Wellness-Trends 2019 Alltagsgefühl statt Verschnaufpause

Nachhaltige Konzepte, die über die Dauer des Urlaubs hinausgehen, werden derzeit verstärkt nachgefragt. (Bild: Wellness-Hotels & Resorts)

Das Verständnis von Wellness hat sich kontinuierlich verändert. Vor allem die junge Zielgruppe sieht den Kurzurlaub laut einer aktuellen Studie als Auszeit mit Langzeitwirkung. Welche Wellness-Trends die Hoteliers 2019 noch erwartet.

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Noch nie war das Verständnis von Wellness bei Gästen so unterschiedlich. Das ist das zentrale Ergebnis der aktuellen Studie zu den Wellnesstrends 2019. Das Online-Portal für Wellnessreisen “beauty24” und Wellness-Hotels & Resorts führten hierzu eine Befragung von fast 4.000 Wellness-affinen Gästen und über 120 Wellnesshoteliers durch. Die Umfrage zeigt: Der Aufwärtstrend der Wellnessurlaube geht weiter, gleichzeitig ist Wellness im Wandel. Weg von Kurzzeit-Effekten, hin zu Auszeiten mit langfristiger Wirkung. Junge Menschen fühlen sich laut Ergebnissen gestresseter und verstehen Wellness als bewussten Stressabbau. Die Natur soll heilen und nachhaltige Erholung wird zum wichtigsten Anspruch an die Auszeit.

Zusätzlich ermittelte die Befragung, warum sich Gäste für ein bestimmtes Wellnesshotel entscheiden. Vier Faktoren sind ausschlaggebend: Der Wellness-Bereich, die Zimmer, die Lage und die Bewertungen anderer Gäste. Unwichtig hingegen ist der Markenname. Nur 1,1 Prozent der Befragten achten bei der Buchung darauf, während ihm fast ein Viertel aller Hoteliers auf der eigenen Webseite und im Marketing große Bedeutung beimessen. Eine Empfehlung an die Hoteliers ist deshalb eine stärkere Präsentation der Zimmer. Aktuell stehen sie nur bei 18,5 Prozent aller Hoteldarstellungen im Fokus.

Die weiteren Trends und Ergebnisse der Studie im Detail:

Trend 1: Langzeitwirkungen erwünscht

Die Umfrage-Ergebnisse zeigen, dass Gäste die Erholung auch nach der Abreise noch spüren möchten. Galt er lange Zeit als kurze Verschnaufpause, wünschen sich heute über 70 Prozent eine anhaltende Wirkung im Alltag. Während etwas über die Hälfte aller Befragten durchschnittlich ein bis zwei Übernachtungen im Wellnesshotel verbringt, nimmt die andere Hälfte Wellnessreisen in Anspruch, die länger als drei Übernachtungen dauern.

Trend 2: Stress abbauen

Die junge Zielgruppe (bis 39-Jährige) unterscheidet sich in einigen Punkten von der älteren Zielgruppe (über 40-Jährige). Junge Befragte buchen seltener einen Wellnessurlaub und er fällt kürzer aus. Bewertungen anderer Gäste im Internet sind ihnen bei der Buchung besonders wichtig. Darüber hinaus fühlen sich die Jüngeren laut Umfrage gestresster als ältere Wellnessgäste. Über 40 Prozent der jüngeren Gruppe nutzen Wellness zum bewussten Abbau von Stressgefühlen.

Trend 3: Mit Mental Wellness den Alltag verbessern

Im Wellnessurlaub rücken neben körperlichen Aspekten die mentalen Veränderungen in den Mittelpunkt. Gerade bei der jungen Zielgruppe (bis 39-Jährige) ist Mental Wellness beliebt. Ein Drittel der Befragten sind offen dafür im Wellnessurlaub mit einem Coach die Persönlichkeit weiterzuentwickeln und am psychischen Wohlbefinden zu arbeiten. Neben Mental Wellness sind auch weitere Themen bei einer längeren Auszeit besonders interessant. Je jünger der Gast, umso höher das Interesse an Stressmanagement, Detox, sportlichen Themen und Yoga-Retreats. 58 Prozent aller bis 39-Jährigen wünschen sich sogar, dass Wellness-Leistungen im Übernachtungspaket enthalten sind.

Trend 4: Beauty rückt aus dem Fokus

Nur noch knapp über zehn Prozent aller Befragten verbinden Wellness mit Beauty-Anwendungen. Vor zehn Jahren gab noch ein Drittel aller Befragten an, Wellnessurlaube aus Gründen der Schönheit zu machen. Beauty bleibt trotzdem eine feste Größe: In den Wellnesshotels machen Beauty- und Kosmetik-Anwendungen heute noch über 25 Prozent des Spa-Umsatzes aus.

Trend 5: Natur gewinnt an Bedeutung

Die Natur gewinnt weiter an Bedeutung. Runter von der Couch und rein ins Grüne: Statt sich im Wellness-Bereich aufzuhalten, gehören für mehr als ein Viertel aller Befragten Ausflüge in die Natur zum Wellness-Verständnis dazu. Zum Wunsch nach Entspannung kommt der Wunsch nach bewusstem Empfinden.

Trend 6: Interesse an traditionellen Naturheilverfahren wächst

Ausflüge sind nicht Natur genug: Bereits bei der Befragung 2016 zeigte jeder Vierte der Befragten ein steigendes Interesse an Naturkosmetik. Dieser Trend hält an. Ganzheitliche Naturheilverfahren wie Ayurveda, Thalasso oder Kneipp erfreuen sich bei einer längeren Wellness-Auszeit wieder großer Beliebtheit. Fast 40 Prozent aller Befragten können sich vorstellen, während einer längeren Auszeit ein traditionelles Naturheil-Konzept kennenzulernen.

Trend 7: Ganzheitliche Wellness von der Küche bis ins Spa

Natürlich soll es sein, authentisch und mit Wirkung: Über die Hälfte der Befragten wünscht sich, dass Schwerpunkte im Wellnesshotel ganzheitlich, von der Küche über das Spa bis in die Zimmer erlebbar sind. Noch anspruchsvoller sind die Wünsche der Gäste bis 39 Jahre: Der Hälfte von ihnen ist es wichtig, dass während einer Wellness-Auszeit individuell auf ihre Wünsche eingegangen wird. Fast 20 Prozent der 39-jährigen Befragten möchten außerdem, dass erste Fortschritte noch während des Wellnessurlaubs spürbar werden.

Alle Trends der vergangenen Jahre stehen hier zur Verfügung.

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