen und mehr Kunden anziehen.

Tophotel:  Gleichzeitig ist der Touristenstrom aber recht volatil. Was macht das mit der Rate? 244 Zimmer brauchen eine Mindestauslastung.

Dagmar Zechmann: Das ist ein wichtiger strategischer Faktor. Wir gehen davon aus, dass unser Angebot so attraktiv ist, dass wir nicht über den Preis arbeiten müssen.

Thomas Willms: Und wir brauchen kein Marketing – das macht die Elbphilharmonie von alleine.

Dagmar Zechmann: Wir haben auch bereits im Vorfeld viel Nachfrage erhalten, weil die mediale Aufmerksamkeit auf dem ganzen Thema ja sehr groß war. Das hat uns durchaus Probleme bereitet, weil wir ja in dieser Frühphase noch ein ganz kleines Team waren.

Das gesamte Interview mit Dagmar Zechmann und Thomas Willms lesen Sie in ser September-Ausgabe von Top hotel

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