Wellness in Afrika Forderung nach einheitlichen Standards

Um Afrika langfristig als Reiseziel für Wellnessurlauber zu etablieren, muss die Hotellerie dringend Standards für Häuser und Behandlungen festsetzen, sagt Michael Altewischer, Geschäftsführer Wellness-Hotels & Resorts. (Bild: WHR)

Der Wellnessmarkt in Afrika wächst stetig. Das stellt die Branche auch vor
Herausforderungen. So müssen einheitliche Standards für Hotels und
Wellnessanwendungen geschaffen werden.

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Die traditionelle afrikanische Medizin orientiert sich an den regionalen Gegebenheiten und Naturprodukten. So werden beispielsweise Rituale und Zeremonien durchgeführt, um den Körper und den Geist zu ehren und die Heilungskräfte zu stärken. Eine besondere Rolle für Wellnessgäste in Afrika spielt neben der Nähe zur Natur vor allem eins: „African Wellness ist Ubuntu, was Mitgefühl und Menschlichkeit bedeutet“, so Elaine Okeke-Martin, Gründerin und Präsidentin der Spa & Wellness Association of Africa, auf dem ITB-Expertenforum Wellness 2019. Die Ansprüche seitens der Gäste an die verwendeten Produkte seien dabei hoch. So sollen sie natürlichen Ursprungs und biologisch abbaubar sein. Außerdem soll die Beschaffung und Herstellung ethisch korrekt und mit Rücksicht auf Mensch und Umwelt ablaufen.

Tourismus auf Wachstumskurs

An diesen Grundlagen orientieren sich die aktuellen Entwicklungen der afrikanischen Wellnessbranche, in der Wellnesshoteliers die traditionellen Überlieferungen mit moderner Schulmedizin kombinieren. Wellnessaufenthalte sind beispielsweise in Südafrika, Mauritius, Kenia, Ägypten, Marokko und Tansania möglich. Der Wellnessmarkt wächst auch dort stetig weiter, da sich das Gesundheitsverständnis der Menschen wandelt. Immer mehr möchten aktiv an ihrem Wohlbefinden arbeiten. Davon kann auch Afrika profitieren, denn gerade der Tourismus spielt eine wichtige Rolle in der Entwicklung des Kontinents.

Es wird prognostiziert, dass im Jahr 2030 rund 134 Millionen Menschen nach Afrika reisen. Die afrikanische Charta für nachhaltigen Tourismus dient als freiwilliger Rahmen, der die Entwicklung des Tourismus in Afrika überwacht. Damit der Kontinent sich langfristig als beliebtes Reiseziel etabliert, gilt es, eine nachhaltige, bewusste Dynamik zu kreieren, um sowohl den wirtschaftlichen als auch den sozialen Fortschritt sicherzustellen. Zugleich sollen Umwelt, kulturelle Vielfalt und regionale Eigenheit geschützt werden.

Zwischen Potenzial und Herausforderung

Bei all diesem Potenzial ergeben sich jedoch einige Herausforderungen. Eine ist das Fehlen von Standardanforderungen an die Wellnesshotels. So bieten viele Hotels zwar beispielsweise ein hervorragendes Ambiente, zugleich aber Wellnessanwendungen, die nicht dem Standard entsprechen. Daneben wird in Afrika Wellness oft noch als Luxus für die Reichen empfunden, sodass der potenzielle Markt innerhalb Afrikas eingeschränkt ist. „Und gerade für Reisende aus dem Ausland gibt es immer Gründe wie politische Unruhen oder Krankheiten, die einen Wellnessurlaub in Afrika unattraktiv machen. Die Herausforderung besteht für die Wellnesshotellerie auf dem Kontinent also darin, Standards zu setzen, zu überprüfen und so Afrika als Reiseziel für Wellnessurlauber zu etablieren“, so Michael Altewischer, Geschäftsführer der Kooperation Wellness-Hotels & Resorts.

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